ein teilweise recht merkwürdiger ausflug 🇯🇴

Fahrradtour durch Jordanien

Tag 300 bis 309 (27.1.23 bis 5.2.23)
Distanz: 319 km
Höchster Punkt: 1.590 m
Tiefster Punkt: 10 m
Rauf: 3.820 m
Runter: 3.270 m

Wir befanden uns mal wieder in einem Land, von dem wir viel Gutes gehört hatten, das uns aber nicht wirklich überzeugen konnte: Jordanien.

Natürlich fielen sogleich einige Veränderungen zu Saudi Arabien auf: die Frauen waren nicht mehr komplett verhüllt, man konnte im Laden Alkohol kaufen (was wir nicht taten) und es ging insgesamt belebter zu in Aqaba. Die Stadt ist sehr touristisch, vor allem von Arabern gut besucht, aber auch einige westliche Touristen fielen uns auf, was selbst uns zum hingucken verführt, da wir diesen Anblick gar nicht mehr gewohnt waren.

Der schmale Strand war vollgestopft mit Menschen und von fliegenden und standortfesten Händlern wurde allerlei unnützes Zeug angeboten. Ein stark pomerierter Parfümverkäufer schien ein gutes Geschäft zu machen. In den Gassen der Stadt konnte man hauptsächlich billige Klamotten erwerben und aus den Cafés hörten wir im Vorbeilaufen die auffordernden Rufe uns doch eine Sisha zu gönnen.

Am schönsten sah die Stadt von oben aus: Aufgrund einer Verkettung von Umständen waren wir im City Tower Hotel abgestiegen und hatten ein Zimmer im 6. Stock mit Blick aufs Meer und den gigantischen Fahnenmast mit der Flagge der arabischen Revolution erhalten (einst der welthöchste, inzwischen immerhin noch auf Platz 6.) Julia ließ es sich zudem nicht nehmen einen bezahlten Schnorchelausflug zu machen, musste aber trotz Neoprenanzug nach einer Stunde vollkommen durchgefroren passen.

Warten auf Paket mit Ersatzteilen

Leider war ansonsten der Aufenthalt in der Stadt und diesem Hotel nicht besonders glücklich verlaufen. Wir hatten den Bruder des Managers des Hotels in Dubai kennengelernt. Da er uns seine Hilfe anbot und sich herausstellte, dass sein Bruder in Aqaba lebte, fragten wir ihn, ob wir unser Paket mit den neuen Konussen für Tilmanns Fahrrad dorthin schicken lassen könnten. Das Paket wurde jedoch von DHL an die jordanische Post übergeben und blieb dann in Amman liegen. Wir erhofften uns, während dem Hotelaufenthalt mit Unterstützung des Bruders diese Sache zu lösen.

Doch der Bruder war zunächst gar nicht anwesend, die Rezeptionisten waren leider alle schwer von Begriff und bei jedem Schichtwechsel mussten wir erneut erklären, dass wir Hilfe bräuchten, um bei der Service Hotline der Jordan Post anzurufen. Dies kostete unfassbar mehr viel Zeit und Nerven, als man sich ausmalen kann. Wir mussten feststellen, dass das Hotelpersonal uns nicht verstand und/oder anschließend log.

Auch wenn das Hotelpersonal mehrfach versicherte, das Paket würde noch während unseres Aufenthaltes, für den drei Tage eingeplant waren, eintreffen, trieb unsere Skepsis Tilmann noch zum ansässigen Postamt. Der Ausflug dorthin ließ sein Vertrauen in die Jordan Post jedenfalls nicht wachsen. Erstaunlicherweise kam das Paket tatsächlich am Tag unserer Abreise an, nachdem wir noch einige Stunden in der Lobby ohne Hoffnung gewartet hatten.

Nun hatten wir zwar eine komplett neue Nabe, allerdings verfügten die beiden Radläden in Aqaba über keine Kettenpeitsche, weshalb ein Wechsel der Konen nicht hätte professionell durchgeführt werden können. Mit mehr Gepäck und weiterhin beschädigtem Rad verließen wir Aqaba am 30. Januar und fuhren Richtung Norden. Wir dachten, das Rad würde noch einige 100 Kilometer durchhalten und planten den Konus-Wechsel für Jerusalem ein, nachdem wir Jordanien von Süden nach Norden durchfahren hatten und am Grenzübergang über die König Hussein Brücke durchs Westjordanland nach Jerusalem fahren wollten. Doch bald sollten sich unsere Pläne dramatisch ändern.

Weit schafften wir es an diesem 303. Tag unseres Trips nicht mehr, da es schon spät war und steil bergauf ging. Aber immerhin fanden wir ein flauschiges Plätzchen unter einer nicht oder nur noch sporadisch befahrenen Eisenbahnbrücke.

Am nächsten Tag sollten wir eines der großen touristischen Highlights Jordaniens erreichen, das sogenannte Wadi Rum. Lawrence of Arabia wurde hier zu großen Teilen gefilmt, entsprechend populär ist der Ort. Allerdings handelt es sich dabei gar nicht um ein Wadi, sondern um ein weitläufiges Wüstengebiet aus dessen mal gerölligem mal sandigem Grund eine Vielzahl farbenprächtiger zu meist roter Felsen aufragen, die in vielen Fällen zu pittoresken Canyons zusammenrücken.

Wir mussten jedoch zunächst über den Desert-Highway 990 m hochklettern, der landschaftlich nur mäßig spannend dafür aber recht munter befahren war. Zudem peitschte uns ein zunehmend starker Sturm um die Ohren, der zwar immer wieder die Richtung änderte, uns aber überwiegend in gewohnter Manier nervtötend ins Gesicht blies. Gegen high noon hatten wir nach 53 km das Besucherzentrum erreicht, wo der Wind weiter aufdrehte und uns langsam aber stetig die Lebensfreude aus dem Körper blies. Zurück lies er nur Kälte.

Am Besucherzentrum hing eine Vielzahl von Beduinen-Hustlern herum, deren Anliegen es war den heranströmenden Touristen-Horden und damit auch uns bezüglich etwaig vorhandenen Reservierung zu befragen. Gemeint waren damit Geländewagenfahrten, Kamelritte und Übernachtungsplätze in Beduinenlagern nachempfundenen Camps. Natürlich hatten wir dies nicht vorzuweisen und natürlich wollten wir uns genauso wenig auf derlei Angebote einlassen. Die uns beim Stempeln unserer Jordan-Pässe ausgehändigte Übersichtskarte wies schließlich einen Wanderweg aus, den wir erwarteten ohne fremde Hilfe erkunden zu können.

Weitere 7 km brachten uns ins Wadi Rum Village, wo die geteerte Straße endete. Unsere Fahrräder konnten wir im Hof eines (vermutlich nicht in staatlichem Auftrag handelnden) Fremdenführers abstellen, der uns ebenfalls noch einmal zu einer Geländewagenfahrt überreden wollte. Er warnte uns zudem, dass der Wanderweg sich keineswegs so kurz ausmachte, wie Besucher auf Grundlage der Karte fälschlicherweise regelmäßig annahmen. Natürlich schlugen wir auch dieses Angebot aus und machten uns auf den Weg in die weitläufige sandige Ebene, die sich von unserer Einfallsrichtung auf einer Breite von etwa 4 km zwischen zwei gigantischen Felskämmen erstreckte.

Wanderung durch Wadi Rum

Selbstverständlich kam es noch zu einer Vielzahl weiterer Verkaufsgespräche und selbstverständlich bereuten wir es schon nach kurzer Zeit sämtliche Angebote ausgeschlagen zu haben, denn der Spaziergang zog und zog sich. Der vermeintliche Wanderweg indes war in keinster Weise gekennzeichnet und schon nach dem ersten intuitiven Abbiegen hinter einem langgezogenen Bergrücken, waren wir uns nicht mehr sicher, ob wir uns noch auf diesem befanden. Auch die grob eingezeichneten Highlights, wie etwa „The Map“ oder Felsenmalereien konnten wir nicht finden. Die Szenerie war trotzdem beeindruckend: In der durch massive felsige Berge durchbrochenen Wüste entdeckten wir auch saftig grüne Pflanzen und kleine Blüten.

In einigen Felsbuchten schmiegten sich einige Camps für Touristen, die zumeist im Beduinen- oder teilweise auch im Star-Wars-Style daherkamen. Einige von ihnen waren verlassen, manche sogar ganz aufgegeben. Diese Wüste war zumindest zu dieser Jahreszeit auch tagsüber kalt und nachts eiskalt. Einige Kamel-Besitzer, die uns zu einem Ritt überreden wollten, warnten uns, dass wir uns auf 0 Grad einstellen sollten. Wir froren ja bereits bei Sonnenschein und als am Nachmittag der Wind zunahm, ärgerten wir uns, dass wir vor der Wanderung nicht noch einige Zwiebelschalen angelegt hatten. Tatsächlich schienen wir den richtigen Weg gefunden zu haben und befanden uns wieder auf dem Rückweg, als unsere Gebete erhört wurden und uns ein Jeep-Fahrer anbot, uns mit zurück ins Dorf zu nehmen, ganz ohne Geld dafür zu verlangen.

Wir schlotterten, als wir unsere Räder erreichten und beeilten uns zu einer verlassenen Hütte zu fahren, die wir schon am Mittag entdeckt hatten. Der starke Wind hätte einen Aufbau unseres Zeltes nahezu unmöglich gemacht und auch wegen der Kälte sehnten wir uns nach etwas mehr Schutz, als nur zwei dünnen Stoffbahnen. Die Hütte, die von weitem passabel aussah, hatte jedoch keinen Boden mehr und so erlaubten wir uns die Frechheit und schlüpften in ein nahegelegenes einfaches Beduinen-Zelt, das zwar offensichtlich noch ab und an genutzt wurde, aber in dem derzeit niemand anwesend war. Dies bot uns genug Schutz, um eine angenehme Nacht zu verbringen.

Auch die Sonne vermochte die Luft am nächsten Tag kaum zu erwärmen und unsere Weiterfahrt wurde einmal wieder vom Wind ausgebremst. Um das Wadi Rum zu verlassen, mussten wir die gleiche Strecke noch einmal zurücklegen und bogen schließlich wieder auf den Wüsten-Highway weiter Richtung Norden ab. Unser nächstes Ziel hieß „Petra“, doch wir planten erst am nächsten Tag dort zu sein. Teilweise verließen wir den Highway und fuhren durch kleinere Orte, mit einfachen erdgeschossigen Wohnhäusern. Viele Kinder waren auf der Straße, meistens barfüßig, und riefen und winkten uns im Vorbeifahren zu.

Am Nachmittag hielten wir an einer Tankstelle und stellten fest, dass Tilmanns Hinterrad nicht mehr frei lief, entschieden uns aber trotzdem zumindest bist Petra weiterzufahren und notfalls von dort zu trampen, falls eine Reparatur dann dringend notwendig erschien. Der nette Tankwart schenkte uns heißen Tee ein und bot uns auf Nachfrage hin an, in einem verlassenen Ladenlokal der Tankstelle zu übernachten, doch da es noch früh war uns das Café nicht besonders charmant, zogen wir weiter, sollten dies aber noch bereuen. Uns fiel an dieser Tankstelle erstmals ein mit Saddam Hussein Konterfeien verzierter Pkw auf, was wir in der Folge noch öfter beobachten sollten. Der ehemalige Diktator des Iraks genießt, ungeachtet der unter seinem Regime begangenen Menschenrechtsverletzungen, besonders in Jordanien noch großes Ansehen, da er dem Westen die Stirn geboten hat und sich für die arabische Sache stark gemacht hat wie kein Zweiter.

Denn der Wind nahm jede Minute zu und wirbelte auch wieder Dreck und Sand durch die Gegend, der sich in Julias Augen sammelte. Nun erfüllte endlich die in Saudi Arabien am Straßenrand gefundene Ski-Brille ihren Zweck, da diese Julias Augen hermetisch abriegelte.

Ganz auf die muslimische Gastfreundschaft vertrauend, wollten wir im nächsten Ort, nach einem Zimmer fragen und rechneten mit einer Einladung oder einer Übernachtungsmöglichkeit in der örtlichen Moschee. Zwei leerstehende Häuser hatten wir deshalb bereits links liegen gelassen. Draußen schlafen war auch heute eine schlechte Wahl, da es zusätzlich zu den 30 km/h Wind auch noch schneien sollte. Doch gleich der Empfang im Ort ließ nichts gutes erhoffen: Zwei Kinder entdeckten und verfolgten uns, riefen „Money, money, money“ und als sie dieses von uns nicht erhielten, warfen sie einen Löffel zwischen Julias Speichen, was glücklicherweise folgenlos blieb.

Trotzdem hielten wir am Dorfladen an und fragten den Besitzer, ob es einen Raum gebe, in dem wir die Nacht verbringen könnten. Ein Hotel gab es nicht im Ort, doch wir erklärten, dass wir nur einen Raum bräuchten und ansonsten alles dabei hätten. Der Herr wies uns an, ihm zu folgen und schloss ein paar Meter weiter ein Tor auf, hinter dem sich ein Verschlag befand, der einer Garage glich, die zwar eine Toilette und einen Wasserhahn hatte, deren Boden jedoch mit einer dicken Schicht Dreck bedeckt war. Der Mann breitete mit seinem Sohn noch schnell einen staubigen zerrissenen Teppich aus. Natürlich war das keinesfalls gemütlich und wäre nicht Schnee vorausgesagt, hätten wir dankend abgelehnt, stimmten dann aber doch zu und rechneten mit nichts anderem, als für diese Bleibe nicht bezahlen zu müssen.

Da uns mittlerweile klar war, dass die meisten Jordanier sehr arm waren und wir auch gerne eine Unterstützung leisten wollten, stimmten wir uns kurz ab und entschieden, dass wir 5 Dinar (7,50 Euro) für die Nacht bezahlen könnten. Als wir wieder am Laden angekommen waren, wurde uns jedoch mitgeteilt, dass der Raum für 30 Dinar (40 Euro) zur Verfügung gestellt werden könnte, was absolut absurd war.

Auch in den nächsten Tagen sollten wir feststellen, dass die Armut in diesem Land und der gleichzeitig starke Tourismus dazu führten, dass für vieles aberwitzige Preise verlangt wurden und es erhärtete sich ebenfalls der Eindruck, dass wir regelmäßig mehr bezahlten als Einheimische. Auf unserer ganzen Reise wurden wir nicht so oft angebettelt, zum Kauf aufgefordert und beschissen, wie in diesen wenigen Tagen in Jordanien. Zum einen nervte das natürlich, ließ uns aber auch nachdenklich zurück. Die überteuerte Bruchbude schlugen wir jedenfalls aus, verfuhren uns und landeten dann auf dem Kings Highway, dessen eine Fahrtrichtung aufgrund von Bauarbeiten gesperrt war, die allerdings bereits so weit fortgeschritten waren, dass wir diesen befahren konnten und abgeschirmt waren vom restlichen Verkehr.

Doch bereits auf den ersten Metern stoppte uns die Polizei und mischte sich in ein Gespräch ein, das wir mit den Bauarbeitern führten. Wir erläuterten, dass wir dringend ein Dach über dem Kopf für die Nacht bräuchten. Wir zeigten auf eine nahegelegene Hütte und fragten, ob wir diese nutzen könnten. Der Polizist war dagegen, meinte dies sei aus nicht weiter spezifizierten Gründen gefährlich und wies uns an, 4 Kilometer bis zur nächsten Polizeistation zu fahren. Er versprach nicht nur, dass wir dort übernachten könnten, er sagte zudem zu, dass er unsere Ankunft dort telefonisch ankündigen würde.

Es ging nun immer steiler bergauf, der Wind wurde stärker und böig und trieb uns teilweise gefährlich nah an die Geländekante, die etwa 100 Meter in die Tiefe stürzte und in einer weiten Ebene mündete. Zudem neigte sich die Sonne langsam dem Horizont zu. Immerhin hatte uns der Polizist auch angewiesen, die nichtbefahrene Bahn zu benutzen.

Nach etwa 7 Kilometern hielt vor uns ein Pkw und der Fahrer bedeutete dem vorausfahrenden Tilmann er möge kurz anhalten. Dieser winkte jedoch ab, da er nun keinerlei Verzögerung mehr zulassen wollte und rief den Insassen zu, dass wir im Begriff waren die nächste Polizeistation anzufahren. Julia ließ sich zwar kurz anhalten, lehnte jedoch die angebotene kostenfreie Beherbergung ab, da hierfür weitere 5 Kilometer veranschlagt wurden und wir ja bereits vor 3 Kilometern bei besagter Polizeistation hätten ankommen müssen. Blöderweise tauschte sie noch nicht einmal Nummern mit dem Fahrer, was sich noch als große Fahrlässigkeit erweisen sollte.

Wir durften nicht weiterfahren aber auch nicht bleiben

Nach weiteren 3 Kilometern erreichten wir die Polizeistation auf dem Gipfel des Berges am Abzweig nach Wadi Musa (Petra). Die Sonne hatte sich nun zur Nachtruhe verabschiedet und der Wind toste uns kälter denn je um die Ohren. Die anwesenden Polizisten waren offenkundig nicht von ihrem Kollegen informiert worden und machten per googletranslator zudem schnell klar, dass wir keinesfalls in der Station übernachten könnten. Wir kamen daher zu dem Schluss, dass es der Streife in erster Linie darum gegangen war, uns aus ihrem Zuständigkeitsbereich zu komplementieren, was uns zwar wenig erfreute, aber dennoch ein nachvollziehbarer Akt gewesen war. Auf der Wache waren sie aber immerhin so freundlich uns hereinzubitten in ihre warme Stube, dort die Heizstrahler auf uns auszurichten und uns Tee und Äpfel zu reichen. Nach und nach füllte sich die Wache mit immer mehr Männern in Uniform und Zivil, einer ernstzunehmenden Aufgabe schien nur der Koch nachzugehen, der für alle Abendessen zubereitete. Rauchend erklärte man uns zu versuchen ein Auto der Touristenpolizei aus Petra zu rufen, was uns dort zu einem Hotel unserer Wahl bringen würde. Die Stunden verstrichen während mehr und mehr Polizisten das kleine Gebäude fluteten und wir das inzwischen einsetzende Schneetreiben auf dem Überwachungsmonitor beobachten konnten.

Die Polizisten waren uns sehr wohl wohlgesonnen und freundlich und luden uns zum gemeinsamen Abendessen ein, dass für uns aus Reis bestand, da wir das dazu servierte Hühnchen mit einer erfundenen Allergie ablehnten. Schließlich wurde Julia ein Smartphone in die Hand gedrückt aus dem heraus uns erklärt wurde, dass wir nicht in der Polizeistation übernachten, aber diese auch nicht mehr alleine verlassen durften und dass wir aus Petra nur Unterstützung in Form eines kostenpflichtigen Taxis erwarten könnten. Wir lehnten ab, was in der Wache erneute langwierige Telefonate nach sich zog. Unsere mehrfachen Bitten in der Station oder der angrenzenden Moschee übernachten zu dürfen und auch unsere Andeutungen einer eventuellen privaten Unterbringung wurden abgewiesen oder überhört.

Schließlich kam gegen 22:30 Uhr doch noch ein Pickup der Touristenpolizei vorgefahren und wir mussten nun im finsteren eisigen Schneetreiben unsere beiden Räder so auf der Ladefläche einfädeln, dass sie hoffentlich schadenfrei die 40 km weite Fahrt überleben würden. Nach Auffassung der Gesetzeshüter war das schnell gelungen, aber Tilmann war ganz und gar nicht zufrieden und begann den Ladevorgang erneut bis der zur Wache gehörende Trupp entnervt und ohne rechten Abschied wieder in der kleinen Hütte verschwand. Der Fahrer hingegen lobte die fachmännische Ladungssicherung und es konnte los gehen.

Die Fahrt war ein Albtraum. Nebel und Schneetreiben waren so heftig, dass selbst der junge und sicher nicht grundsätzlich hasenfüßig mit dem Gaspedal auf Tuchfühlung gehende Fahrer dem Wagen lange Zeit nicht mehr als 10 km/h zumuten wollte. Die Fahrt zog sich also hin. Zudem zündeten sich Fahrer und Beifahrer abwechselnd eine Zigarette nach der anderen an während sie sich fortwährend angeregt auf arabisch unterhielten und eine Innentemperatur von 35 °C zu bevorzugen schienen. Als wäre es damit noch nicht genug, ging es in einem fort steil bergauf und bergab und um unzählige Kurven und als sich der Nebel lichtete verwandelte sich der Hasenfuß in einen Bleifuß, sodass beim Überwinden der vielen Geschwindigkeitsminderungshubbel unsere Köpfe an den Fahrzeughimmel stießen und unsere Herzen vor Sorge um unsere Räder in unsere Hosen rutschten.

Irgendwann hatten wir auch dieses Martyrium hinter uns gebracht und kamen weit nach Mitternacht an dem schmucklosen Hostel an. In der Lobby lümmelten drei Herren mittleren Alters in Lederjacken herum und nahmen tiefe Züge von ihren Zigaretten. Da unser Zimmer noch nicht fertig war, wollten sie mit uns einen Tee trinken, was wir leicht genervt ablehnten und stattdessen eine heiße Dusche im Badezimmer des Dorms nahmen. Die Dusche in unserem Badezimmer würde sich nicht schnell genug aufheizen, erklärte man uns. Das Zimmer war winzig, fensterlos und recht kühl während das Wasser tatsächlich so kalt war, dass man sich wunderte, dass keine Eiswürfel in das Waschbecken klirrten. Dennoch waren wir heilfroh als wir endlich das Licht löschen und uns die Decken in dem quietschenden Bett über unsere Köpfe ziehen konnten.

Jetzt waren wir also früher als geplant in Petra angekommen, dass wir nun erkunden wollten. Zunächst erkundeten wir aber zum Frühstück das Rooftop-Restaurant, das auf dem Hostel thronte und einen recht netten Blick über die Stadt bot, die sich an die Hügeln rund um klammerte. Dort oben war es freilich noch kälter als im Rest des Hauses und die aufgestellten Gasheizer hatten bald ihr letztes Gas verströmt.

Der Himmel blieb an diesem Tag bedeckt und der Wind pfiff unablässig durch die Täler und Schluchten der einstigen Hauptstadt der Nabatäer. Das machte den Erkundungsgang in dem riesigen Areal zwar ein wenig anstrengend, tat aber der Faszination, die dieser Ort verströmte keinen Abbruch. Als wäre die Felsenlandschaft nicht schon als solche spektakulär genug, sind dort nicht nur das berühmte Schatzhaus (Indiana Jones und der letzte Kreuzzug) und Kloster Ad Deir in das Sedimentgestein getrieben. Nein, in den weit verzweigten Canyons finden sich unzählige Tempel, Reliefs, Tiergestalten, Kammern und Höhlen, die zum weit überwiegenden Teil ebenfalls aus dem Stein herausgearbeitet wurden und sich lediglich wenige Bauwerke aus Steinen gemauert finden lassen. Von einer Art Hauptstraße, die sich tief zwischen den Felsen über fast 10 km zieht, gehen immer wieder Wege auf in den Fels geschlagenen Treppenstufen ab, über die man Plateaus und Gipfel erreicht von denen sich immer wieder neue und spektakuläre Blicke über das gesamte Tal bieten.

Petra verursacht zwiespältige Gefühle

Etwas verstörend bei dieser Entdeckungsreise war jedoch die Vielzahl der kleinen Tee-Hütten und Souvenir-Shops, in und an denen ortsansässige Beduinen versuchten den genervt an ihnen vorbei eilenden Touristen Tee, Kaffee, Schmuck oder Kopftücher anzudrehen. Die Zahl dieser Gewerbetreibenden und Besucher hielt sich in etwa die Waage. Manche spulten in dem Moment wie sich ihnen ein Reisender näherte ihre Standardsätze „Coffee, Tea, Water need?“ oder „Souvenir good price one Dinar“ ab wie ein Bewegungsmelder, der pflichtbewusst und zuverlässig das Licht einschaltet sobald er eine Bewegung wahrnimmt, verstummten aber sogleich wieder reglos wenn eine Reaktion – und das war die Regel – ausblieb. Andere hatten ein ausführlicheres Repertoire an Floskeln in ihr Kleinhirn einprogrammiert und spulten Wortketten von bis zu mehreren Minuten ab wenn ein potentieller Kunde ihren Wirkungsradius durchstreifte. Das klang dann in etwa so: „Hello my friend, look nice temple, good fire, need tea?, make foto, nice picture, watch stairs…“ Dabei war es überwiegend egal, ob man sich auf eine Interaktion einließ oder nicht, war der Reiz einmal ausgelöst, musste der ganze damit assoziierte Reaktionsmechanismus bis zum Ende abgespult werden. Wieder andere versuchten es mit noch merkwürdigeren Methoden. Einmal kamen wir mit einem ganzen Trupp an anderen Erkundern einen Weg herabgetrabt als plötzlich eine reichlich heruntergekommene Dame mittleren Alters aus ihrem Zelt sprang und mit reichlich Ärger erfüllter Stimme in unsere Richtung aber zu niemandem bestimmtes schrie: „I am waiting here. You have to buy!“ Viele der Männer erinnerten optisch an Jack Sparrow, wobei man hier fairerweise einräumen muss, dass sich wohl die Pirates of the Caribbean Macher am Styling der Beduinen orientiert haben dürften und nicht umgekehrt. Einige von ihnen verbrachten offenbar den Tag damit waghalsige Stunts auszuüben indem sie in langen Mänteln an Felsen herum kletterten, an Dächerkanten entlangtänzelten oder in Höchstgeschwindigkeit steile und unregelmäßige Treppen heruntersprangen. Erstaunlicherweise forderten sie hierfür weder Applaus noch Bezahlung ein und schienen diesem Treiben tatsächlich zur Freizeitbelustigung nachzugehen, wobei wohl offenbar 365 Tage des Jahres zur freien Verfügung standen. Natürlich gab es auch die obligatorischen Angebote für Esel-, Pferd- und Kamelritte. Seien noch die verwahrlost dreinblickenden männlichen Kinder und Jugendlichen zu erwähnen, die an manchen Aufstiegen zu besonders beliebten Aussichtspunkten herumlungerten und den leichtgläubigen Touristen einredeten, es sei verboten zu versuchen diese Passagen ohne einen kostenpflichtigen lokalen Guide zu meistern. Im Großen und Ganzen wirkte das Treiben der ansässigen Einheimischen recht bizarr und natürlich versuchten ihrer viel zu viele ein kleines Stück vom Kuchen zu ergattern. Von dem hohen Eintrittspreis, den Touristen für Petra zahlen müssen (ca. 40 Euro) schien jedoch nicht zu ihnen durchzusickern und eine sinnvolle Einbindung in den Tourismus rund um das Weltkulturerbe war nicht gelungen. Offensichtlich regelmäßig auch cannabisvernebelt schienen viele den Bezug zur Realität ein Stück weit oder bereits den ganzen Verstand verloren zu haben.

Dies verminderte die Faszination des Ortes allerdings kaum, sondern entwickelte stellenweise sogar durchaus seinen eigenen Unterhaltungswert, nur am berühmten Schatzhaus wollte man sich nicht wirklich lange aufhalten, weil man ununterbrochen angesprochen wurde eine kostenpflichtige Leistung wahrzunehmen. Der graue Himmel trübte das Erlebnis aber leider doch ein Stück weit im wahrsten Sinne, da in seinem fahlen Licht die spektakulären Farbspiele des Gesteins nicht in Gänze zur Geltung kamen. Daher entschieden wir am nächsten Tag einen weiteren Ausflug in das Tal zu wagen, da der Himmel aufgeklart war und sich endlich wieder die Sonne blicken ließ.

Wir machten ebenfalls ein paar nette Bekanntschaften, mit anderen Besuchern: So sprach uns am ersten Tag eine Deutsche an, die sich in einen einheimischen Pferde-Guide verliebt hatte und ihn nun das zweite mal besuchte, sich nur etwas darüber beklagte, dass sie nun jeden Abend mit ihm und seinen Cousins kiffen musste. Von einem deutschen Pärchen hatten wir erfahren, dass man sich mit einem Shuttlebus zu „Klein-Petra“ fahren lassen konnte, von wo aus man von der anderen Seite zum Kloster Ad Deir wandern konnte, das wir noch nicht gesehen hatten. Die Wanderung solle 2 Stunden dauern. Diese traten wir an unserem zweiten Petra-Tag an. Zu Beginn der Wanderung schloss sich uns ein tschechischer Backpacker namens Jan an, mit dem wir uns den ganzen Weg über angeregt unterhielten. Das angeregte Gespräch führte allerdings dazu, dass wir uns beim Finden des Weges mächtig verzettelten und bald ziemlich planlos durch Canyons und über Bergrücken stiegen. Wir waren auf diesem Weg schon 3 Stunden unterwegs, als wir ein erstes Hinweisschild zum Kloster entdecken konnten. Ein Dreadlocks tragender Beduine, den wir kurz darauf antrafen, erklärte uns, dass es noch eine Stunde bis zu unserem Ziel sei. Jan, der sein ganzes Gepäck mit sich trug, war nun mächtig in Eile, da er noch einen Bus vom Besucherzentrum erwischen musste, das wiederum vom Kloster mindestens eine weitere Stunde entfernt war.

Wieder einmal übertraf der Weg, den wir nun einschlugen alle bisher auf uns eingeprasselten Landschaftseindrücke und wir kamen aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Am Rande eine Bergkette konnten wir über die Weite Ebene des Jordans blicken und Israel sehen, wurden von den Jordanien allerdings darauf hingewiesen, dass dies nicht Israel sondern Palästina sein. Jan musste sich dann nach Ankunft am Kloster, um welches herum Schilder Wege zum „Best view in the world“ und „The end of the world“ wiesen, nach einem kurzen Imbiss schnell verabschieden. Kurze Zeit später traten auch wir den Rückweg an und gerieten zurück auf der Hauptstraße noch in eine groß angelegte Übung des Katastrophenschutzes. Während die Touristen aufgehalten wurden, um die Übungen nicht zu behindern, durften die ortsansässigen Beduinen auf ihren Maultieren ungehindert passieren, was besonders bei den Halbstarken ein massives Anschwellen des Brustkorbes zur Folge hatte.

Petra ist zweifelsohne ein absolutes touristisches Highlight von Weltrang, dessen Besuch auch uns nachhaltig beeindruckt hat. Dennoch haben wir inzwischen das Gefühl, etwas abgestumpft zu sein, nachdem wir auf unserer Reise bereits so viele Highlights wie das Tal der Neretva, Kappadokien, das Kloster Sümela, Ushguli und Hegra erleben durften. Für uns sind touristische Highlights schon lange nicht mehr Sinn und Zweck der Reise, wir genießen mehr schöne Landschaften, die wir mit dem Fahrrad durchfahren können.

Im Hostel hatten wir uns aufgrund des schlechten Preis- Leistungsverhältnis unseres Zimmers übrigens dazu entschieden in den ohnehin leeren Dorm umzuziehen. Als wir abends dort ankamen war dieser jedoch plötzlich fast auf die letzte Schlafkoje ausgebucht. Wie es heute leider recht üblich ist, hielten es die anderen Reisenden nicht für notwendig, einen entgegengebrachten Gruß zu erwidern. Nach 10 kam dann noch eine Gruppe junger Spanier hinzu, die sich in ausufernder Rücksichtslosigkeit lautstark zu unterhalten bevorzugte, bis sich wütend einige Köpfe, so auch Tilmanns aus den Kojen streckten.

Immerhin hatten sich die Hostelbetreiber bei unserer Rechnung vertan. Sie berechneten für unser Einzelzimmer einen höheren Preis, als eigentlich vereinbart und wollten auch für den Dorm einen höheren Preis, als in den Online-Portalen angegeben. Allerdings hatten sie übersehen, dass wir insgesamt drei Nächte dort verbracht hatten und nicht bloß zwei. Tilmann sah daher von einer Beschwerde ab. Bei unserem kurzen Gespräch kurz nach unserer Ankunft, hatten die jungen Hostel-Betreiber erklärt, dass es in Jordanien ausschließlich Arbeit im Tourismus gebe, der lange nicht genug Arbeitsplätze vorhält.

Das Wetter in den Bergen war immer noch bitter kalt. Der zweite Tag in Petra hatte mit seinem Sonnenschein tatsächlich eine Ausnahme dargestellt. Am Tag unserer Weiterfahrt war es wieder grau, kalt und windig. Für das Tote Meer und Haifa war Regen vorausgesagt, für Amman Regen und 6 °C und für die dazwischen liegenden Berge noch niedrigere Temperaturen. Wir hatten uns in den vergangenen Tagen deshalb dazu entscheiden den Rückweg ans Rote Meer anzutreten und erst einmal wieder Kurs auf Aqaba zu nehmen, das wir vor 5 Tagen verlassen hatten. Unsere Entscheidung wurde bestärkt, durch unsere Unsicherheit, ob es derzeit angemessen sei, das Westjordanland zu durchfahren. Der zu diesem Zeitpunkt wieder aufflammende Konflikt zwischen palästinensischen Attentätern und israelischen Streitkräften hatte zu einer Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ins Westjordanland geführt.

Wir fuhren nun also zunächst den Weg zurück, den wir 3 Tage zuvor des nachts im Polizeiauto gekommen waren. Zwar boten sich immer wieder wunderschöne Ausblicke auf das Petra-Tal und die Berge, aber es ging überwiegend steil bergauf und der kalte Wind wurde nahezu unerträglich. Selbst die dicken Winterhandschuhe von Rose konnten das einfrieren der Finger nicht verhindern. Da der Desert-Highway, den wir auf der Hinfahrt bis zur Polizeistation gefahren waren, für sich schon nicht sonderlich spannend gewesen und zudem recht stark befahren gewesen war, wollten wir diesen nur sehr ungern zurück fahren. Wir entdeckten eine auf der Karte fast kaum auszumachende Verbindungsstraße zu dem parallel zur israelischen Grenze verlaufenden Highway 65, waren uns aber unsicher, ob diese wirklich gut zu befahren war. Zudem behaupteten die Routenplaner man müsse, um auf den Highway in Richtung Süden zu kommen, einen U-Turn von 40 km Umweg machen.

Eine der schönsten Etappen in Jordanien

An einem auf einer Bergkuppe gelegenen Souvenirshop, der mit „the best view in the world“ und einem Becher Gratis-Tee warb, versuchten wir daher eine Antwort auf die Befahrbarkeit dieser Straße zu erhalten. Wir kamen ungünstigerweise kurz nach einem Reisebus an dem Laden an, sodass wir erst einmal eine ganze Weile warten mussten, bis sich uns jemand annahm. Dann wurde unsere sehr konkrete Anfrage einfach überhört und immer wieder erklärt, dass wir nach Aqaba über den Desert Highway fahren sollten. Schließlich hörte man uns insoweit zu, dass verstanden wurde, dass wir diese unscheinbare Straße in Richtung israelische Grenze nehmen wollten. Natürlich wurde uns davon abgeraten, es handele sich um die gefährlichste Straße im ganzen Königreich. Ein Grund für diese kühne Behauptung wurde nicht geliefert, lediglich dass sie sehr steil aber tatsächlich asphaltiert sei. Die Notwendigkeit eines U-Turns schien uns nach Studium des Luftbildes eher unwahrscheinlich und so entschieden wir uns das überschaubare Wagnis einzugehen.

Tatsächlich sollte sich diese Etappe als die schönste in Jordanien herausstellen und bot uns genau das, was wir auf dieser Reise suchen: Spektakuläre Landschaften, die wir wunderbar mit dem Fahrrad durchfahren können, ohne von zu viel Verkehr gestört zu werden. Die steilen Abschnitte stellten für uns keine wirkliche Gefahr da, wir hatten schon Schlimmeres gesehen und sind durchaus in der Lage unsere Fahrräder sicher durch kurvenreiches Terrain zu fahren, allerdings konnte man am Fuße des Abhangs ein ausgebranntes Auto ausmachen. Gesäumt wurde die abwechslungsreiche Landschaft durch einige wenige echte Beduinen-Zelte, deren Bewohner überhaupt nicht darauf aus waren, uns etwas anzudrehen und allerhöchstens schüchtern grüßten. Kein Vergleich zu dem überdrehten Trubel, den man in Petra erleben konnte und sicherlich viel authentischer.

Gegen Abend entdeckten wir ein leerstehendes Haus, das wir nun für eine Nacht bezogen. Da wir nun über 1.000 Meter bergab gefahren waren, waren die Temperaturen auch wieder angenehmer geworden.

Den Highway durchs Wadi Araba erreichten wir am Morgen des 5. Februar und es stellte sich heraus, dass es eine kleine alte Straße war, die mittig und seitlich nicht abgesichert war und deshalb keinen U-Turn erforderte. Der Verkehr hielt sich in Grenzen und wäre nicht wieder der Wind von vorne gekommen, wäre alles perfekt gewesen. Trotzdem entschieden wir Jordanien noch heute zu verlassen, da uns die Stimmung nicht gefiel: Wir wollten nicht als Geldbeutel wahrgenommen werden. Wie um uns vom Gegenteil zu überzeugen, lud uns dann doch noch ein Jordanier auf einen Kaffee ein.

Den Grenzübergang erreichten wir am späten Nachmittag und sollten erst einige Stunden später realisieren, dass wir uns überaus naiv, blauäugig und ohne an alle Konsequenzen zu denken, nach Israel begaben und am nächsten Tag in einer anderen Welt erwachen sollten. Jedenfalls war der kleine Ausflug nach Jordanien überraschend schnell zu Ende!

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6 Gedanken zu “ein teilweise recht merkwürdiger ausflug 🇯🇴

  1. Ja, die Touristenpolizei….die muss darauf aufpassen, dass die Touristen keinen Sehenswürdigkeiten-Burnout bekommen.

    Schöne Bilder, toll auch die Unterwasserbilder, leider nur drei. Gab es nicht mehr zu sehen?

  2. So werdet Ihr denn eine Füllhorn an Erfahrungen und Eindrücke mitbringen, die euch bereichern, inshallah. Aber was hinterlasset Ihr eigentlich? Devisen ja wohl eher nicht. Immerhin auch keine Emissionen. Doch Euer Schweiß und die Tränen nützen den Leute nichts. Nun ist es nicht unmorilasch, eigennützig zu sein, solange es niemanden schadet. Gar manche Vagabund gewinnt aber hinzu, wenn er zum guten Leben der Begegnenden beiträgt.

    Hm vielleicht habt Ihr recht. Auch ich würde antiziepieren, dass die sich ja doch nur Goldkettchen und Zigaretten von den Devisen kaufen würden.

    1. Natürlich tragen wir mit unserer Art des Reisens nicht dazu bei, die aktuelle Situation der Menschen zu verbessern. Und wenn wir apartisch Tee verkaufende Kinder sehen, fragen wir uns auch, warum wir eigentlich so aufs Geld schauen. Andererseits helfen wir auch nicht wirklich, wenn wir touristische Angebote nutzen, die uns nicht interessieren oder aus unserer Sicht sogar schädlich sind (zum Beispiel Jeep-Touren). Wir wollen den Menschen nicht als Geldbeutel begegnen, sondern auf Augenhöhe. Oft ist das gelungen und dann nehmen beide Seiten etwas mit, zwar kein Geld, aber eben Erfahrungen. Mit unseren wenigen Devisen, die wir bereit sind zu geben, kann sich keiner aus der Armut befreien. Aber du hast Recht, Geld für einen Tee hätten wir wohl gehabt und dann hätte sich der Junge gefreut und sich nachher Zigaretten kaufen können, warum nicht 😉

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