wieder bergauf 🇹🇷

Tag 62 bis 64 (3.06. bis 5.06.23)
Distanz: 104 km (∑ 4.012 km)
Höchster Punkt: 910 m
Tiefster Punkt: 50 m
Rauf: 1.470 m
Runter: 610 m

Über die Autobahn ließen wir den Speckgürtel von Adapazarı schnell hinter uns und schickten uns an, die landwirtschaftlich geprägte Ebene zwischen dem Köroğlu-Gebirge im Süden, dem Elmacik-Massiv im Osten und dem Sakarya-Fluss im Westen und Norden zu durchqueren. Die ersten 30 km waren ohne jeden Reiz fürs Auge und zu unserem Leidwesen kam hinzu, dass hier vor allem Hühner in riesigen Ställen gehalten wurden, sodass unsere Nasen nur im negativen Sinne gereizt wurden. Bedauerlicherweise schienen auch die Menschen dort kaum besser als die Hühner zu leben, denn neben den Ställen standen einfache Behausungen – teilweise aus Container-Blech – umgeben von Beton- oder Kiesflächen. Ebenfalls konnten wir hier zum ersten Mal ein Lager von landwirtschaftlichen Saisonarbeiter*innen entdecken, das aus einfachen Hütten aus Plastik-Planen auf einer Wiese errichtet worden war. Auf den Ladeflächen von Lastern, die an uns vorbei zogen wurden die Bewohner*innen der provisorischen Behausungen zu ihren Arbeitsstätten gebracht. Da wir erst am frühen Nachmittag aus Adapazarı aufgebrochen waren, war unser Plan nicht mehr als ca. 40 km zu einem Campingplatz zu reisen.

Im Ort Kuzuluk konnten wir die wenig attraktive Ebene endlich verlassen und drangen in das Tal des Fluss Bolu vor, der die Köroğlu-Berge vom Elmacik-Massiv trennt. Wir wollten hier noch einmal einkaufen und da wir beabsichtigten am kommenden Tag einen Ruhetag einzulegen, sollte der Einkauf entsprechend üppig ausfallen. Das Warenangebot in den zwei Läden im Dorf war allerdings sehr bescheiden. Bisher gab es eigentlich in jedem Ort, egal welche Größe, mindestens zwei Läden, die sich gegenüberliegend mehr oder weniger das gleiche Angebot haben. Doch hier war außer Brot, Tomaten, Paprika, Melonen, Reis, Nudeln, Kekse und Softdrinks nichts für uns rauszuholen. Es blieb uns dennoch nichts anderes übrig als bei den jeweiligen Produkten kräftig zu zu langen und unsere Fahrräder entsprechend voll zu bepacken. Zur Feier des Tages gönnten wir uns sogar eine Melone, die für gewöhnlich einen für Radreisen reichlich ungeeigneten Proviant darstellt. Unser Einkaufen wurde unter intensiver Anteilnahme eines älteren Herren begleitet. Dieser wollte der schon ohne seine Inszenierung von unserer Erscheinung angelockten Dorfgemeinschaft seine kaum vorhandenen Englisch-Kenntnisse präsentieren und uns die besonderen türkischen Waren anbieten, dabei stand er uns im Wesentlichen im Weg rum.

Die türkische Gastfreundschaft ist für uns etwas zwiespältig: Oft wird man zum Tee eingeladen, bekommt eine Frucht oder eine Süßigkeit gereicht, wird angesprochen, wohin die Reise geht. Viele Türken (ja, meistens sind es Männer) winken uns zu, wenn wir vorbeifahren oder jemand springt aus seinem Auto, nur um uns eine Rose in die Hand zu drücken und verschwindet wieder. Doch wir haben es nun auch mehrmals erlebt, dass uns die Begeisterung zu übergriffig wurde: Wir werden auf der Straße angehalten, beim Kaffee-Trinken mit unverständlichem Deutsch vollgequasselt oder man stellt sich uns beim Einkaufen in den Weg, mit der Meinung, wir müssten auf jeden Fall auch Baklava mitnehmen, denn dass sei eine türkische Spezialität, die wir ja sicherlich noch nicht kennen. Wir werden uns diesem Thema in späteren Beiträgen noch ausführlicher widmen.

An diesem Abend suchten wir vergeblich einen bei Google-Maps eingetragenen Campingplatz – vermehrt passierte es jetzt, dass Standorte von Orten falsch eingetragen sind, dieser Campingplatz war schließlich auf der anderen Flussseite, eine Brücke weit entfernt. Immerhin hatte der Regen, der nach unserem Verlassen des Ladens in Kuzuluk eingesetzt hatte, dies derartig unambitioniert getan, dass ihm nach wenigen Tropfen wieder die Lust vergangen war uns weiteren Ärger zu bereiten. Wir fanden nur einen verlassenen Campingplatz und dann eine Piknik Alani (eine Art türkischer Biergarten) am Fluss. Dort fragten wir den Inhaber, ob wir im Garten vielleicht zelten könnten und hofften insgeheim, dass er dafür auch kein Geld haben wolle. Stattdessen wollte er 100 Lira (soviel hatten wir auf dem letzten richtigen Campingplatz bezahlt, was sicherlich bereits zu viel war), da es in dem Restaurant aber keine Dusche gab, schlugen wir stattdessen 50 Lira vor, in der Annahme, man könne sich in der Mitte treffen – doch zum zweiten Mal an diesem Tag (vgl. SPD-Schuhe aus dem letzten Beitrag) kam der Handel nicht zustande. Ein für den Wirt dolmetschender Gast meinte noch 50 Lira (ca. 3,10 EUR) sei ja nur eine Schachtel Zigaretten, was eine dreiste Lüge ist; man bekommt dafür zwei Schachteln.

So schlugen wir stattdessen unser Zelt ein paar Meter Flussaufwärts an einem Steilufer des Bolu auf. Ein paar Meter weiter gab es eine der unzähligen gefassten Quellen, an der wir uns waschen und mit Trinkwasser versorgen konnten. Im Vergleich zur Landschaft die wir die meiste Zeit des Tages über gesehen hatten, war dieser Ort wirklich idyllisch: Das Tal war inzwischen bereits relativ eng eingeschnitten und die Hänge dicht bewachsen. Die dichte Vegetation an von Ranken überwucherten Bäumen und Flechten, die in meterlangen Matten von den Zweigen herabhingen zeugten von der hohen Humidität der Region. Die Nähe zur Straße, der unebene Untergrund gepaart mit dichtem Bewuchs und drohender Regen ließen uns jedoch von dem Plan abrücken einen Ruhetag einzulegen. Daher schlüpften wir mit etwas mulmigem Gefühl in unsere Schlafsäcke, denn wir wussten, dass wir am nächsten Tag diese Berghänge erklimmen mussten.

Über Nacht hatte sich eine bräunliche Staubschicht auf Räder und Zelt gelegt. Da die Probe ergab, dass das Sediment zwischen den Zähnen knirschte, vermuteten wir einen mineralischen Ursprung. Da jedoch weit und breit kein Steinbruch zu entdecken war, nahmen wir an, dass dies Grüße aus der zentralanatolischen Wüste war, die wir jenseits der Berge vermuteten. Nun unser Plan war es jetzt erst einmal den vorgesehenen Ruhetag in einem Hotel in Mudurnu (863 m ü. M.) einzulegen. Dazu galt es – mit Zwischenanstieg – 1.200 Höhenmeter zu erklimmen. Direkt zu Beginn erwartete uns ein steiler Anstieg von etwa 12 %, der uns ohne warm gefahrene Beine besonders zu schaffen machte. Immerhin verhinderten dichte Nebelschwaden, die über den Haselnussplantagen hingen, das uns zusätzlich auch die Sonne bereits einheizte. Nach der ersten Abfahrt öffnete sich ein breites Tal durch das der Bolu mäanderte und es war zu erkennen, dass dieser zur Zeit bereits wenig Wasser führte. Vermutlich hätte unser Rastplatz der Vornacht einige Wochen zuvor nach der Schneeschmelze noch direkt am Wasser gelegen.

Wir folgten nun der gut ausgebauten und wenig befahrene Bundesstraße D-140, deren Steigung so minimal war, dass wir sie kaum wahrnahmen. Doch nach einer Weile zügigen Vorankommens verließen wir diese, da sie, als sich das Tal wieder verengte, für eine Strecke von ca. 15 km tatsächlich steiler, kurvenreicher und länger war, als die Nebenstraßen, die wir nun nutzten, um vorbei tiefer in das Köroğlu-Gebirge vorzudringen. Dörfer gab es nun nur noch vereinzelt (mal geprägt von hübschen Ferienhäusern, wahrscheinlich die Sommerresidenzen reicher Istanbuler, mal geprägt von ärmlichen und heruntergekommene Bauernhäuser) und daher auch kaum geeignete Rastplätze, dafür aber nach wie vor Brunnen, die uns mit Wasser versorgten. Einer dieser Brunnen war auf Google als Restaurant eingetragen inklusive falscher Fotos von Parkplätzen, Hochzeitsfeiern und Köfte-Platten, aber eben doch dem einen echten Foto des Brunnens. Noch immer war die Vegetation hier saftig grün und waldig, die Wolken schützten uns noch immer vor vorwitzigen Sonnenstrahlen.

Kurz vor dem Gipfel des zweiten Zwischenanstieges riss die Wolkendecke jedoch auf und so rasteten wir auf knapp 800 m Höhe in einer Art Bushaltestelle. Da wir aufgrund der Planänderung mit übermäßig viel Proviant ausgestattet waren, fütterten wir dort gerne einen Straßenhund mit fast einem ganzen Leib Brot, dass er Stück für Stück gekonnt aus der Luft schnappte. Der pelzige Vierbeiner schien ein patriotischer Ekmek-Somelièr zu sein, denn auf den Geschmack gekommen folgte er uns noch ein Stück bergauf aber nur bis zum Ortsausgangsschild.

Als wir im Anschluss wieder bergab unterwegs waren, konnten wir langsam eine Veränderung der Landschaft wahrnehmen. Nicht nur mangels schützender Wolkendecke wurde es nun trockener, das Pflanzenwachstum weniger und Nadelgehölze bestimmten zunehmend das Landschaftsbild. Zudem schälten sich zunehmend schroffe Felsen aus der roten Erde, der uns umgebenden Hänge.

Ab Kilometer 35 ging es dann in moderater Steigung stetig bergauf in Richtung unseres Tagesziels. Leider nahm auch die Anzahl der Hühner-Ställe wieder zu, wobei einige von ihnen aber verfallen und nicht mehr in Benutzung waren. Genau so verhielt es sich mit dem ersten Hotel, dass wir am Ortseingang rechts der Hauptstraße entdeckten. Es gehörte aber ohnehin nicht zu denen, die wir uns zuvor herausgesucht hatten uns so rollten wir in das Städtchen ein, dessen Architektur mit den mehrgeschossigen Holzhäusern (Konagis) unserem Empfinden nach gar nicht türkisch anmutete.

Wie wir während unseres Aufenthalts erfuhren, waren die Bewohner*innen dieses Ortes bis vor ein paar Jahren noch überwiegend bei einer großen Legebatterie beschäftigt, die mittlerweile aber pleite war. Um etwas gegen die hohe Arbeitslosigkeit zu tun, hatte die Region daraufhin versucht den Tourismus anzukurbeln. Tatsächlich steht Mudurnu seit 2015 auf der Vorschlagsliste der Weltkulturstätten, was uns trotz der recht interessanten Altstadt mit kleinen Gassen und Krämerladen, einer Moschee und einem Uhrturm jedoch ein wenig übertrieben erscheint. Nicht auszuschließen, dass Mudurnu ähnlich lange auf der Unesco-Liste versauert wie die Türkei auf der EU-Beitrittskandidaten-Liste.

Wir steuerten nun zunächst das erste Hotel an. Ein junger Bursche begrüßte uns vor dem Tor und wies uns mit einem Wort auf die Funktion dieses Gebäudes hin. Wir nickten und bestätigten mit „evet, tamam“, dass das genau unser Begehren war. Wir traten also gemeinsam in den Hof und der junge Kerl begann eifrig auf seinem Telefon herum zu tippen. Natürlich bediente er mangels Fremdsprachenkenntnisse den Google-Translator. Nach einer für unseren Geschmack deutlich zu langen Eingabezeit las uns eine Computerstimme die Frage: „What can I do for you?“ vor.

Das war ja nun wieder gar nicht nach Tilmanns Geschmack und er antwortete bereits leicht gereizt: „OTEL“. Immerhin verstand er das, brachte uns zur Rezeption, wahrscheinlich zu seinem Vater. Dieser nannte uns den Preis von 500 Lira (31,25 EUR) pro Nacht, was eigentlich nicht so recht unseren Vorstellungen entsprach, wenngleich uns Google-Maps diesbezüglich bereits vorgewarnt hatte.

Wir gingen wieder in den Hof zur Beratung und entschieden, das Zimmer zunächst inspizieren zu wollen. An unseren Freund gewandt zeigte Tilmann mit gespreiztem Mittel- und Zeigefinger auf seine Augen und fragte „görmek, oda?“ („sehen, Zimmer“?) und wies anschließend auf das Gebäude in dem sich offenkundig die Gasträume befinden mussten. Wieder musste erst der Google-Translator bemüht werden und als wir das eigentlich einfache aber gemütliche Zimmer in Augenschein nahmen störte uns eigentlich nur die niedrige Decke. Wieder draußen versuchte es Tilmann noch einmal, diesmal den gespreizten Mittel- und Zeigefinger vor sich in die Luft haltend: „iki geche fiyat?“ („zwei Nächte Preis?“), stieß aber erneut auf Unverständnis. Als in Reaktion erneut das Telefon gezückt wurde schüttelte Tilmann unwirsch den Kopf, atmete tief aus und eilte in die Rezeption und dort wurde die unbeholfen vorgetragene Frage auch sogleich verstanden. Immerhin ein Indiz dafür, dass er nicht zwangsläufig der größte Volltrottel dieser Szenerie war. Allerdings befriedigte uns die auf dem Taschenrechner eingetippte 1.000 nicht und so verabschiedeten wir uns mit gespielter Freundlichkeit.

Zu recht rügte Julia Tilmann im Anschluss und dieser nahm sich vor weiter an seinem Toleranzlevel zu arbeiten. Das zweite Hotel überzeugte mit seinen hohen tiefblauen Decken, dem prachtvollen Kronleuchter im Treppenhaus, dem aufgeweckten Personal (auch wenn hier ein Verzicht auf das Telefon nicht möglich war) und dem Umstand, dass wir hier schnell einen Preis von 1.200 anstatt 1.600 Lira inkl. Frühstück ausgehandelt hatten.

Dennoch wollten wir im Hinblick auf eine etwaige Preisoptimierung auch Hotel Nr. drei noch aufsuchen, bevor wir uns entschieden. Hier hätte der Preis nach einigem Hin- und Her zwar mit Halbpension wieder bei 1.000 Lira gelegen, jedoch schreckten uns erneut die niedrigen Decken ab. Zudem gab uns der Hausherr ungefragt eine Führung durch das zweihundert Jahre alte Haus, das zugleich Hotel und Museum sei, wie sein Smartphone auf seine Einwirken hin uns wiederholt auf Englisch betonte. Das sehr freundliche Ehepaar erweckte aber leider den Eindruck gar nicht daran zu denken uns während unseres Ruhetage in Ruhe zu lassen und so entscheiden wir uns diametral entgegen unseres ursprünglichen Plans tatsächlich für das teuerste Angebot.

Da wir und zwei türkische Wandermänner die einzigen Gäste waren, hatten wir ein ganzes Stockwerk in dieser etwas bizarren Villa für uns. Eigentlich sind wir u.a. aufgrund unserer bevorzugten Ernährungsweise keine Fans von Hotel-Frühstücks, dieses hatte sich entgegen unseren Erwartungen jedoch mehr als gelohnt. Der nun nicht mehr ganz so ausgeschlafene Kellner brachte immer weitere Teller mit geschmortem Gemüse, gebratenen Kartoffeln, Oliven, Gurken, Tomaten scharfen Pasten, Honig und Marmelade und dann auch noch kleine Zigarren-Börek. Den Vormittag konnten wir in dem schattigen Innenhof unserer Villa verbringen, widmeten uns der Fahrradpflege und unserem Blog. Natürlich erregte die Fahrradpflege Aufsehen, denn es war ja nun wirklich nichts los im Hause Tekkeliler. Der Patron kommentierte unser Hantieren am Einstellrädchen für die Zugspannung des Schaltwerks und Reinigungsarbeiten an Kassette und Ritzel verbal und gestikulierend, was sicher sehr hilfreich gewesen wäre, wenn wir es denn verstanden hätten.

Am Nachmittag erkundeten wir noch die Umgebung, schauten uns Mudurnu von oben an und schlenderten durch die Gassen der Altstadt. Dabei wurden wir zu einem Melonen-Essen der ansässigen Händler eingeladen, zu dem wegen der Sprachhürde noch eilig eine junge Deutschlehrerin gerufen wurde, die übersetzte und nachdem sich die Runde auflöste noch ein wenig mit uns plauderte. Dabei kamen wir auch auf das berühmt berüchtigte Bauprojekt „Burj al Babas“ zu sprechen, das etwa 4 km außerhalb der Stadt lag und dass wir zufällig unter dem Namen „Creep-Castle“ auf komoot entdeckt hatten. Hier schaltete sich noch einmal ein Blechwaren-Händler ein, der uns erklären ließ vom deutschen Fernsehen zu der Siedlung interviewt worden zu sein. Tatsächlich präsentierte er uns nach einigem Herumgedrücke auf seinem Telefon dann einen Galileo-Beitrag in dem er erklärte, dass er von so einer großen Siedlung nichts hielte, da sie keinen angemessenen Tourismus für den kleinen Ort Mudurnu bedeute. Als wir uns Abends einen weiteren Bericht ansahen, wurde ein anderer Bewohner interviewt, den wir auch schon bei unserer Hotelsuche kennengelernt hatten. Die Bewohner*innen von Mudurnu sind also alles andere als begeistert von diesem Bauprojekt, was für sie spricht. Vor ein paar Jahren hatte ein Investor auf der grünen Wiese hunderte im Design an das Disney-Schloss angelehnte Villen, enger gedrängt als Reihenhäuser in einer deutschen Vorstadt, errichten lassen, um diese an arabische Touristen zu verkaufen, die die Gegend in den Sommermonaten wegen des milden Klimas schätzten. Da sich keine Käufer finden sollten, wurde das Projekt bereits vor einigen Jahren wieder aufgegeben, sodass die Rohbauten nun Reih an Reih im Dornröschen-Schlaf vor sich hin verwittern.

Diese groteske Szenerie wollten wir uns nun unbedingt noch live ansehen, denn die bereits gesehenen Bilder versprachen einen atemberaubend schaurigen Anblick. Wir wussten mittlerweile natürlich was uns erwartet, aber diese Absurdität mit eigenen Augen zu sehen, war wirklich sureal. Mangels unserer Vermögens diese Katastrophe mit Worten umfassend zu beschreiben, sagen Bilder hier einfach mehr. Deshalb verweisen wir auf unsere Aufnahmen und den verlinkten Bericht. Bedauerlicherweise sind gescheiterte Bauprojekte dieser Art kein Einzelfall in der Türkei, wie wir lasen. Und tatsächlich hatten wir bereits am Vortag auf dem Weg durch die Provinz Bolu eine ähnliche, wenngleich längst nicht so monströse verlassene Baustelle an einem Berghang über der Straße entdeckt. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb wäre diese Vergewaltigung der Landschaft ein geeignetes Argument für die Anwärterschaft Mudurnus auf den Welterbe-Status.

Der Tourismus wurde damit in Mudurnu zumindest bisher nicht angekurbelt und auch in der Stadt trafen wir keine Touristen. Auf internationales Publikum ist man sowieso nicht wirklich eingestellt, denn keiner kann Englisch, nicht einmal die 10 wichtigsten Worte im Gastgewerbe. Allerdings haben wir versäumt in Erfahrung zu bringen, ob Arabisch hier ggf. die gängige Fremdsprache ist, was hätte es uns auch genützt, wallah! So ist der Google-Translator mittlerweile auch unsere häufigst benutzte App. Uns gefiel der Aufenthalt in Mudurnu jedenfalls sehr gut und wir wünschen dem Ort, dass sich dort ein angemessener Tourismus weiterentwickelt und die alten Häuser nicht dem Verfall überlassen werden.

12 Gedanken zu “wieder bergauf 🇹🇷

  1. erstens kriegt man endlich mal gängige Touristen Fotos zu sehen und zweitens müsste diese kappadokisch inspirierte Anlage doch eine wunderbare Filmkulisse welchen Inhalts auch immer abgeben

    1. Filmkulisse stimmt, trifft aber auf soviele Orte hier zu…
      Immerhin ist in Burj Al Babas schon einmal ein schlechtes Musikvideo zu einem mittelprächtigen Song gedreht worden:

      Wir bleiben bei unserem Eindruck der Neuschwanstein Inspiration.

  2. Also dieses bescheuerte Bauprojekt sieht echt unfassbar Scheiße aus. Ansonsten schöne Landschaften und schöne Bilder.

  3. Hello dear, it is not close to your route, but it is maybe an option o see Ihlara Valley which is a township in Aksaray Province, Central Anatolia, Turkey.

    Also in case, I just checked you can travel with the Kamil Koc bus company with your bicycles. The price is 9 euro.

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