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ERFAHRUNGEN, TIPPS UND HINWEISE RUND UM EINE LANGZEIT-FAHRRADREISE



Wildcampen

Wildzelten ist (fast) überall erlaubt oder geduldet und kein Problem

Den Großteil der Übernachtungen auf unserer Fahrradreise verbringen wir im Zelt auf „Wildzeltplätzen“. In jedem Land, das wir bereist haben, haben wir wild gezeltet. Wir informieren uns trotzdem vorab, über die Gesetzeslage. In der Türkei beispielsweise ist es am Strand erlaubt, im Wald allerdings nicht, tatsächlich findet es aber jeder normal, wenn man irgendwo sein Zelt aufschlägt.

Dabei versuchen wir nicht unbedingt uns zu verstecken (in Deutschland haben wir das noch getan), wir versuchen nur etwas Privatsphäre zu bekommen.

Häufig sind geeignete Plätze für die Nacht gar nicht wild, sondern z.B. verlassene Gelände, wenig besuchte Picknick-Plätze, Ränder von Feldern oder nicht eingezäunte Kuhweiden. Teilweise fragen wir auch Menschen, ob wir auf ihrem Grund zelten können, häufig führt dies jedoch dazu, dass man ins Haus oder zumindest zu einem Essen eingeladen wird.

Bei der Mittagspause überlegen wir, wie weit wir an diesem Tag noch fahren wollen und informieren uns grob. Über die App IOverlander findet man Empfehlungen für Wildzeltplätze, diese sind jedoch häufig nur für Autofahrer geeignet und genügen deshalb anderen Ansprüchen, einige funktionieren aber auch für Radfahrer. Auch in den Karten der Karten-App maps.me sind manchmal Hinweise zu nicht offiziellen Campingplätzen hinterlegt. Die Satelliten-Ansicht von Googlemaps gibt außerdem einige Hinweise über das Gelände und kann so bei der Schlafplatzsuche hilfreich sein. Die meisten Plätze finden sich dann aber per Zufall.

Es gibt zwei gute Strategien, die wir beide nutzen: Entweder man hält am Nachmittag am ersten geeigneten Platz an, schlägt sein Lager dort auf und relaxed oder man fährt solange weiter bis es dämmert, dann ist man mit wesentlich mehr Plätzen zufrieden (z.B. bracht man dann keinen Schatten mehr).

In den meisten muslimischen Ländern besteht außerdem die Möglichkeit in der Moschee zu übernachten, was wir auch einige Mal genutzt haben. In vielen Ländern (z.B. Iran, Saudi Arabien, Oman) sind öffentlich Parks zudem eine gute Anlaufstelle. Einerseits ist es in den trockenen und heißen Ländern des mittleren Ostens oft nicht so leicht einen geeigneten Platz zu finden, andererseits sind in Parks regelmäßig ein Wasseranschluss und Toiletten vorhanden.

Habt ihr Fragen zu dem Thema? Dann schreibt uns gerne an, am besten an appidappi@posteo.de

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Visa

Viele Visa sind mittlerweile sehr leicht und schnell zu bekommen

Auf unserer Fahrrad-Reise haben wir (nur) für folgende Länder Visa beantragen müssen (denn mit einem deutschen Reisepass stehen einem glücklicherweise viele Grenzen ohne Visa offen):

Iran:

Das Iran-Visum war auf unserer Reise das komplizierteste, allerdings lief auch das rückblickend betrachtet sehr reibungslos, der Prozess wird nur nicht transparent erklärt. Deshalb hier unsere Erfahrungen und Empfehlungen:

1. Online Visa-Antrag ausfüllen auf evisa.mfa.ir

– Hier wird ein Reiseplan und eine Adresse im Iran gefordert. Wir haben dazu einen ganz groben Plan gemacht, mit 5 Stationen, jeweils Hotels rausgesucht und die Adresse aufgeschrieben. Wir haben kein Hotel vorab gebucht.

– Zu diesem Zeitpunkt muss man sich entschieden haben, bei welchem Konsulat man das Visum abholen will und dies im Online-Antrag angeben. Wir empfehlen Trabzon in der Türkei! Unten dazu mehr.

2. Warten: Das kann von 1 Tag bis zu 2 Wochen dauern, dann kommt eine E-Mail des Konsulats, bei dem das Visum beantragt wurde. Im besten Fall steht darin, dass das Visum genehmigt wurde und abgeholt werden kann. Bei uns war das der Fall. (Sollte eine Ablehnung kommen, empfehlen wir, es einfach noch einmal zu probieren, entweder bei einem anderen Konsulat oder mit einer Visa-Agentur.)

3. Zum gewählten Konsulat gehen, Visum bezahlen und mitnehmen.

Zur Wahl des Konsulats ein paar Hinweise:

Mit dem Visum kann man ab der Ausstellung innerhalb der nächsten 90 Tage einreisen. Man muss das Visum also an einem Ort beantragen von dem aus man in 90 Tagen mit dem Fahrrad im Iran sein wird. Viele Radreisende haben ihr Visum in Tbilissi oder Yerevan beantragt, scheinbar lief es nirgendwo so einfach wie in Trabzon. Deswegen unserer ganz heißer Tipp: Beantragt in Trabzon! Wir haben nach nur einem Tag die E-Mail bekommen, dass unser Visum genehmigt ist. Wir haben die maximale Zeit von 45 Tagen Aufenthalt bekommen und mussten die normale Gebühr von 50 Euro zahlen (beides ist nicht selbstverständlich). Ebenfalls mussten wir nicht über eine Visa-Agentur das Visum beantragen, was bei vielen anderen Konsulaten verlangt wurde und zusätzlich 20 Euro kostet.

– Verlängerung Iran Visa: Das Visum für den Iran kann dann im Iran verlängert werden (u.a. in Teheran, Isfahan, Shiraz, Bandar Abbas auf dem jeweiligen Immigrations-Amt), allerdings erst wenige Tage bevor es abläuft. Wir haben das letztendlich nicht gemacht, da wir es in 42 Tagen durch den Iran geschafft hatten (ausschließlich fahrradfahrend!)

Krankenversicherung: Der Iran gibt an, dass zur Einreise eine Auslandskrankenversicherung erforderlich ist, die auch den Iran abdeckt. Dies wurde bei uns niemals kontrolliert. Wir haben aber eine (siehe Versicherung) und haben uns von unserer Versicherung ebenfalls ein Schreiben geben lassen, dass in Englisch bestätigt, dass diese Versicherung auch den Iran abdeckt.

Oman:

Online-Visa-Verfahren über evisa.rop.gov.om, Zeitaufwand ca. 15 Minuten, Kosten 50 Euro, wird sofort ausgestellt, muss dann noch ausgedruckt werden. Single-Entry-Visa für einen Monat, die Verlängerung kostet ebenfalls 50 Euro.

Saudi Arabien:

Online-Visa-Verfahren über visa.visitsaudi.com, Zeitaufwand ca. 15 Minuten, Kosten 150 Euro (einschließlich Versicherung), wird sofort ausgestellt, muss dann noch ausgedruckt werden. Das Visum berechtigt zur mehrfachen Einreise innerhalb eines Jahres bei einer maximalen Gesamtaufenthaltszeit von 90 Tagen.

Sudan:

Wir sind tatsächlich daran gescheitert von Saudi-Arabien aus ein Visum für den Sudan zu beantragen bzw. haben irgendwann entnervt aufgegeben. Von Ägypten aus hörten wir allerdings, dass es viel einfacher geht. Ein eVisa gibt es nicht. Zunächst sagte man uns im Konsulat in Jeddah, dass man nur als Resident in Saudi Arabien ein Visum beantragen kann. Nach Verhandlungen kamen wir erst auf eine Woche, dann auf 16 Tage und schließlich auf einen Monat. Das Problem ist jedoch, dass zwingend eine „Permission“ des Innenministeriums erwirkt werden muss, was nur durch ein sudanesisches Unternehmen möglich ist. Für diesen Service verlangten die kontaktierten Reisebüros 250 bis 300 Euro und das Visum sollte noch einmal 150 Euro kosten. Wir hatten auch einen Kontakt zu einem sudanesischen Unternehmer der vorgab uns diese „Permission“ kostenlos zu besorgen, aber die Kommunikation war sehr schleppend. Da wir ohnehin entschieden hatten aufgrund der Schikane durch die Polizei keine Lust auf eine Radtour durch Ägypten zu haben, stellten wir unsere Bemühungen ein. Kontakte können wir bei Bedarf dennoch gerne zur Verfügung stellen. In jedem Fall sollte man sich, zumindest für den Fall einer Einreise aus Saudi Arabien, sehr frühzeitig bemühen.

Weitere Länder:

Bei allen anderen Ländern konnten wir einfach mit unserem Reisepass einreisen. Auch unsere Covid-Impfungen wurden nicht kontrolliert und kein PCR-Test war erforderlich (dies kann sich natürlich jederzeit ändern.) Allerdings gibt es auch in anderen Länder begrenzte Aufenthaltszeiten, die zu beachten sind. Beispielsweise darf man sich in Georgien 1 Jahr aufhalten, in der Türkei allerdings nur 90 Tage.

Wenn man Richtung Osten reist, findet man gute Informationen zu Visa-Verfahren und persönliche Erfahrungen im Caravanista-Forum

Habt ihr Fragen zu dem Thema? Dann schreibt uns gerne an, am besten an appidappi@posteo.de

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Versorgung

Wasser

Wie versorgt man sich mit Wasser bei einer Fahrradweltreise?

In vielen Ländern, die wir mit dem Fahrrad bereist haben, ist das Leitungswasser trinkbar. In größeren Städten wird dieses allerdings häufig gechlort, dann haben wir Trinkwasser gekauft. In vielen Ländern ist außerdem Trinkwasser leicht verfügbar. In der Türkei kann man an den Waschhäusern der Moscheen Wasser holen, außerdem gibt es in den Bergen viele Quellen, die zum Trinken geeignet sind. In dünnbesiedelten Gebieten haben wir uns vorab informiert bzw. genug Wasser mitgenommen. In seltenen Fällen haben wir auch Autos angehalten und nach Wasser gefragt.

Informationen über Trinkwasser-Stellen sind in maps.me und IOverlander hinterlegt, allerdings gibt es häufig mehr Möglichkeiten, als dort zu finden sind.

Wir haben an jedem Fahrrad jeweils eine Trinkflasche mit 1 Liter und eine Reserveflasche mit 1,5 Liter Wasser. Diese füllen wir morgens bei erster Gelegenheit komplett auf und zapfen über Tag häufig nach. Gegen Abend füllen wir wieder alle unseren Flaschen, plus unseren Wassersack mit ca. 7 Liter (max. 10 l) auf. Dieses nutzen wir zum Kochen, Waschen, Spülen und als Trinkwasser für den nächsten Morgen.

Wir haben seit Dubai einen Wasserfilter, obwohl wir bisher ohne auskamen. In Riyadh haben wir ihn erstmalig zur Reinigung des Leitungswassers genutzt, um ein bisschen weniger Plastikmüll zu produzieren, an dem das Land ohnehin schon erstickt.

Lebensmittel

Bekommt man überall genug zu essen, wenn man mit dem Fahrrad auf Weltreise ist?

Nur äußerst selten hatten wir Probleme mit der Lebensmittelversorgung während unserer Fahrradreise. Wenn wir in dünnbesiedeltem Gebiet unterwegs sind, informieren wir uns vorab über googlemaps, ob dort Läden zu finden sind und nehmen ggf. etwas mehr mit. Natürlich ist auch nicht jeder Laden bei googlemaps hinterlegt. Letztendlich gilt, dass überall dort, wo Straßen und Häuser sind, auch etwas zu essen zu finden ist. Teilweise haben wir aber nur Läden vorgefunden, in denen es nur Kekse zu kaufen gab oder nur die Möglichkeit bestand in ein Restaurant zu gehen (beides war in Georgien der Fall). Notnahrung dabei zu haben ist nie verkehrt, auch für den Fall, dass man aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr weiterfahren kann. Ansonsten gilt es, flexibel zu bleiben und das zu essen, was eben verfügbar ist. Für uns, die wir eigentlich vegan essen, war dies nicht immer einfach, deshalb haben wir uns während der Reise etwas umgestellt: Wir versuchen immer noch hauptsächlich vegan zu essen, essen aber vegetarisch, wenn die Alternativen ansonsten zu einseitig werden. Auf Fleisch verzichten wir weiterhin, was aus unserer Sicht gut funktioniert, nur für viele unserer Gastgeber äußerst suspekt war.

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Routenplanung

Wie plane ich eine Fahrrad-Weltreise?

Dienste

Für die Routenplanung unserer Fahrradreise nutzen wir verschiedene Apps. Zunächst haben wir hauptsächlich mit komoot geplant. Wir nutzen ebenfalls maps.me, sowie googlemaps. Nur in Kombination dieser drei Dienste erhalten wir alle Informationen, die wir möchten. Leider muss man feststellen, dass alle Apps so ihre Probleme mit sich bringen und keine auch nur in die Nähe davon kommt rundum zufrieden zu stellen.

Komoot ist aus unserer Sicht am praktischsten, um eine eigene Route zu planen. Dies erfordert aber Zugriff auf Internet. Außerdem bietet komoot die beste Übersicht über die Höhenmeter. Allerdings waren diese Informationen im Oman beispielsweise nie richtig, das liegt allerdings nicht an komoot, sondern an dem hinterlegten Kartenmaterial (Open Street Map). Ein großer Nachteil von komoot ist, dass dieser Dienst versucht Hauptstraßen zu vermeiden. Das machte in europäischen Ländern noch Sinn und war hilfreich, führte uns aber bereits in Albanien auf unfahrbare Pisten und war spätestens ab Armenien nur noch als schlechter Scherz zu verstehen. Denn in vielen Gebieten sind nur die Hauptstraßen ernsthaft fahrbar, selbst ohne Gepäck und mit einem Mountainbike wären viele, der von komoot vorgeschlagenen Wege nicht passierbar. Umgehen kann man dies jedoch, wenn man bei komoot einstellt, die Tour mit dem Rennrad zu fahren, anstelle mit dem Tourenrad. Komoot verweigert außerdem eine Route über die Autobahn zu planen, dabei ist es in vielen Ländern nicht verboten mit dem Fahrrad auf der Autobahnen zu fahren und auch gar kein Problem bzw. gibt es häufig auch gar keine Alternative. Bei komoot ist ebenfalls hinterlegt, welchen Untergrund die Fahrbahn hat, das stimmt zwar nicht immer, aber doch meistens. Grundsätzlich kann man feststellen, dass komoot desto weniger hilfreich war, je mehr wir uns von Europa entfernten. Was ein weiteres großes Manko dieser App ist, ist dass sie sich leider ebenfalls als soziales Netzwerk missversteht, was einige wirklich nervige Features mit sich bringt. So ist man beispielsweise nach jeder Navigation gezwungen die zurückgelegte Route abzuspeichern (um sie mit anderen Nutzern zu teilen), auch wenn man gerade einmal versehentlich für 50 Meter die Navigation gestartet hat. Absurd ist auch der Umstand, dass zu den durch die Community eintragbaren „Highlights“ keinerlei redaktionelle Bearbeitung erfolgt. So kommt es vor, dass die „Highlights“ „Hagia Sofia“ und „nice bridge over a small river“ gleichberechtigt in bestimmten Zoom-Stufen auf dem jeweiligen Kartenausschnitt (z.B. die ganze Türkei) erscheinen. Die App ist außerdem nur in der Basisversion kostenlos und zusätzliche Funktionen unverhältnismäßig teuer.

Maps.me bietet den großen Vorteil, dass ganze Länderkarten kostenlos und offline gespeichert werden können und so auch eine Route ohne Internet planbar ist. Allerdings werden auch hier häufig krude (nicht existierende) Wege vorgeschlagen, um Hauptstraßen zu vermeiden und ebenfalls wie bei komoot verweigert eine Route auf der Autobahn zu planen. Allerdings bietet dieser Kartendienst auch die Möglichkeit die Route per Auto zu planen, was natürlich die Fahrt auf der Autobahn mit einschließt. Die Höhenmeter bildet maps.me jedoch nur bei der Planung mit Fahrrad ab und noch dazu sehr unübersichtlich. Ein weiteres Plus von maps.me ist, dass dort einige Stellen mit Trinkwasser (Tropfen-Symbol) sowie ein paar wenige gute Wildzeltplätze hinterlegt sind, was ab und an ganz hilfreich ist.

Googlemaps nutzen wir schließlich noch, um mehr Informationen zur Umgebung zu bekommen (z.B. Supermärkte, sonstige Läden, Hotels, touristische Highlights), außerdem hilft die Satelliten-Ansicht dabei, mögliche Schlafplätze zu identifizieren (siehe Wildcampen).

Vorgehen

Den ersten Teil unserer Fahrradreise bis Istanbul haben wir noch zuhause geplant. In Istanbul wollten wir dann unsere Route für die nächsten Wochen planen, haben aber bei der Weiterfahrt schnell gemerkt, dass wir uns gar nicht so weit im Voraus festlegen wollen und haben deshalb nur kurze Etappen vorgeplant. Spätestens ab Georgien haben wir nur noch eine grobe Vorstellung, wo wir hinwollen und planen maximal die nächsten 300 Kilometer.

Um herauszufinden, wo wir überhaupt hinwollen, informieren wir uns über touristische Attraktionen, lesen in Blogs anderer Reisenden oder auf Instagram und versuchen dann eine für uns gut fahrbare Strecke zu finden.

Unsere Priorität liegt dabei darauf, durch schöne/interessante Landschaften zu fahren, Straßen mit viel Verkehr zu meiden, hauptsächlich befestigte Straßen zu nehmen, Bergetappen mit Bedacht zu wählen. Leider ist schwierig vorher herauszufinden, auf welchen Straßen viel Verkehr ist, manchmal entscheiden wir uns also auch spontan um, wenn dies möglich ist. Natürlich fahren wir auch auf Gravel-Roads, allerdings nur, wenn wir uns davon versprechen, starken Verkehr zu umgehen, große Umwege zu vermeiden und interessante Strecken zu finden. Wenn die unbefestigte Straße parallel zur Hauptstraße verläuft, fahren wir auf jeden Fall Hauptstraße. Bergetappen sind häufig sehr schön und spektakulär, aber nach tagelangem bergauf, ist dann auch mal wieder eine flache Strecke angemessen, deswegen suchen wir nach einer guten Mischung.

Navigation

Während der Fahrt navigieren wir mit unseren Handys, die wir am Lenker angebracht haben. Wir laden dafür die geplante koomot-Route runter, um sie offline nutzen zu können (nicht nur wichtig, um den Datenverbrauch, sondern auch den Stromverbrauch zu schonen) oder navigieren in seltenen Fällen mit maps.me, wenn wir einmal spontan umplanen. Wir navigieren nur mit einem Handy, um Strom zu sparen. Allerdings gilt das inzwischen schon lange nicht mehr grundsätzlich. Denn in Ländern wir Saudi Arabien bedarf es aufgrund der wenigen Alternativen eigentlich keiner Navigation unterwegs. Hier bleibt ohnehin oft nichts anderes übrig als den Beschilderungen der Hauptstraße zu folgen. Allerdings tracken wir mit komoot unsere gefahrene Strecke.

Habt ihr Fragen zu dem Thema? Dann schreibt uns gerne an, am besten an appidappi@posteo.de

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Krankenversicherung

Welche Krankenversicherung für eine Weltreise?

Vor unserer Weltreise mit dem Fahrrad haben wir unsere deutsche gesetzliche Krankenversicherung gekündigt (wir halten keine Anwartschaft aufrecht). Nach einer Änderung des Sozialgesetzbuches 2007 sind die Krankenversicherungen dazu verpflichtet jeden Deutschen nach einem Auslandsaufenthalt wieder zu versichern. Eigentlich wollten wir uns zunächst gar nicht krankenversichern lassen, haben nach längerem Überlegen aber doch eine Langzeit-Auslandkrankenversicherung bei der Hanse Merkur abgeschlossen. Diese schneidet bei einschlägigen Testportalen gut ab und wird auch von den Verbraucherzentralen regelmäßig empfohlen. Sie deckt z.B. auch Covid-Erkrankungen ab und einen Rücktransport im äußersten Notfall.

Einige Länder (z.B. Iran) erwarten, dass man eine Auslandskrankenversicherung vorweisen kann. Deshalb ist es auch wichtig, den Versicherungs-Nachweis in Englisch und mit Aufzählung aller Länder (der Hinweis „worldwide“ ist nicht ausreichend), in denen die Versicherung gilt, dabei zu haben. Allerdings hat bisher niemand dies bei uns überprüft.

Bisher mussten wir nur einmal einen Arzt aufsuchen: Nach einem Sturz in den Arabischen Emiraten ließ Tilmann sich das Handgelenk röntgen. Das Krankenhaus hat keine Kosten erhoben, da es sich um eine Notfall-Behandlung handelte.

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Waschen/Hygiene

Wie oft duscht man sich bei einer Fahrradweltreise?

Der längste Zeitraum in dem wir uns während unserer Fahrradreise nicht gewaschen haben, war drei Tage in Armenien im Gegham Gebirge. Dort hatten wir einfach zu wenig Wasser und mussten dies zum Trinken nutzen. Im Iran kam es auch vor, dass wir uns 2 Tage nicht wuschen, da wir keinen Ort fanden, an dem wir unbeobachtet waren. Normalerweise waschen wir uns jeden Tag mit Wasser und einem Waschlappen, manchmal ist das nur eine Katzenwäsche, wenn wir aber genug Wasser haben, duschen wir uns auch mit dem Wassersack ab. Natürlich freuen wir uns über eine richtige Duschen, wenn wir auf einem Campingplatz oder in einem Hotel sind. Es ergeben sich aber auch weitere Möglichkeiten zu Duschen: In Privathäusern oder Moscheen beispielsweise. Im Iran wurden wir häufig eingeladen. In der muslimischen Welt bieten öffentliche Toiletten, die eigentlich immer an Moscheen oder auch an Parks zu finden sind, mit entsprechendem Wasser-Schlauch die Möglichkeit sich einmal abzuduschen. Außerdem bieten Wasserfall, Flüsse, Seen oder Wadi-Pools die schönsten Gelegenheiten sich zu waschen. Wir hatten ein gutes halbes Jahr auch eine 20 Liter Solardusche mit. Da wir diese aber nur drei oder vier mal einsetzten und das Wasser trotzdem nie wirklich warm wurde, haben wir sie im Iran verschenkt.

Unsere Wäsche waschen wir bei jedem etwas längerem Aufenthalt in der Maschine, dann wird alles einmal durchgewaschen. Teilweise verlangen Hostels dafür gar nicht so wenig Geld. Wir haben häufig versucht, diesen Preis wegzuverhandeln, was teilweise gelang. Wenn es keine Waschmaschine gibt, waschen wir mit der Hand und auch zwischendrin waschen wir mal an einem öffentlichen Wasserhahn ein Hemd aus. Irgendwie gelingt es jedenfalls immer, dass wir halbwegs saubere Kleidung haben.

Unser Geschirr waschen wir jedesmal nach Benutzung mit dem mitgeführten Wasser. Wenn wir eine Pause einlegen, wird es auch mal ordentlich geschrubbt. Die Trinkflaschen reinigen wir in regelmäßigen Abständen mit kochendem Wasser und Backpulver.

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In der islamischen Welt gibt es viele Möglichkeiten sich in öffentlichen Einrichtungen zu waschen.

Mobile Daten und Telefonieren

Sim-Karte für Weltreise

In Ländern, in denen wir uns länger als 2 Wochen aufhalten, haben wir uns (mindestens eine) Sim-Karte besorgt. In vielen Ländern ist das billiger als in Deutschland. Meistens bekommt man diese direkt an der Grenze, manchmal muss man bis in die nächste größere Stadt fahren. Häufig werden Tarife für Touristen angeboten oder ein Paket für einen Monat, das man dann auch noch einmal verlängern oder aufstocken kann. Wir haben uns nicht lange damit aufgehalten, die günstigste Variante zu finden, sondern meistens das genommen, was wir auf die Schnelle finden konnten.

Regelmäßig kann man mit diesen Sim-Karten nicht ins Ausland telefonieren. Gleichzeitig ist es in der Arabischen Welt regelmäßig nicht möglich über WhatsApp zu telefonieren, da es geblockt ist. In Saudi Arabien kann man aber beispielsweise über Signal telefonieren. Natürlich gibt es Apps mit denen man per Voice-over-IP ins weltweite Telefonnetz telefonieren kann. Wir haben Yolla dafür benutzt. Das hat funktioniert, vielleicht gibt es auch preiswertere oder komfortablere Apps.

Wir benutzen keine World-Sim-Card.

Um unsere deutsche Handy-Nummer behalten zu können (wichtig, wenn man bei Messenger-Diensten mit der deutschen Nummer bleiben möchte), aber keine monatlichen Gebühren zahlen zu müssen, haben wir noch in Deutschland eine kostenlose Prepaid-Karte bei Vodafone besorgt.

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Impfung

Welche Impfungen braucht man für eine Weltreise?

!!Achtung! Dieser Absatz behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient weder der vollumfänglichen Information noch wird dadurch die Beratung durch einen Arzt ersetzt!!

Vor unserer Weltreise mit dem Fahrrad haben wir uns gegen folgendes impfen lassen:

– Covid

– Hepertitis A und B

– Tollwut

– Gelbfieber

– FSME (wird von Zecken übertragen)

Abgesehen von der Covid-Impfung, war keine Impfung obligatorisch für die Ländern, die wir bereisten. Auch die Covid-Impfung wurde nur in Kroatien kontrolliert.

Wir hatten uns für Tollwut entschieden, da wir damit gerechnet hatten, von Hunden angegriffen zu werden. Tatsächlich begegneten wir einigen aggressiven Hunden, wurden aber niemals gebissen.

Gelbfieber haben wir nur geimpft, weil wir dachten eventuell noch nach Afrika zu reisen. Dort wird für die Einreise in einige Länder diese Impfung verlangt. Musste man diese Impfung früher alle 10 Jahre auffrischen, gilt inzwischen eine einmalige Impfung als ausreichend.

Letztendlich ist Impfen eine sehr individuelle Entscheidung und hängt vom Gesundheitszustand und dem Sicherheitsbedürfnis ab. Wir haben uns eher für die Schmalspur-Variante entschieden. Bisher sind wir gesund geblieben (bis auf leichte Erkältungen).

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Geld/Ausgaben

Was kostet eine Fahrradweltreise?

Kurze Antwort: In den ersten elf Monaten haben wir im Schnitt 14,25 € pro Tag und Person ausgegeben.
Diese Hausnummer beinhaltet auch Ersatzteile, neue Kleidung und Ausrüstungsgegenstände. Nur die Auslandskrankenversicherung (ca. 60 bis 70 € pro Monat haben wir hierbei nicht berücksichtigt.)

Da wir selten etwas für Übernachtungen bezahlen, kaum auf andere Verkehrsmittel zurückgreifen und meistens selbst kochen, reisen wir sehr günstig. Trotzdem gönnen wir uns auch immer mal wieder etwas: ein gepflegtes Hotel, Essen gehen oder z.B. auch einen Kino-Besuch. Auch Sehenswürdigkeiten kosten teilweise Geld, dies schlägt aber marginal zu Buche. Als größere Ausgaben müssen Visa und Ersatzteile für Fahrrad und Equipment eingeplant werden. Je nach Land unterscheiden sich unsere Ausgaben. Mit unseren 14,25 € pro Tag und Person liegen wir also etwas unterhalb der gängigen 20 € Marke, die viele anvisieren. Zu zweit mag das ein wenig einfacher sein die Preise zu drücken, denn bekanntlich sind Doppelzimmer im Hotel regelmäßig nur unwesentlich teurer als Einzelzimmer.

Wie zahlt man auf einer Langzeit-Radreise?

Wir haben jeweils eine Kreditkarte und eine EC-Karte dabei. Für Abheben und Einkaufen mit der Karte fallen teilweise Gebühren an. Dies vorher herauszufinden, hat nicht immer geklappt. Teilweise erhebt unsere Bank eine Gebühr und dann noch die ausländische Bank, bei der wir abgehoben haben. Welche Gebühr beim Einkauf anfällt, haben wir in jedem Land einmal ausgetestet und dann entschieden, ob es besser ist, mit Karte oder bar zu zahlen. Wir führen außerdem einiges Bargeld in Euro mit, das wir tauschen können. Auch an Wechselstuben werden unterschiedliche Gebühren erhoben und es lohnt sich zu vergleichen (wenn man die Möglichkeit hat).

An vielen Grenzen findet man erst einmal Bankautomaten, Wechselstuben und Sim-Karten-Verkäufer. Allerdings auch nicht überall. Manchmal muss man bis in die nächste größere Stadt fahren.

Für den Iran muss man alles, was man an Geld braucht mitführen, da dort kein Abheben und keine Kartenzahlung möglich ist. Der Iran ist aufgrund von Sanktionen vom internationalen Zahlungssystem SWIFT ausgeschlossen. Wechselstuben sind auch nicht überall zu finden, dafür kann beispielsweise beim Juwelier oder auf dem Schwarzmarkt (=Männer, die auf dem Gehweg den Geldwechsel anbieten und in jeder größeren Stadt mit Durchfragen zu finden sind) getauscht werden.

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Unser Ziel

Siehe Weg

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