Donau adé 🇦🇹🇸🇰

Tag 8 bis 13 (10.04. bis 13.04.22)
Distanz: 430 km (∑
1.055 km)
Höchster Punkt: 370 m
Tiefster Punkt: 180 m
Rauf: 2.590 m
Runter: 2.740 m

Es war einmal vor langer Zeit (letzten Sonntag), als wir von Passau weiter der Donau folgten und die Grenze ins Reich der Alpenrepublikaner*innen überschritten. Eine relativ überschaubare Etappe von gut 80 km brachte uns bis kurz vor Linz, nach Alkoven. Der Radweg war in einem unglaublich guten Zustand; schwarzes Eis verhalf uns zeitweise zu Höchstgeschwindigkeiten von fast 40 km/h! Eine Herberge fanden wir bei einem ehemaligen Arbeitskollegen von Tilmanns Bruder. Dort gefiel es uns so gut, dass wir spontan einen Ruhetag einlegten, bei dem es uns nicht weiter als in eine nahegelegene aber sehr idyllische Aue um einen Donau-Altarm verschlug.

Dann kitzelten uns jedoch wieder die Oberschenkel und weiter ging die Reise an der Donau entlang. Nach 120 Kilometern gegen den Wind schlugen wir unser Zelt neben der Schleuse bei Melk auf und kochten uns ein leckeres Essen mit frisch gesammeltem Bärlauch (wir arbeiten an unseren survival skills). Auch am nächsten Tag ließ der Wind nicht nach und trotz Sonnenschein und Aussicht auf die Alpen in der Ferner, gaben wir schließlich Mittags auf und beschlossen, auf die Nacht zu warten, in der Hoffnung, dass dann der Wind nachlassen würde. Wir machten es uns auf einer kleinen Insel in einem Donau-Altarm gemütlich und bereitetet uns – mit ausgiebigem Ausruhen – auf unseren ersten Bike-Night-Ride vor. Dieser begann gegen 21 Uhr am Abend und endete um 1 Uhr nachts ca. 15 km vor Wien, wo wir noch für vier Stunden unser Zelt in einem Strandbad aufschlugen, um dann in aller Herrgottsfrüh in Wien einzuradeln. Was gibt es gibt es über Wien noch zu sagen? Wir können da sicher kaum etwas Erhellendes beitragen, daher empfehlen wir die Lektüre von „Der Mann ohne Eigenschaften“ oder „Die Strudlhofstiege“.

Bei der Abreise aus Wien kam es zwar weder zu Platten, Speichenbrüchen oder Kettenrissen, doch war die Abfahrt nicht minder unerfreulich. Durch Tilmanns wenig gewissenhaftes Kartenstudium verließen wir den Park des Schloss Belvedere in der Absicht auf der rechten Donauseite Richtung Bratislava weiterzureisen. Ein katastrophaler Fehler: Nach Umwegen über den Wiener Flughafen, Passagen an der Autobahn und ermüdende Querungen von Agrarwüsten gegen den Wind (in Maria Ellend fühlten wir uns so elend, dass wir fast in den Zug zurück nach Wien steigen wollten!), erreichten wir auf dem Zahnfleisch gerade noch die uns rettende Fähre von Haslau über die Donau nach Orth, die uns zurück auf den Donauradweg brachte. (Siehe unseren Weg, vom Nachmachen wird für diesen Teil abgeraten!)

Ab der geglückten (wenn auch überteuerten) Überfahrt waren die letzten 40 km nach Bratislava nicht mehr als ein Bunnyhop. Hier gefällt es uns gut, auch wenn wir nicht die einzigen Touristen sind! Immerhin stehen unsere Fahrräder sicher verwahrt im Conference Room mit zwei weiteren Rädern und beraten sich über die neuesten Strömungen in der Anti-Gegenwind-Bewegung. Die Konferenz steckt noch in der Findungsphase.

Heute verlassen wir die Donau dann und biegen nun scharf Richtung Süden ab. Balkan, wir kommen!


So viel aus der Dichterfeder bis hierher. Der graue Alltag sieht natürlich deutlich trister aus. Auf unserem Dachboden wird es zwar immer wohnlicher, inzwischen haben wir die Poster durch Wandgemälde ersetzt:

Aber ansonsten bleibt uns neben Streaming (aktuelle Empfehlung: Severance, Staffel 1) nur das gelegentliche vor die Tür gehen, z.B. um etwas zu Essen zu besorgen. Um draußen nicht erkannt zu werden, müssen wir uns natürlich immer ein wenig tarnen, z.B. mit Sonnenbrille und Hut. Tilmann war Anfang der Woche bei Aldi (man muss natürlich inzwischen sparen) in der Ludwigstraße, das ist ohne Zwischenfälle gut gegangen.

Julia war allerdings heute beim Aldi in der Schützenhofstraße. Erst nachdem wir ihr Beweis-Selfie gemeinsam betrachteten, ist uns aufgefallen, dass Kristina und Matthias offenbar in diesem Moment die Treppe von der Coulinstraße herunter kamen. Anscheinend haben sie sich auch gefragt, ob das nicht Julia ist, die aufgrund ihrer unverkennbaren Frisur auch gut von hinten zu erkennen ist.

Apropos Frisur. Ihr habt sicher auf Instagram schon entdeckt, dass wir Julia dort eine neue Frisur (radikaler Kurzhaarschnitt wegen der Pflegeleichtigkeit) gimpen. Das ist relativ aufwändig, aber eben wie das obere Bild beweist wieder nur ein genialer Fake. Alles beim Alten:

7 Gedanken zu “Donau adé 🇦🇹🇸🇰

  1. Gut dass ihr letztes Jahr schon geübt habt wie Bärlauch NICHT aussieht. Das hat es jetzt sicher leichter gemacht.

  2. Schön, von euch zu lesen. Wir haben in den letzten 7 Tagen ähnlich viele Kilometer klimaschonend zurückgelegt (einmal Richtung Nordsee und zurück – allerdings per Zug) und zwischendurch kräftigen Wind erlebt. Hut ab vor eurer Leistung. Wenn ihr so schnell weiter fahrt, werdet ihr euch schon bald neue Ziele setzen müssen.

  3. Schade,dass ihr nicht wirklich unterwegs seid.
    Fehler-routen sind ganz normale. Hätte ohrnicht besser einbauen können..🥰

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