in der arktis wird es ernst 🇳🇴

Das Nordkapp per Fahrrad zu erreichen erweist sich als unerwartet große Herausforderung – #tilmannontour

Tag 456 bis 459 (2.07. bis 5.07.23)
Distanz: 420 km (∑ 24.878 km)
Höchster Punkt: 340 m
Tiefster Punkt: 20 m
Rauf: 4.160 m
Runter: 4.100 m

Hat sich das gelohnt? Die Sicht liegt deutlich unter 50 Metern, ein eiskalter Wind peitscht über die Klippen, alles ist längst feucht, wie die Wolken selbst in denen ich stehe. Bleibt nicht viel übrig als den Rest des Tages im Tourismuskomplex abzuhängen und das WiFi auszusaugen. Hin und wieder mal ein Blick nach draußen, da, ein Sonnenstrahl. Na ja, nicht wirklich, eher ein heller Streifen am Horizont. Aber schon ist die Weltkugel wieder vom Nebel eingehüllt. Hat es sich also gelohnt? Wie hatte es Sven ausgedrückt, den ich in Lettland getroffen hatte? „Für den Flex lohnt es sich bestimmt.“

Doch zunächst zurück zu Tag 456 der Reise: An jenem Morgen gammelte ich lange genug im Zelt rum, sodass das bisschen Regen abgetrocknet war, als ich herauskroch. Die Nebenstraße hatte ihren Eindruck bestätigt und war innerhalb der letzten 7 Stunden nicht genutzt worden.

Der kleine Supermarkt hatte allerdings noch nicht geöffnet und so wollte ich schon einmal zur Grenze fahren, um das obligatorische Tschüss und Hallo Fotoshooting abzuhaken. Herrje, musste das denn tatsächlich so steil runter bzw. rauf gehen zum Grenzfluss Inarijoki Siehe an, da es sich zwar um keine Schengengrenze, aber um eine EU-Außengrenze handelte, gab es zwar keine Kontrolle, dafür aber ein Büro, um zu verzollende Ware anzumelden.

Jetzt hatte auch der Laden geöffnet und wie ich demnächst feststellen sollte, hatte sich diese kurze Tal-und-Bergfahrt aber sowas von gelohnt. Mein Gott war das teure Finnland ein Ramschparadies im Gegensatz zu Norwegen! Schließlich bekam ich sogar noch einmal kostenlos meine Benzinflasche von einem Vater-und-Sohn-Gespann mit Beiwagenmotorrad aufgefüllt.

Nun aber ab nach Norwegen und was soll man sagen? Es dauerte nur wenige Kilometer bis die Landschaft sich von der finnischen 1.400 km Monotonie in wahrhaft spektakuläre Bergpanoramen wandelte. Vollkommen überwältigt von diesem Szenario vergaß ich glatt ein entsprechendes Beweisfoto zu schießen, zumal es gerade so schön zügig bergab ging.

Das Wetter sollte allerdings nicht mitspielen und zum allseits bekannten Gegenwind mischte sich bald ein Dauerregen, den zu ignorieren nicht lange glückte. Hinter dem ersten norwegischen Ort Karasjok fand ich dann zum Glück eine offene Jägerhütte, frisch hingezimmert, gleich neben einem Schießplatz und hermetisch verschließbar. Ein idealer Ort um den Regen auszusitzen, der am Nachmittag durchgezogen sein sollte.

Also packte ich gleich den Schlafsack aus, um ein paar versäumte Runden Schlaf der vergangenen Tage nachzuholen. Gegen 13 Uhr wurde ich jedoch jäh aus meinen Träumen gerissen, als draußen Schüsse die Stille zerrissen. Grundsätzlich war das kein Grund zur Beunruhigung, schließlich stand die Hütte ja am Rande eines Schießstandes. Erstens nervte das Knallen allerdings ziemlich, zweites bestand so oder so kein großes Interesse daran hier, wie ein Obdachloser, der man nun einmal war, ertappt zu werden und außerdem hatte es ohnehin inzwischen aufgehört zu regnen.

Daher rasch alles zusammen gepackt und wieder aufs Rad. Dieser Aufbruch war allerdings gleichermaßen blauäugig wie überstürzt, denn es dauerte nicht lange, bis es wieder kräftig regnete doch ich hatte keine Regensachen angelegt. Im Nullkommanichts war ich nass bis auf die Knochen und nirgendwo gab es irgendeine Gelegenheit sich kurz unterzustellen. Erst als die intensivste Phase des Wolkenbruchs bereits abgeklungen war, fand ich eine Hütte an deren Wand ich mich zumindest im Luv befand und so mühsam eine Notgaderobe anlegen konnte. Nach ein paar weiteren Kilometern Nieselregen klarte es auf und im selben Moment tauchte eine derzeit offenbar unbesuchte Sommerhütte auf, auf deren überdachter Veranda eine bequeme Bank stand und deren Schuppen offen stand und sich durchaus als Nachtlager geeignet hätte. Aber jetzt, wo es aufgehört hatte zu regnen, könnte man ja auch noch weiterfahren, je nördlicher man kam, desto weniger spielte die Tageszeit ja eine Rolle und so spät war es natürlich auch noch gar nicht.

Natürlich dauerte es nach dem erneuten Aufbruch nicht lange bis der nächste Schauer über der Finnmark hereinbrach, aber wenigstens war ich diesmal schlau genug gewesen die Regenkleidung nicht in einem Anflug unangebrachten Optimus abzustreifen.

Irgendwann war auch dieses Unwetter ausgestanden aber inzwischen bestand mit zunehmender Intensität der Wunsch es für heute gut sein zu lassen. Das ging aber aus zweierlei Gründen zunächst nicht: Erstens galt es ein Dach zu finden, unter dem man für die Nacht Zuflucht zu finden gedachte, ein solches kam aber nicht und noch zwingender: Ich befand mich nun im einem militärischen Sperrgebiet, in dem ausnahmsweise das Jedermannsrecht eingeschränkt war.

Kurz hinter dessen Grenze ließ sich aber auf der Karte eine Art Sportplatz ausmachen, was natürlich Grund zur Hoffnung gab, dort irgendein Dach zu finden unter das das treue Edwin passte.

Es handelte sich erneut um einen Schießplatz (irgendwo muss der norwegische Biathlon-Erfolg ja seine Wurzeln haben), der allerdings zur vorgerückten Stunde gute Chancen bot, heute nicht mehr besucht zu werden. Und so war es auch, genau wie er unter dem gigantischen Balkon des Vereinshauses einen sehr geeigneten Zeltplatz bot.

Ja, diese Chance galt es nun anzunehmen, auch wenn mit gut 82 km Fortschritt die Chance vergeben sein mochte, schon morgen das Nordkapp zu erreichen (was aber auch bei selbst weiteren 40 km noch hinreichend unrealistisch gewesen wäre, wie die kommenden zwei Tage zeigen sollten, man beachte den Titel.)

Schon wieder erschien ein Regenbogen am Himmel, als der nächste Nieselregen einsetzte und eine Maus sich geräuschvoll daran machte die Mülltüte zu zerlegen.

Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf im Westen wird sie niedergehen, im Norden kurz überm Horizont stehen, muss dieser berühmte deutsche Merkreim für den Bereich des Planeten zwischen Nordpol und Nordpolarkreis umgedichtet werden. Wobei das natürlich nur, je nachdem wo man ihn genau aufsagen möchte, für einen Tag des Sommers bis den ganzen Sommer gilt. Wie auch immer war die Sonne über Nacht über den Norden in den Osten gewandert und strahlte nun bereits gegen 5 Uhr mit einer derart hohen Intensität auf das tapfere kleine Edwin, dass an Weiterschlafen nicht mehr recht zu denken war. Also was half es, aufstehen, frühstücken, packen und los.

Jetzt war es nicht mehr weit bis ins Städtchen Lakselv, das ohne Regen aber bei eher kühlen Temperaturen schnell erreicht war. Zwar reichten die Vorräte noch, dennoch steuerte ich den nächsten bzw. einzigen Supermarkt an, um an dem auch in Norwegen üblichen Waschbecken neben dem Pfandrückgabeautomaten die Wassertransportbehältnisse zu befüllen. Noch bevor ich den Laden betrat, wurde ich jedoch von einem anderen Radfahrer eingeholt und gefragt, ob ich eine Dusche vertragen könne. Wer diesen Blog aufmerksam verfolgt, der weiß dass, wir uns die iranische Gepflogenheiten des Taarof alles andere als angeeignet haben, sodass wir jedes sinnvolle Angebot aber sowas von direkt annehmen. Der Radfahrer bat mich nur einen Augenblick zu warten, er müsse noch etwas einkaufen. Es handelte sich dabei um 8 Uhr morgens um eine Palette Dosenbier, die er zusammen mit seinem Kumpel in dem verrauchten Bungalow auch sogleich begann zu vernichten, während ich mich der wohltuenden Reinigungskraft der Dusche anvertraute.

Danach wollten die beiden Saufkumpanen mich nicht gleich entlassen, sondern mir noch das ein oder andere mit auf den Weg geben. Zunächst solle ich mir gewahr sein, dass ich mich bald in die Arktis begebe. Bis Olderfjord (noch ca. 60 km) sei ja alles noch harmlos. Ab dort jedoch beginne der harte Teil und falls das Wetter nicht mitspiele, könne ich mich in Lebensgefahr begeben. Es solle schon vorgekommen sein, dass Radfahrer*innen auf dem Weg von Olderfjord ans Nordkapp bei einem plötzlich auftretenden Blizzard erfroren seien. Sofern Nordwind vorherrsche, solle ich keinesfalls weiterfahren und stattdessen auf einem Campingplatz den Wetterumschwung abwarten. Sein Kumpel hingegen versprach mir freien Räucherlachs in einem Restaurant in 50 km. Beide hielten sich jedoch gegenseitig für Dummschwätzer und gaben sich gegenseitig Nackenschellen. Schließlich schärften sie mir noch ein, dass man in Norwegen aus jedem fließenden Gewässer trinken könne, aus jedem! Ihr Leitungswasser war dennoch natürlich das Beste des gesamten Landes, eine Einschätzung die wir schon zuvor in anderen Ländern gehört hatten und auch später noch hören sollten. Für ein gemeinsames Selfie stand der Einladende nicht zur Verfügung, steckte mir aber noch ein Dosenbier zu, als ich es schließlich schaffte, mich loszureißen und in Richtung Porsangerfjord aufzubrechen.

Dort lagen bei Ebbe Rentiere im Watt, die sich dabei von unzähligen Wohnmobilbewohnern beobachten lassen mussten.

Jedenfalls begann die Landschaft nun endgültig richtig spektakulär zu werden, als blühende, von weißen Rentieren durchstreifte Wiesen, vor tiefblauem Wasser zwischen den Felswänden des Fjords vorbei flogen. Wobei die Fluggeschwindigkeit über Land bei weitem nicht so hoch war, wie es aufgrund des an den Ohren vorbei rauschenden Gegenwindes schien.

Schließlich war Olderfjord erreicht und damit der letzte Lebensmittelladen bis Honningsvåg auf Magerøya, der Insel auf der das Nordkapp liegt. Vielleicht sollte man für einen etwaigen dramatischen Wetterumschwung tatsächlich gerüstet sein und lebensmitteltechnisch lieber noch einmal aufrüsten. Nun ja, als dort für ein Kilo Zwiebeln der Preis von 7,5 Euro aufgerufen wurde, hoffte ich dann doch auf gutes Wetter und bessere Deals im Rema 1000 in Honningsvåg.

Als ob der Bier-Duschen-Dude aus Lakselv hellsehen könnte, wurde es kurz hinter Olderfjord tatsächlich zunehmend ungemütlich. Die Landschaft wurde auch bald karger bis alle Blütenpracht und schließlich auch alle Bäume verschwunden waren. Es wurde nun richtig kühl und die Sicht trübte sich, während sich die Feuchtigkeit getrieben vom Wind allmählich durch das Gewebe arbeitete.

Es war von Vorneherein nicht sehr realistisch gewesen an diesem Tag, wenn auch erst um Mitternacht, das Nordkapp zu erreichen und als es um 19 Uhr nach 120 km auf yr.no hieß, es würde ab 20 Uhr regnen, gab ich den Plan schließlich auf. Gerade war ich im Dörfchen Stranda gestrandet und fasste nun den Plan mich in eine Garage oder Bootshütte einzuzecken. Aufgrund des schlechten Wetters waren freilich nicht viele Menschen draußen unterwegs und so fuhr ich zum gefühlt letzten Haus des Ortes, wo tatsächlich jemand an seiner Hütte herumwerkelte. Ich versuchte es zunächst mit einem Angebot: „Do you need a helping hand?“ Nein, brauchte der ältere Herr nicht. Die Hütten seien alle belegt, da sei nichts zu machen. Drei Kilometer südlich sei der Abzweig nach Repvag, da gäbe es ein Gästehaus. Das hatte ich natürlich wahrgenommen, aber keine Lust gehabt 100 Euro für eine Koje im Dorm auszugeben und erklärte daher ich wolle unter keinen Umständen zurück fahren, jeden Zentimeter zum nicht mehr allzu fernen Ziel und letzten Meilenstein müsse man sich schließlich hart erarbeiten. „What can I do for you? You could maybe stay in the garage…“ „OK, cool, thanks!“

Die Garage war recht aufgeräumt, stank allerdings fürchterlich nach petrochemikalischen Erzeugnissen. Für eine Nacht würde man damit allerdings zurechtkommen, dachte ich, immer noch besser als bei Wind, Kälte und Regen zu zelten. Der unfreiwillige Gastgeber kramte sogar noch ein Feldbett hervor und überließ mich dann meinem Schicksal. Seine letzten Worte waren noch, dass er das Wasser aus dem Fluss bedenkenlos trinken könne, sie selbst tränken es den ganzen Sommer über, wenn es nicht ihr Sommerhaus wäre auch das ganze Jahr. Das schlug natürlich in die schon bekannte Kerbe, allerdings überraschte es dennoch ein wenig, da es sich nicht um einen kleinen Gebirgsbach handelte, der gerade aus dem Fels sprudelte, sondern um einen veritablen Fluss, der kurz vor der Mündung ins Nordmeer gerade eine Straßenbrücke unterquert hatte.

Natürlich war ich dankbar für die Gewährung dieses Unterschlupfs und da ich mich selbst aus reinem Vergnügen in diese Situation manövriert hatte, war das auch schon mehr als mir eigentlich zustand. Dennoch konnte ich mich des gedanklichen Vergleichs mit unseren Erfahrungen im Orient nicht erwehren. Da wäre in einer vergleichbaren Situation sicher zumindest noch ein Kaffee rausgesprungen, wenn der Gastgeber ein mittelloser südasiatischer Arbeitsimmigrant mit einem wirklich schlechten Tag gewesen wäre.

Der Ölgestank allerdings war dann doch so penetrant, dass ich das Garagentor die ganze Nacht geöffnet ließ und das Feldbett sogar an die Außenkannte rückte, gerade so dass ich nicht vom Regen behelligt wurde.

Um 8 Uhr morgens war der Regen vorbei und ich verließ mein Nachtlager, da das Haus noch dunkel und still darlag, ohne eine Verabschiedung. Auch wenn es nicht mehr regnete, war die Luftfeuchtigkeit so hoch, dass es fast keinen Unterschied machte, zumal der Wind noch nicht nachgelassen hatte. Das Naturerlebnis war dennoch von außergewöhnlicher Faszination und das Wetter passte natürlich auch viel besser ins Gesamtbild, war ich doch im Begriff heute den nördlichsten per Straße erreichbaren Punkt Europas zu erreichen.

Bald schon war wieder einiges los auf der Straße und zu den ganzen Wohnmobilen hatten sich inzwischen auch unzählige Motorräder gesellt. Ja, auch für Motorradfahrer*innen ist das Nordkapp offenbar ein Sehnsuchtsziel, ebenso wie für die zunehmende Zahl an Radfahrer*innen, die mir entgegen kamen. Radfahrer*innen sind ja nun auch nicht per se immer ganz großartige Menschen, aber immerhin ist ihre Art zu reisen doch um einiges weniger wack als es auf Menschen auf motorisierten Zweirädern zutrifft. Sorry, falls hier auch Motorradfreund*innen mitlesen (ich bezweifle es), aber an dieser Stelle ist mal ein vollkommen subjektives Bashing notwendig:

Zunächst einmal das offensichtliche: Motorräder sind ultra laut und damit die unsozialste Form des Reisens, schließlich gehen sie ja jedem oder jeder auf den Zeiger, der oder die nicht selbst gerade entsprechend unterwegs ist. Zweitens sind Motorräder ja um ein Vielfaches kleiner und leichter, können diesen Vorteil gegenüber dem Auto jedoch kaum in einem signifikant geringeren Treibstoffverbrauch gegenüber selbigem umsetzen. Wie schwach ist das bitte? Kommen wir von den Fremdschäden zu den Eigenschäden: Die alberne Schutzmontur wird zur kolossalen Belastung, sobald man von seinem Gefährt absteigt, indem sie die Bewegungsfreiheit massiv einschränkt und in aller Regel viel zu heiß ist. Dies immerhin räumen viele Anwender*innen selbst ein. Diese Einsicht erstreckt sich jedoch nicht auf den lächerlichen Anblick den derart bekleidete Reisende bilden, im Gegenteil erwecken sie den Eindruck in der Eigenwahrnehmung vom Gegenteil, nämlich dem Versprühen von Coolness und einer Abenteueraura auszugehen. Ja, die meisten Motorradreisenden scheinen sich allen Ernstes in Abgrenzung zu Vierrad-Reisenden für echte toughe Typen zu halten. Jetzt ist das Reisen auf Straßen, selbst wenn diese auch mal nicht asphaltiert sind, im 21. Jahrhundert eigentlich gleich mit welchem Fahrzeug, kaum geeignet ein echtes Abenteuer darzustellen, da die weltumspannenden Zivilisation dies zu verhindern weiß. Schon gar nicht aber ist es das mit einem motorisierten Fahrzeug, bei dem man sich aus jeder unbequem Situation (kein Wasser mehr, kein schönes Quartier, kein Regen-Unterstand…) mit einem einfachen Zug am Gashebel in wenigen Augenblicken befreien kann. Vor ein paar Tagen hatte mir ein Radreisender seine Freude darüber mitgeteilt, hin und wieder von Motorradfahrer*innen gegrüßt zu werden. Julia und mir war das schon spätestens seit Georgien auf die Nerven gegangen, da wir einzig und allein die Gemeinsamkeit der 2 Räder teilten und dies für uns kein hinreichender Grund für eine Fraternalisierung ist.

Ich war inzwischen jedenfalls am berühmt berüchtigten Nordkapptunnel angekommen, der unterhalb des Nordmeers vom norwegischen Festland auf die Insel Magerøya führt. Um unter das Meer zu gelangen, geht es erst mit 9% Gefälle 200 m bergab, nur um kurze Zeit später mit 9% Steigung wieder 200 m bergauf zu gehen. Das ganze spielt sich auf einer Länge von knapp 7 km ab.

Gestern schon hatte ich den brandneuen knapp 3 km langen Skarbergtunnel hinter mich gebracht, der jedoch mit weitaus weniger Steigung und Gefälle daher kommt und zudem über eine räumlich getrennte Radspur verfügt. Obwohl der Nordkapptunnel noch nicht einmal 25 Jahre alt ist und Magerøya schon damals ein beliebtes Ziel für Radreisende war, hat die norwegische Straßenbaubehörde leider darauf verzichtet auch für den Nordkapptunnel eine Radspur vorzusehen. Diese Passage ist also nicht sonderlich beliebt bei Radtourer*innen, was bis hierher bereits vielfach durch Erfahrungsberichte an mich herangetragen worden war.

Also Sturmhaube auf, Licht eingeschaltet, Jacke geschlossen, Warnweste übergezogen und dann rein in den Höllenschlund. Und ja, es fühlte sich wirklich an, wie die Fahrt im den Höllenschlund. Das starke Gefälle wollte mich im Nu auf Höchstgeschwindigkeit katapultieren und ich wusste nicht ob ich das zulassen sollte, um es schnellstmöglich hinter mir zu haben oder doch lieber die Bremsen auf Anschlag reißen sollte. Ständig sickerte Wasser aus den Tunnelwänden und Hitzewallungen durchströmten mich, wenn ich durch die sich über die Straße ergießenden Rinnsale schoss. Wenn ich jetzt ausrutschen sollte wäre es wohl aus. Die Beleuchtung war unerwartet schlecht, viel mehr machte mir jedoch das ohrenbetäubende Dröhnen der Belüftungsrotoren zu schaffen. Nicht war es einfach nur fürchterlich laut, auch hatte ich bei jedem Aufbranden den Eindruck, es würde von einem sich von hinten nähernden Lkw herrühren. Doch zum Glück kamen mir auf dem Weg nach unten nur einige wenige Fahrzeuge entgegen, überholt wurde ich jedoch von keinem. Am Grund angekommen war ich schon derart durch den Wind, das mein Hirn gar nicht mehr in der Lage war, zu verarbeiten ob es immer noch bergab, geradeaus oder bergauf ging. Der optische Eindruck war eine weiterhin leichte Neigung, das Tunnelprofil hatte jedoch eine Passage ohne Steigung oder Gefälle angezeigt, die aufzuwendende Kraft fühlte sich jedoch deutlich nach Steigung an.

Nicht allzu lang dauerte es dann bis tatsächlich der Abschnitt des wirklichen Aufstiegs erreicht war und ich erwog nun auf den schmalen Fußweg auszuweichen, da sich der Weg hinauf natürlich wesentlich länger gestalten würde, als der Weg hinab und ich zudem mit meiner Geschwindigkeit ein echtes Hindernis für LKWs, Autos und Wohnmobile darstellen würde. Allerdings erwies sich der Bürgersteig als so schmal, dass die sich beim Bergauffahren typischerweise einstellenden Schlangenlinien als einigermaßen risikoreich erwiesen. Zudem wurde der vielleicht 50 cm breite Weg in regelmäßigen Abständen auf vielleicht 30 cm verschmälert, immer wenn Gullideckel umbaut worden und entsprechend zu umfahren waren. Gleichzeitig frierend und schwitzend kämpfte ich mich also umdröhnt und nun regelmäßig überholt, Meter um Meter wieder unter dem Meer empor. Die Schilder verrieten mir: noch 3 km, noch 2 km, noch 1… nein, nicht noch 1 km, 10 % Steigung wurden für das letzte Stück noch einmal angezeigt. Hier wurde einem nun aber auch gar nichts erspart! Doch kurze Zeit später kam dann die verheißungsvolle Flamme Rouge und schließlich war es geschafft. Erleichtert näherte ich mich dem Licht am Ende des Tunnels, während die Steigung Stück für Stück nachließ, bis die Straße schließlich wieder in die Horizontale überging.

Direkt hinter dem nördlichen Tunnelportal gab es dankenswerterweise einen Rastplatz, dessen Nutzung ich mir meinte nun aber wirklich verdient zu haben. Ein deutsches Ehepaar im Camper wollte mir zunächst nur heißes Wasser anbieten, als ich jedoch den Instant-Kaffee auf dem Tisch stehen sah, war ich mit meiner verdorbenen Schnorrerattitüde natürlich nicht verzagt, vorzuschlagen statt nur heißem Wasser doch lieber gleich ein vollwertiges Heißgetränk auszugeben. Sie willigten ein.

Nach einer Weile kam aus Richtung Norden ein gigantisches Zweirad angerollt, dessen Vorne und Hinten lediglich anhand der Bewegungsrichtung auszumachen war, denn nichts erinnerte an den typischen Aufbau eines Fahrrades. Angelito aus Berlin war auf diesem Ungetüm eines umgebauten Postfahrrades unterwegs und sichtbar stolz auf seine Konstruktion. Mir erschien der umfangreiche genutzte Stauraum einmal mehr etwas übertrieben, zumal er sich nicht auf einer Weltumrundung, sondern „lediglich“ auf einem Trip zum Nordkapp und zurück befand. Dass er es mit Gefährt und Beladung durch den Tunnel geschafft hatte, war natürlich dennoch eine beachtliche Leistung. Er wollte jetzt jedenfalls 12 Stunden warten, bis er den Rückweg antrat, nachts sei schließlich so gut wie kein Verkehr.

Nur wenige Kilometer weiter, kurz vor Honningsvag, überraschte mich dann schon gleich der nächste Tunnel, von dem bisher nie die Rede gewesen war. Da ich beim Hineinfahren aufgrund der Kälte die Augen voller Tränen gehabt hatte, hatte ich doch glatt gedacht eine Länge von 400 m entziffert zu haben. Tatsächlich stellte ich bald meinen Irrtum fest, eine Null war der Tränenflüssigkeit zum Opfer gefallen. Auch hier fehlte ein Fahrradstreifen und auch hier kam das Profil nicht ohne Steigung und Gefälle aus. Dass niemand über diese Nervensäge sprach, lag wohl einzig und allein an dem dominanten Charakter seines großen Bruders, ansonsten hätte auch er großes Potenzial unter Radfahrer*innen moderaten Angst und Schrecken zu verbreiten.

Im Supermarkt Rema 1000 kam ich nun nicht mehr um den ersten Einkauf in Norwegen herum, wobei die Preise tatsächlich ein gutes Stück moderater waren als in der Olderfjorder Apotheke. Dennoch wollte weise gewählt werden, was denn ein akzeptables Preis-Leistungsverhältnis wäre und so fiel die Wahl unter anderem auf ein Kilo Möhren. Der Plan war damit, am 8ten und letzten Meilenstein vor dem Rückweg nach Deutschland, ein paar stinky noodlesoups aufzuwerten, weit musste ich den Sack ja nicht mehr schleppen.

Da hatte ich allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn nicht nur hatte sich komoot mal wieder einen Schabernack erlaubt, der darin bestand einen kaum als solchen auszumachenden Trampelpfad als Rennradstrecke auszuweisen. Das Resultat war ein um 17 km verlängertes Restprogramm! Unterschätzt hatte ich zudem das anspruchsvolle Profil, dass auf den letzten 30 km zu absolvieren war. Zunächst ging es einen steilen Berg 300 m hinauf und etwa ab der Hälfte steckte ich tief in einer dichten Wolkenschicht. Die Fernsicht lag bei etwa 20 m und die Luftfeuchtigkeit hatte endgültig 100 % erreicht. „So leicht kommst du mir nicht davon, Freundchen“, meldete sich der Nordwind auf dem Pass zurück, der offenbar gerade eine Imageberatung bei Väterchen Frost in Anspruch genommen hatte.

Auf dem Weg hinab tauchte ich noch einmal unter der Wolkendecke durch, nur um beim nächsten Aufstieg gleich wieder in ihr zu verschwinden. Der zweite Aufstieg war noch deutlich härter als der erste und ich musste mir eingestehen, dass ich diese Episode der Reise unterschätzt hatte. Natürlich war ich weit davon entfernt an meine Leistungsgrenze zu gelangen, aber die Kombination aus der strammen Tagesdurchschnittsleistung seit dem Aufbruch in Neu Planig, dem aktuellen Wetter und dem markanten Geländeprofil auf den letzten Kilometern, stellte zumindest eine ernstzunehmende Herausforderung dar. Und noch immer war ich nicht angekommen, noch einmal ging es ein Stück bergab und dann wieder hinauf, bis sich endlich ein Straßenschild mit der Aufschrift „Nordkapp“ aus dem Nebel schälte. Angekommen!

Doch wo eigentlich? Die Fernsicht hatte sich kein Stück verbessert und ich wusste wirklich nicht, wohin ich mich orientieren sollte. Da tauchte aus dem Nebel ein weiterer Radfahrer auf, der mich einige Kilometer zuvor überholt hatte. Ein Österreicher, der von Malmö aus aufgebrochen war, mit dem ich den Rest des Tages verbringen sollte. Wir fanden schließlich die berühmte Weltkugel und der 8. und letzte Meilenstein der Fahrradweltreise war erreicht. Auch wenn es an diesem Tag für mehr als ein paar Beweisfotos draußen kaum auszuhalten war, stellte sich die Frage eingangs gestellte Frage, ob sich dieser Tripp gelohnt hatte natürlich nicht wirklich. Zwar ist das Nordkapp weder der nördlichste Punkt Europas noch der nördlichste Punkt des europäischen Festlandes, da es schließlich auf einer Insel liegt. Noch nicht einmal auf Magerøya selbst ist es der nördlichste Punkt und es gibt natürlich noch viel nördlichere Inseln. Wie oben bereits erwähnt ist es (seit 1999) lediglich der nördlichste Punkt Europas, der über Straßen zu erreichen ist. So ergibt es Sinn, dort mit dem Fahrrad hin zu fahren, um sagen zu können, dass man es bis zu diesem Punkt aus eigener Kraft geschafft hat. Alle motorisierten Reisenden hingegen fallen, aus der arroganten Sicht eines Radreisenden, auf die geschickte Marketingstrategie des norwegischen Königshauses herein.

Diese hatte allerdings auch dazu geführt, dass hier ein geräumiges Besucherzentrum errichtet worden ist. In welches wir uns nun dankenswerterweise den überwiegenden Teil des Resttages zurückziehen konnten. Eigentlich kostet der Eintritt stolze 30 Euro, aber Radfahrer*innen wird tatsächlich freier Eintritt gewährt. Es kamen auch immer wieder neue Radfahrer*innen an, einige blieben auch nur wenige Stunden und machten sich dann gleich wieder an die Rückfahrt. Ich hatte das auch eine Weile in Erwägung gezogen, schließlich war es hier oben alles andere als gemütlich, dann jedoch aus Unlust und wegen eines diffus empfundenen Risikos aus Erschöpfung eine folgenschwere Unaufmerksamkeit passieren zu lassen, wieder davon Abstand genommen.

Trotz seiner enormen Größe, wurde es jedoch in dem mehrstöckigen Touristenkomplex bald ziemlich kuschelig, da es kaum jemand länger als 2 Minuten draußen aushielt. Meinen Plan mir eine Möhrensuppe zu kochen, gab ich schließlich auf und begnügte mich stattdessen mit kalter Küche, die ich mir in zwei aufeinander folgenden Aufführungen des Nordkappfilms im unterirdischen Kino einverleibte. Als ich es wieder verließ stellten 3 junge Erwachsene im Vorbeigehen fest: „Der hat ’nen geilen Style!“, „Ja, feier ich!“ und ich wunderte mich, dass die wohl noch nicht gemerkt hatten, dass hier 80 % bis 90 % Deutsche unterwegs waren. Oder sie waren einfach charmante Menschen, denen es Freude machte, Fremden ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern.

Mit einer vagen Hoffnung, die Sonne könne ggf. noch einmal rauskommen, harrten wir so bis Mitternacht aus, sollten aber kein Glück haben. Einmal zeichnete sich am Horizont ein fahler Silberstreifen ab, das war dann aber auch schon das höchste der Gefühle.

Kurz spielten wir mit dem Gedanken, uns irgendwo in den Katakomben des Besucherzentrums ein verstecktes Plätzchen für ein Nachtlager zu suchen, verwarfen das Vorhaben aber bald mit dem Argument, dass es im Falle eines Rauswurfs dann noch schlimmer wäre, nach draußen umzuziehen.

Noch nie hatte ich auf dem Trip das zähe Edwin unter solch widrigen Bedingungen errichtet und beim ersten Versuch riss es mir der Wind doch glatt aus den Händen, um es erst 15 Meter weiter wieder abzulegen. Als es aufgebaut war, war es innerlich und äußerlich schon reichlich durchnässt, aber immerhin sorgte die Wolkendecke für eine relative Dunkelheit, sodass die Nacht nicht ausschließlich die schlechtest denkbaren Konditionen anbot. Dennoch kam ich nur zu einem unruhigen und kurzen Schlaf, wie nachzuvollziehen wohl kaum schwer fallen dürfte, in dessen Wachphasen ich mich fragte, ob man für die Zelt-Camper nicht wenigstens einen Windschutz hätte spendieren können.

Die Nacht war kurz und wenig erholsam und gegen 6 hatte ich genug vom Matratzenhorchdienst. Mir war bereits von Leuten, die ich in Finnland getroffen hatte, das Frühstücksbuffet im Besucherzentrum empfohlen worden, denn das sei nicht nur gut sondern mit rund 18 Euro für norwegische Verhältnisse gar ein echter Schnapper. Auch meine österreichische Bekanntschaft vom Vortag wollte sich das gönnen, ich hatte das nie ernsthaft in Betracht gezogen. Nun dachte ich jedoch, die Erreichung des letzten Meilensteins teuer genug bezahlt zu haben, um mir mal was gönnen zu können.

Ich stapfte also durch den Nebel, vorbei an den unzähligen Wohnmobilen, in denen sich überwiegend nichts regte, zum Touristenkomplex. Ich war mir nicht sicher, ob es in Norwegen wie in Finnland üblich war, in der Gastronomie im Voraus zu bezahlen, da mich aber am Empfangstresen niemand behelligte, beschloss ich erst einmal hineinzugehen und das Angebot in Augenschein zu nehmen. Es konnte seinem ihm vorauseilenden Ruf gerecht werden und so labte ich mich eine Stunde an Speis’ und Trank und WLAN. Als ich aufzubrechen gedachte, es war inzwischen ca. 8 Uhr, war ich der einzige Gast und sowohl aus dem Restaurant, als auch dem Empfangsschalter war das Personal spurlos verschwunden. Ich irrte noch eine Weile von hier nach dort, rief ein paar mal „Hallo?“ und entschied dann „na dann halt Pech gehabt!“. Da ich kein Bargeld bei mir hatte, was in Norwegen natürlich auch überhaupt nicht üblich ist, konnte ich meine Schuld auch nicht durch das einstmals nicht unübliche „Auf-dem-Tisch-liegen-lassen“ begleichen und machte mich schließlich wohlgenährt und mit latent schlechtem Gewissen vom Acker.

Das Zelt von meiner österreichischen Bekanntschaft unbekannten Namens stand noch, als ich nun anfing mein triefend nasses Edwin einzupacken. Auch als ich damit fertig war, hatte sich noch nichts geregt. Da wir es versäumt hatten uns einander vorzustellen (wie es beim Reisen so häufig passiert, da man nie weiß, ob es zu einer flüchtigen oder kurzen Bekanntschaft wird), fiel mir auch keine geeignete Ansprache an („… bist du schon wach?“), sodass ich schließlich aufbrach und schleunigst das Weite suchte, denn es war wirklich nicht angenehm hier oben. Meine Rückfahrt nach Deutschland hatte begonnen.

Das Wetter war noch ein bisschen schlechter als am Vortag, aber, gefühlt zum ersten mal seit Eilat, hatte ich immer wieder kräftigen Rückenwind und kam daher in rasantem Tempo vorwärts. Bald hatte ich Honningsvåg erreicht, dann den Honningsvåg-Tunnel hinter mir gelassen und auch der Nordkapp-Tunnel hatte beim zweiten mal seinen Schrecken schon deutlich verloren, zumal in Südrichtung bergauf auch der Bürgersteig befahrbar war. Vom mehr als reichhaltigen Frühstück zehrte ich lange ohne Pause und rief den mir entgegenkommenden Radfahrer*innen aufmunternde Durchhalteparolen zu. Erst nach 100 km legte ich die erste Rast ein und nutzte die Gelegenheit auch gleich zum Zelt trocknen.

Kurz darauf erreichte ich wieder Olderfjord, wo ich in Richtung Westen abbog, um Kurs auf Alta zu nehmen. Da dieser Kurs mit einem spürbaren Anstieg verbunden war, kam ich dann nicht mehr sonderlich weit an diesem Tag. An einem Schotterweg, der laut Karte zu mehreren kleinen Seen führte, entschied ich mich mir ein Nachtquartier zu suchen. Natürlich war ich nicht der erste dem dieser Gedanke kam, ein Ehepaar aus dem Voigtland stand mit seinem Wohnmobil um die Ecke und winkte verständnislos ab, als ich bei einem kurzen Gespräch meine bisherige Reise skizzierte. Wenige Meter weiter war eine kleine Sommerhütten-Siedlung und ich war schon drauf und dran mein Zelt auf einer Veranda aufzuschlagen. Das kleine Vordach war jedoch nicht im Stande einen ernstzunehmenden Schutz gegen den drohenden Regen zu gewährleisten und so erschien es mir ratsamer, mich in der Nähre einer Wasserquelle niederzulassen. Auch mein Platz zwischen Weg und See bot nur aus einem eingeschränkten Bereich an Blickwinkeln scheinbare Einsamkeit. In Norwegen war das nächste Wohnmobil eigentlich so gut wie immer in Sichtweite.

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5 Gedanken zu “in der arktis wird es ernst 🇳🇴

  1. Das ist eben ein Satz, der viele Fantasien weckt: „Ich war am Nordcap“. Wenn wir auch nur mit dem Bus unterwegs waren, Windstärke 10 bis 12, umgkippte Autos und Motorräder, Menschen in Schräglage sich vorwärts bewegend sind schon ein eindrucksvoller Eindruck von diesem unwirtlichen markantem Ort.

  2. Liebe Julia
    Wir haben dich in Südschweden kennengelernt: Das ist ja ganz unerwartet, dass du immer noch so ganz alleine unterwegs bist. Hoffentlich hast du bald wieder Unterstützung und deinen Partner an der Seite. So ganz easy scheint es ja nicht zu sein.

    Herzlich
    Claudine

  3. Die Leute haben vielleicht ein leichter zu sättigendes Verlangen nach Abenteuern als du.
    Nicht jeder ist so abgehärtet von über einem Jahr Weltreise. Manche empfinden es vermutlich sogar als Abenteuer, per Bus mit einer Reisegruppe zum Nordkapp zu reisen. 😉

    Deinen Blick auf Motorradreisende kann ich dennoch nachvollziehen.

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