burgen und bestien und kristina 🇷🇴

In Schleifen erkunden wir mit dem Fahrrad die Kirchenburgen Siebenbürgens und begegnen gefährlichen Tiere der unterschiedlichsten biologischen Klassen bis unser Abenteuer im Zentrum Rumäniens in unserem bisher größten und triumphalen Fake dieser erfundenen Reise seinen Höhepunkt erreicht

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Tag 399 bis 406 (6.05.23 bis 13.05.23)
Distanz: 481km (∑
20.671 km)
Höchster Punkt: 720 m
Tiefster Punkt: 300 m
Rauf: 4.060 m
Runter: 4.210m

Transilvanien/Siebenbürgen ist eine faszinierende Kulturlandschaft, die von teilweise noch sehr ursprünglicher Landwirtschaft und Viehzucht, einer multikulturellen Gesellschaft und einer Vielzahl einzigartiger Kulturschätze geprägt wird. Dies geht auf seine wechselvolle Geschichte zurück, denn die staatliche Zugehörigkeit Transilvanien/Siebenbürgens hat sich im Laufe der letzten tausend Jahre mehrfach geändert. Ca. ab dem 12. Jahrhundert gehörte es bis zur Großen Kokel und ab dem 13. Jahrhundert ganz Siebenbürgen bis zu den Kämmen des Karpatenbogens zu Ungarn. Von 1541-1687 war Siebenbürgen ein den Türken tributpflichtiges Fürstentum und wurde nach dem Sieg des österreichischen Heeres über die Türken (1687) Kronland der Habsburger Monarchie. Durch den 1867 erfolgten Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn wurde Siebenbürgen wieder Ungarn zugeteilt und seit Ende des ersten Weltkrieges gehört Siebenbürgen zu Rumänien. So setzt sich die Bevölkerung heutzutage aus Rumänen, Szekler und Ungarn sowie Roma zusammen. Von den einstigen über 700.000 (1930) deutschstämmigen Siebenbürger Sachsen sind nur noch wenige verblieben. Deutsch wird im Zentrum Rumäniens daher mehr und mehr zur Sprache der Denkmäler und Grabsteine.

Ein kulturelles Highlight dem wir uns ausführlich widmen wollten sind die unzähligen Kirchenburgen von denen es einst um die 300 gegeben haben soll. Nicht alle sind erhalten, aber ihre Vielzahl ist dennoch überwältigend, denn in fast jedem noch so kleinen Dorf kann man wenigstens noch die Überreste einer solchen Anlage erkennen. Ihre Erhaltungszustand variiert stark von frisch renoviert und mit Geranien-Kaskaden aufgehübscht bis Ruine ist alles zu finden. Sieben besonders herausragende Beispiele dieser Zeugnisse der einzigartigen Geschichte dieser Region sind zum UNESCO-Welterbe erklärt worden. Weil wir Kristina, die hier nicht mitliest, da wir ja auf ihrem Dachboden vor uns hin schwitzen, erst am 12. Mai in Sighișoara/Schässburg treffen wollten, hatten wir reichlich Zeit Schleife um Schleife durch die vielen teils zeitlos anmutenden Dörfer zu drehen für unsere Erkundungen. So erklärt sich der etwas merkwürdig anmutende Routenverlauf auf dieser Etappe.

Noch immer etwas schlaftrunken vom nicht sehr fordernden Karpaten-Transit nahmen wir nun direkt Kurs auf unsere erste Kirchenburg in Prejmer/Tartlau, die eine der sieben Wehrkirchen ist, die zum UNESCO-Welterbe zählen. Im Vergleich zu den Kirchenburgen die wir später noch besichtigen sollten, war ihre Lage in flacher Landschaft mitten in einer relativ großen und einigermaßen modernen Siedlung zwar nicht besonders attraktiv, das Bauwerk an sich dafür um so mehr. Die 10 bis 12 Meter hohe und 3 bis 4 Meter Dicke Ringmauer machte schon einen mächtig wehrhaften Eindruck und wir erkundeten den Wehrgang, die Kirche und die Lagerräume auf der Innenseite der Burgmauer mit Faszination bei schönstem Wetter. Unser Timing war wieder einmal perfekt, als wir mit der Besichtigung durch waren, rollte gerade eine Rentner Reisegruppe heran.

Freuten wir uns gerade noch des unbeschwerten Lebens, so erfuhr dieses Hochgefühl bei Tilmann einen unvermittelten Dämpfer. Denn zunächst entdeckte er eine Zecke an einer Stelle, an der sie sich bei einer Frau (mangels Vorhandensein dieses Körperteils) nicht hätte festbeißen können. Eigentlich ja kein großes Problem, eine Pinzette hatten wir parat. Nur leider gelang der zur Hilfe eilenden Julia aufgrund einer unglücklichen Verkettung anatomischer Standardbedingungen und semi-optimaler Operationsbedingungen keine vollständige Entfernung, der Kopf blieb drin in der weichen Falte!

Nun war unser Timing miserabel, denn es war Samstag und so waren auch in Rumänien alle Arztpraxen geschlossen. Es half nichts, es musste ein Krankenhaus in Brasov/Kronstadt angefahren werden. Eigentlich hatten wir die sehr sehenswerte Stadt (Tilmann kannte sie gut von damals) meiden wollen, da wir auf Stadtbummel, mit dem Fahrrad in eine Großstadt fahren und das mit Stadtaufenthalt immer verbundene Geldausgegebe keine Lust hatten.

Daher teilten wir uns zum ersten mal überhaupt auf und schlugen verschiedene Routen ein. Während Julia der geplanten Route über Hărman/Honigberg folgte, bog Tilmann scharf nach Südwesten ab, um die 16 km zum Krankenhaus schnellstmöglich hinter sich zu bringen. Das gelang erquickend schnell, doch irgendwie sollte sich der Eingang zum Krankenhaus nicht finden lassen. Da sprach ihn ein Herr mittleren Alters an, dass er sein Fahrrad hier auf keinen Fall sollte stehen lassen. Er selbst suchte den Eingang und nahm Tilmann ins Schlepptau während er erläuterte, dass er ein paar Roma (er verwendete selbstverständlich den Begriff „Gipsies“) ausgemacht habe und sah die Sicherheit des Fahrrades daher gefährdet. Er selbst gab sich als Szekler zu erkennen und half außerordentlich zuvorkommend dabei einen sicheren Abstellplatz für das Rad zu finden und beim Vorsprechen am Empfang.

Nachdem sich eine Krankenschwester am Empfang ein Bild von dem Problem gemacht hatte („I need to see!“ „Here?“ „Yes!“ „Ok, can we maybe at least go behind the curtain over there?“ „Ok!“) hieß es sehr lange warten. Erst als der Zeiger bereits mächtig vorgerückt war, wurde die Operation endlich durchgeführt aber damit hatte das Warten noch immer kein Ende, denn jetzt galt es noch den Papierkram zu erledigen. Wobei hier ausdrücklich klargestellt werden soll, dass die lange Wartezeit vollkommen vertretbar war. Schließlich handelte es sich ja um keinen ernsthaften Notfall, sondern eine Vorsichtsmaßnahme für den Fall, dass wir am übermorgigen Montag weit und breit gar keinen Arzt hätten auftreiben können.

Die junge Ärztin beeilte sich dann offensichtlich auch mit dem Bericht und war bald zurück, um die nächsten Schritte zu besprechen. Ja, Tilmann staunte nicht schlecht, was nun alles geschehen sollte. Zunächst sollte er 1. direkt im Anschluss noch in das auf Infektionskrankheiten spezialisierte Krankenhaus in Brasov/Kronstadt, um dort einen entsprechenden Spezialisten zu konsultieren. Dann sollte er 2. eine Tablette (zugegebenermaßen hat er deren Funktion vergessen) einmalig einnehmen. Abgesehen davon sollte er nun 3. für einen Monat regelmäßig zum Hausarzt gehen und schließlich 4. noch nach drei Wochen sein Blut auf Borreliose untersuchen lassen. Seine Erwiderung aufgrund seiner derzeitigen Lebensumstände (die er kurz umriss) keinen Hausarzt zu haben, nahm die Ärztin mit Bestürzung, Sorge und Missfallen auf und wiederholte ihren ärztlichen Rat. Vielleicht fiel das Missfallen unserer teilnomadischen Lebensweise bei ihr besonders groß aus, weil es sie an die einstige Lebensweise der Roma erinnerte, die unter den Rumänen keinen guten Ruf genießen.

Eine kurze Internetrecherche brachte keine unerwarteten Abgründe einer besonderen Zeckengefahr in Rumänien ans Licht und so entschied sich Tilmann zumindest Rat 1 und 3 nicht zu folgen. Da es sich um eine Erstbehandlung handelte war diese kostenlos und so hatte sich die Auslandskrankenversicherung erwartungsgemäß noch immer nicht gelohnt. Wenigstens die ominöse Tablette sollte der Hanse Merkur aber in Rechnung gestellt werden! Nun, es stellte sich heraus dass die gefühlt einzige am frühen Samstagabend noch geöffnete Apotheke für diese nur 1 Lei (20 ct) in Rechnung stellte und damit die Inrechnungstellung bei der Krankenkasse eine Absurdität gewesen wäre. Nur zwei Tage später entdeckte Tilmann bereits die nächste Zecke als wir eine mit Möhrenscheiben garnierte Portion Pommes genossen. Diese hatte sich in der Kniekehle festgebissen, konnte aber rückstandslos entfernt werden. Das sollte aber noch nicht die letzte Begegnung mit gefährlichen Geschöpfen gewesen sein.

Nun wollte er aber schnell zu Julia stoßen, die währenddessen gemütlich weiter gefahren war und noch einen Blick auf die Kirchenburg in Hărman/Honigberg geworfen hatte. Nachdem sie einen ersten recht hübschen Schlafplatz bereits für uns beanspruchen wollte, bekam sie ein ungutes Gefühl, als sie feststellte, dort weniger unbeobachtete zu sein, als sie zunächst geglaubt hatte. Sie zog daher noch einmal um.

Wir haben hier nun bereits mehrfach die Volksgruppe der Roma in Rumänien angesprochen und wollen uns dem Thema nun noch einmal etwas ausführlicher widmen. Die Zahl der Roma in Siebenbürgen ist im Vergleich zum Rest des Landes besonders groß, auch weil diese auf entsprechendes Einwirken der damaligen rumänischen Regierung hin in die, nach Ende der Ceaușescu-Ära weitestgehend verlassenen Siedlungen der Sibenbürger Sachsen, einzogen. Im malerischen Örtchen Viscri/Deutsch Weißkirch beispielsweise, so erfuhren wir bei unserem dortigen Aufenthalt, sind 400 der 450 Einwohner*innen entsprechender Herkunft. Die Roma werden wohl an kaum einem Ort der Welt geliebt und so ist auch unter den Rumänen ihre Ablehnung weit verbreitet. Dies haben wir allerdings während unseres Aufenthaltes nicht besonders stark wahrgenommen oder vermittelt bekommen, aber Tilmann erinnerte sich noch zu gut an die Gespräche und Geschichten, die er ehedem geführt und gehört hatte.

So hatte z.B. sein damaliger Chef berichtet, dass er diverse Male Roma-Männer als Stallgehilfen eingestellt hatte und es war jedes Mal nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sie mit dem Klauen begonnen hatte und wiederum nur eine Frage der Zeit, sie dabei zu erwischen. Einmal war in Folge der anschließenden obligatorischen Kündigung die Frau des Gefeuerten wutentbrannt auf dem Hof erschienen und hatte sich lauthals beschwert. Auf die Erklärung hin, dass er doch schließlich gestohlen habe, hatte sie bloß mit „Na und?“ geantwortet. Ein rumänischer Stallgehilfe hatte regelmäßig offen rassistisch gegen Roma gewettert und über seine eigenen Erfahrungen mit illegalen Landnahmen, Betrügereien und Diebstählen berichtet. Ein Gast auf dem Hof, ein zurückgekehrter Siebenbürger Sachse, hatte davon erzählt, wie eine Roma-Familie eine Hütte am Rande seines Grundstücks errichtet hatte. Sie hatte sich auf seine Intervention hin nicht vertreiben lassen. Als er schließlich mit der Polizei im Schlepptau einen weiteren, bzw. letzten Versuch wagte, hatte das Familienoberhaupt eine Axt gezückt und war damit drohend auf die Polizei zu marschiert, die daraufhin unverrichteter Dinge wieder abgehauen war.

Tilmann hatte noch vielerlei dieser Erzählungen und eigene Erfahrungen im Kopf und so müssen auch wir einräumen nicht vorurteilsfrei in die erwartungsgemäß vielzähligen Begegnungen gegangen zu sein. Die einzige halbwegs wirklich unangenehme Begegnung, die wir in der guten Woche in Siebenbürgen allerdings tatsächlich hatten, ereignete sich als wir mal wieder eine Weile getrennt von einander fuhren. Tilmann war sich nicht ganz sicher, ob Julia vor oder hinter ihm war, als er in das Dorf Dealu Frumos/Schönberg einfuhr. Dort winkte ihm aufgeregt eine Gruppe in traditionellem bunten Gewand gekleidete Roma-Frauen vom Hof ihres Hauses aus zu. Tilmann hielt es daher nicht für unmöglich, dass sie ihm wegen der kürzlich durchgereisten Julia etwas mitzuteilen gedachten und hielt an. Daraufhin gaben die Frauen einem fast greisen Mann, der einfach am Straßenrand auf dem Boden lag einen Hinweis, der daraufhin mit erstaunlicher Behändigkeit aufsprang und auf seinen Stock gestützt blitzschnell dicht am Fahrrad stand. Zu Julia, die wie tatsächlich kurz vorher vorbeigekommen war, wusste er allerdings nichts zu berichten, sprach stattdessen von „Bambini“ und wollte offensichtlich Geld. Als Tilmann ablehnte wurde seine Forderung dringlicher und er ließ den Stock fallen, griff mit einer Hand an das Fahrrad und mit der anderen an Tilmanns Arm. Dieser musste ihn dann mit erheblichem Kraftaufwand von sich stoßen, zum Glück fiel dieser dabei nicht hin (ob er den Krückstock wirklich brauchte?), um sich aus der Situation zu befreien.

Ansonsten sahen wir in erster Linie bedauernswertes und nichts bedrohliches im Zusammenhang mit Romas. Viele lebten in winzigen, rudimentär zusammengeschusterten Behausungen und die Kinder machten oft einen verwahrlosten Eindruck mit ihren rotzverschmierten Gesichtern in verdreckter Kleidung. Einmal beobachtete Tilmann, während er im Supermarkt in der Schlange stand, einen neben den Einkaufswagen herumlungernden Jungen, der teilnahmslos und mit herabhängendem Oberkörper apathisch an einem Eis herumknabberte. Dazu trank er eine Dose Energy-Drink und als sie leer war nahm er eine zweite aus seiner durchlöcherten Jacke, öffnete sie mit den Zähnen während der nicht das Eis haltende Arm schlaff herabhang und leerte sie mit schnellen Zügen ohne eine Mine zu verziehen.

Wenn eine Roma-Familie oder Gruppe einen Supermarkt betritt, wird der Sicherheitsdienst oder falls nicht vorhanden ein*e reguläre*r Mitarbeiter*in sehr wachsam und folgt dieser möglichst auffällig durch den Laden, während diese sich oft lautstark über die Regale hinweg miteinander verständigend, routiniert hinzunehmen scheinen. Mit all den Geschichten und Eindrücken im Kopf waren wir zugegebenermaßen leider selbst auch immer etwas gestresst mit den unzureichend gesicherten Rädern vor der Tür in diesen Situationen. Wir müssen es offen einräumen: Rumänien war das Land auf unserer Reise, in dem wir uns am wenigsten sicher fühlten vor Diebstählen. Eigentlich war es sogar das erste in dem wir überhaupt ein gelegentliches Unsicherheitsgefühl hatten. Ob das nun berechtigt war, wer weiß?

So wollten wir am ersten Abend in Siebenbürgen nahe dem Ort Măieruș/Nußbach glücklich wiedervereint auf Nummer sicher gehen, versteckten uns möglichst gut und häuften zusätzlich um unser Zelt und unsere Fahrräder herum einen Wall aus Weidenrouten auf, die wir dort abgeschnittenen vorfanden, sodass ein sich annähernder Ganove sich zumindest nicht anschleichen konnte. Am nächsten Morgen hatten sich tatsächlich einige derer in der improvisierten Zaunanlage verfangen und aus Langeweile begonnen aus den Zweigen Körbe zu flechten.

Wir schafften es tatsächlich sechs der sieben UNESCO-Welterbe Kirchenburgen zu bereisen in der uns gegebenen Woche. Lediglich jene von Câlnic/Kelling erreichten wir nicht, da sie uns zu abseits von unserer Route lag. Insgesamt erkundeten wir etwa 25 Wehrkirchen. Wie schon beschrieben, befinden sie sich in ganz unterschiedlichem Zustand und einige sind weitestgehend dem Verfall preisgegeben. Neben ihrem heutigen Zustand ist aber auch ihre große Varietät bei einstiger Errichtung bemerkenswert. Jede Anlage ist anders und sie reichen von winzigen Kapellen mit Mauern die diese Verzeichnung kaum verdienen (und denen man entsprechend kaum eine wirkliche Schutzfunktion zusprechen würde), wie jene im Dörfchen Jibert/Seiberg bis hin zu massiven Burganlagen mit mächtigen Kathedralen wie in der ausgewachsenen Stadt Mediaș/Mediasch.

Interessanterweise waren es einige der eher unbedeutenden Anlagen, die uns besonders imponierten und nicht jene der Welterbe-Liste. Das dürfte aber vor allem an unserer mangelnden Wertschätzung für die jeweiligen Besonderheiten der ausgewählten Exemplare liegen. Von denen wiederum waren erstaunlich viele geschlossen und nachdem wir in jener von Dârjiu/Ders 20 Minuten vergeblich auf den in 10 Minuten erscheinend angekündigten Mensch mit Schlüssel gewartete hatten, beschlossen wir nur noch jene auch von Innen in Augenschein zu nehmen, die ohnehin bei unserer Ankunft bereits geöffnet waren.

Mit großem Abstand am besten gefiel uns Viscri/Deutsch Weißkirch. Nicht nur ist die kleine hutzelige Wehrkirche eine der schönsten, das ganze Dorf mit seiner wunderschön wiederhergestellten Dorfstraße ist ein zauberhafter Ort, der fast authentischen mittelalterlichen Charme versprühen könnte, wären da nicht die unzähligen Autos von Dorfbewohnern und Touristen, die die geschotterte Piste herauf und herab dröhnen. Diesem Problem oder Interessenskonflikt wollte sich am Tag unseres Besuches auch ein Fernsehteam widmen und hielt Tilmann bei unserer Abfahrt ein Mikrophon unter die Nase. Der wusste freilich nicht um den Berichtsschwerpunkt und schwadronierte angesprochen auf den Hintergrund seines Besuchs mit angeberischen Absichten drauf los und schlug den ganzen großen Bogen von Deutschland über den Balkan bis in den Oman und zurück bis Viscri. Nun tastete sich die Reporterin aber doch zum eigentlichen Thema des geplanten Beitrags, denn anscheinend bestehen Bestrebungen Autos ganz aus dem Ortskern zu verbannen, um wieder den ursprünglicheren Charakter der Welterbestätte herzustellen. Als altgedienter Critical-Mass-Teilnehmer und Fahrraddemonstrant hatte Tilmann auch dazu natürlich eine Meinung und diesen kurzen O-Ton könnt ihr in diesem Clip sehen:

Und hier seht ihr immerhin wie elegant Julia wegfährt:

Übrigens waren wir mit unserer Viscri-Begeisterung voll im Mainstream unterwegs. Selbst Charles III. unterstützt den Erhalt des Ortes finanziell und besitzt dort ein Gehöft.

Mit dem Wetter hatten wir kein großes Glück, allerdings auch kein gravierendes Pech. Allerdings kamen wir an Tag 401 dann doch in einen mittelmäßig nervtötenden Regenguss und mussten am Nachmittag zu allem Überfluss noch einmal einige Kilometer auf der Schnellstraße 13 absolvieren. Auch in Saschiz hatten wir eine verschlossene Kirchenburg vorgefunden, was uns aufgrund des gerade aufgezogenen Regens aber auch weitestgehend egal war. Wir hatten uns nur kurz unter das Dach der Hofdurchfahrt eines nahegelegenen Restaurants flüchten wollen, waren aber dann eingeladen worden im überdachten Innenhof Platz zu nehmen. Hier zeigten die Rumänen, dass auch sie durchaus gastfreundlich sein können, denn wir bekamen schließlich noch einen Kuchen und einen Tee, der aufs Haus ging, serviert.

Einen Schlafplatz hatten wir allerdings noch immer nicht und mussten bei nicht endendem Regen auf jener besagten Schnellstraße 13 bei Gegenwind weiterreisen. Auch die Temperatur war empfindlich tief gefallen. Wir hatten ein relativ günstiges Motel ausgemacht, während die Preise in allen Pensionen rund um die beiden Welterbe-Kirchen Saschiz und Viscri horrend waren. Zu allem Überfluss hatte Tilmann auch noch die möglich Teilumfahrung der Schnellstraße verpasst und so erlebten wir mal wieder einen äußerst unangenehmen Ritt, als wir von Lkws nassgespritzt wurden und uns mit riskanten Überholmanövern konfrontiert sahen.

Am Motel angekommen dann die Ernüchterung: Alle Zimmer waren belegt. Da Julia noch nicht angekommen war, wartete Tilmann bedröppelt auf einer Bank auf dem Parkplatz, als er von einem am Hintereingang des Motels rauchenden Mann auf seine Lage angesprochen wurde. Die Chefin kam noch hinzu und schließlich hieß es wir müssten uns bis 18:30 Uhr gedulden, dann würde sich ggf. noch etwas ergeben. Und so kam es auch. Zwei weitere Gäste waren so nett in ein Zimmer zusammen zu ziehen, sodass eine Doppelzimmer für uns frei wurde. Auch wenn es in dem einfachen Quartier ein wenig nach Zigarettenrauch roch, waren wir sehr dankbar und zufrieden. Und obwohl das Zimmer eilig für uns hergerichtet war, gab es an der Sauberkeit nichts zu bemägeln, so wie es Tilmann noch von damals gewohnt war und ganz anders als bei unserer Unterkunft in Bukarest. Die Biere, die wir den hilfsbereiten Herren im Restaurant zum Dank ausgeben wollten, lehnten diese jedoch, warum auch immer, ab. So begnügten wir uns mit dem Verzehr unserer mit einer Karottenscheibe garnierten Pommes (die Karte gab ansonsten nur mit Fleisch gefüllte Fleischberge her).

Ansonsten schien mal die Sonne und mal war es bewölkt, aber wirklich regnerisch, sodass wir scheuten das Zelt aufzuschlagen war es nicht mehr. Lediglich der Wind schien sich mal wieder immer gerade so zu drehen, dass er uns in einem 180° Winkel anströmte.

In der zweiten Nacht wollten wir jedoch auf Nummer sicher gehen und suchten ein Dach unter dem wir das Zelt aufschlagen konnten. Im Szekler Dorf Nicolesti entdeckten wir ein nahezu perfektes Vordach eines Art Gemeindehauses. Freilich wollten wir hier nicht einfach zur Tat schreiten, sondern versuchten im nächst gelegenen Haus Absolution zu erhalten. Das stellte sich als außerordentlich schwierig heraus, denn die Familie sprach offenbar ausschließlich Ungarisch und der Googletranslator musste aufgrund schlechter Internetverbindung und komplizierter ungarischer Grammatik mehrmals die Segel streichen. Zwar waren die fünf uns gegenüber nicht ablehnend eingestellt, aber sie waren allem Anschein nach doch ein wenig skeptisch ob unserer Erscheinung und fühlten sich zudem außer Stande die Entscheidung über die Rechtmäßigkeit unseres Anliegens zu treffen. So wurde der Dorfvorsteher zu Rate gezogen und wir mehrmals aufgefordert seine Ankunft abzuwarten. Diese zog sich allerdings eine ganze Weile hin und wir befürchteten schon eine Absage, weshalb wir mehrfach die Chance zur Flucht zu ergreifen versuchten, um noch eine Alternative aufzutun. Aber wir wurden immer wieder daran gehindert.

Zum Glück, denn schließlich gab der Ortsvorsteher grünes Licht und wir wurden von der Familie in ihrer winzigen Küche noch zu Nudeln mit Ketchup (denn die Soße mit Fleischeinlage lehnten wir dankend ab → Allergien) eingeladen. Zu guter Letzt stieß noch die Oma hinzu und beschenkte uns mit Maisflipps. Sie sprach fünf Wörter Deutsch und schien ganz glücklich mit uns Bekanntschaft machen zu dürfen.

Das veranlasste sie wohl auch dazu am nächsten Morgen noch einmal mit einem Carepaket zurück zu kommen, dass sie auf eine Bank neben unserem Zelt ablegte. Als wir schließlich aufgestanden waren, kam sie noch einmal herbei, gab sich als Nikolaus zu erkennen und hatte noch frischen Kaffee dabei.

Eine weitere Nacht verbrachten wir am Waldrand in einem malerischen und menschenleeren Tal, das uns das Herz aufgehen ließ. Aufgrund der Gefahr von einem Bären überrascht zu werden, hatten wir alle Lebensmittel und das Kochgeschirr in einen Baum gehängt und ein Feuer entfacht. Doch nicht ein Bär gefährdete unsere Weiterreise und auch nicht der hustende Fuchs der eine ganze Weile Kreise um unser Lager zog. Beim Aufbruch am Morgen entdeckten wir eine perfide versteckte Reifenfalle, die offenbar unbefugte am Befahren des Waldes hindern sollte. Wir hatten großes Glück, dass sie uns nicht erwischte.

Um wirklich einmal sicher zu gehen, dass wir unsere Ruhe haben würden in der Nacht, machte sich Tilmann am nächsten Abend allerlei Mühe einen Zeltplatz auf einer Wiese weit ab der Straße zu finden. Er durchquerte sogar ein kleines Sumpfstück und suchte Schutz hinter einer dichten Wildhecke. Als er dann jedoch begann Feuerholz zu brechen, schreckte das die nahe lagernden Hütehunde auf und so fühlten sie sich mal wieder rechtschaffend zum Bellen animiert. Und kaum hatten wir das Zelt aufgeschlagen, rauschte eine Schafherde heran, die eine Weile in der Nähe unseres Lagers graste, bis das hinterher trottende Schäfer-Schäferhunde-Gespann sie weiter trieben, nur um sie eine halbe Stunde später wieder zurück zu treiben und sich dann in 20 Meter Entfernung zu unserem Zelt niederzulassen. Für uns schienen sie sich dennoch nicht zu interessieren, ebenso wenig wie dieser ominöse Bär, den wir allerdings auch nicht fürchteten, aufgrund des dichten Viehbestandes mit mittelmäßigem Schutz.

Aber dann: Die letzte Nacht vor der Ankunft in Schässburg zelteten wir auf einer Weide zwischen Äckern ein paar Kilometer südlich von Mediasch. Die Umgebung war relativ dünn bewaldet und außerdem intensiv agraisch genutzt. Als wir das Zelt bereits aufgeschlagen hatten kam ein Bauer mit einem Pferdekarren des Wegs, der uns vor dem Ursus warnte. Julia verstand zunächst nicht und Tilmann überlegte kurz ob er sie im Unwissen lassen sollte, entschied sich dann jedoch mit offenen Karten zu spielen. Der Mahner hatte uns wohl auch andeuten wollen, dass wir auf seinem Hof zelten könnten, aber da wir uns bereits häuslich eingerichtet hatten, waren wir zu faul für einen Umzug und gingen davon aus, dass unsere Essen-in-den-Baum-Taktik schon reichen würde.

Tja, offenbar reichte sie auch, denn der Bär den wir ab ca. 23:00 Uhr deutlich für eine halbe Stunde nahe unseres Zeltes herum brummen hörten, verschmähte uns zum Glück. Um 1:00 Uhr kehrte er dann noch einmal für eine Weile zurück, hatte aber noch immer kein besonders Interesse an uns gefunden. Hatten wir Angst? Nun, wir waren nicht vollkommen entspannt, aber panische Beklemmung stieg ebenfalls nicht in uns auf. Wir stimmten uns flüsternd ab, am besten einfach ruhig liegen zu bleiben, was wir dann auch taten und nahmen lediglich das Pfefferspray und einen Schraubenzieher in die Hand. Wir sollten beides nicht brauchen und konnten auch jeweils wieder einigermaßen schnell einschlafen. Und am nächsten Morgen, es war ein schöner Morgen in lieblicher Landschaft, stellten wir erleichtert fest, dass auch unsere Lebensmitteltasche keine besondere Attraktivität auf den Bären versprüht hatte.

Was für eine Landschaft bietet Siebenbürgen eigentlich? Nun es ist eine hügelige mitteleuropäische Kulturlandschaft, die zu großen Teilen noch sehr traditionell, also nicht agrarindustriell bewirtschaftet wird, was auch die vielen Störche zu schätzen wissen. Besonders spektakuläre Naturimpressionen bieten sich nicht wirklich, vielmehr fühlte sich Tilmann beim Durchfahren des ein oder anderen Tals, wie auf dem Weg von Unterheiligenhoven nach Voßbruch. Aber dennoch wachsen einem die grünen Hügel mit ihren Feldern und Wäldchen schnell ans Herzen, denn sie vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit und Sanftheit. In so einer friedvollen Umgebung, so schien es uns, da kann einem doch wohl nichts allzu Sorgenbereitendes widerfahren. Steile Anstiege gab es kaum und ging es mal bergauf, so auch bald wieder bergab. Viel ins Schwitzen kamen wir nicht und waren trotz Wind und Regen meistens guter Dinge. Vielleicht gefiel uns die Landschaft auch deswegen so gut, da sie uns an unsere Herkunft aus deutschen Mittelgebirgen erinnerte, gleichzeitig aber weitläufiger, weniger zersiedelt und unberührter war.

Ein paar Blicke auf wirklich atemberaubende Natur konnten wir aber an einigen wenigen Punkten dann doch erhaschen, als wir auf den Südschleifen den Fagarscher Südkarpaten ganz nah kamen. Wolkenverhangen eroberten sie den Himmel über dem Tal des Olt und zeugten mit ihrer noch immer dicken Schneedecke von ihrer momentanen Unbezwingbarkeit für uns Radreisende.

Viele der in dieser Landschaft verstreuten Dörfer sind nicht nur einfach schön, da sich die Menschen hier offensichtlich Mühe geben ihre Gärten und Höfe hübsch zu gestalten (anders als beispielsweise jüngste Erfahrungen in Bulgarien oder vor allem in der Türkei gezeigt haben), sie versprühen auch einen wildromatischen Charme eines sehr ursprünglichen Lebens, in dem das 21. Jahrhundert noch nicht angekommen zu sein scheint. Natürlich trügt der Schein, denn wir befinden uns immerhin in der EU und das Smartphone hat ja längst jeden Winkel der Welt erobert. Dennoch trügt er auch nur teilweise. Denn natürlich werden die Bewohner dieser Dörfer nahezu täglich mit in Italien oder Deutschland arbeitenden Männern und Kindern videochatten. Andererseits haben sich offensichtlich einige gute Traditionen bewahrt und das Leben wird allem Anschein nach in vielen Facetten vom selben Alltag geprägt wie ehedem. So gibt es noch ein tatsächliches Leben auf der Straße, wo sich Menschen begegnen während sie ihrem oftmals ganz und gar unmodernen Tagesgeschäft nachgehen, wie Vieh hüten, Wasser aus dem Brunnen hieven und gärtnern. Leider haben wir insbesondere diese Lebhaftigkeit mit unseren Kameras so gut wie nicht eingefangen. Denn Menschen ungefragt zu fotografieren gehört sich schließlich nirgendwo (auch wenn uns das im Nahen Osten unzählige Male passiert ist) und tatsächlich haben einige auf Anfrage auch abgelehnt sich ablichten zu lassen, sodass uns bald die Motivation abhanden gekommen war.

Leider sind auch unzählige der alten Bauernhäuser dem Verfall preisgegeben und werden bald verschwunden sein. Ein deutscher Architekt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat die Bausubstanz in einigen Dörfern zu retten, berichtete uns auch davon, dass die Häuser allzu oft mit modernen und leider falschen Materialien kaputt renoviert werden und schließlich noch schneller verfallen. So werden Löcher in Lehmfassaden beispielsweise mit Beton verfüllt, der dann bald wieder herausbricht und ein noch größeres Loch reißt. Und gleichzeitig werden vielerorts neue Häuser errichtet, die dann in den allermeisten Fällen charkter- und schmucklos daher kommen und sich wie ein Fremdkörper in der Landschaft ausmachen. Aber dieses bizarre Phänomen ist uns ja auch in Deutschland wohl vertraut.

Übrigens wird auch viel Fahrrad gefahren in und zwischen den Dörfern. Aber wehe es kommt auch nur die geringste Steigung für den kürzesten Streckenabschnitt. Dann wird jeder Einheimische flink aus dem Sattel schwingen und sein Fahrrad schieben.

Am 12. Mai kamen wir schließlich in Sighisoara/Schäßburg an und betraten heilfroh unser kleines aber feines Apartment, denn auf die letzten Kilometer hatte sich der Nieselregen in richtigen Regen verwandelt und uns der eisige Wind ausgebremst. Die für uns vorgeheizte Wohnung erschien uns wie das Paradies und die heiße Dusche kam einen Wellness-Urlaub gleich. Nun galt es eigentlich nur noch auf die Ankunft von Kristina, die nicht mitließt, zu warten, die mit dem Zug auf ihrem Interrail-Ticket anreiste und zuvor bereits Wien und Brasov besucht hatte. Tatsächlich hatten wir es geschafft, sie in ihrer Wohnung in Wiesbaden während sie schlief in eine Simulation zu versetzen, sodass sie in Wirklichkeit gar nicht diesen Trip unternahm sondern dies nur träumte. Ansonsten wären ja aufgefolgen, dass wir tatsächlich auf ihrem Dachboden hausen. Oder vielleicht hatte es sich auch so abgespielt, dass wir uns heimlich von dem Dachboden geschlichen haben, als Kristina schon im Zug saß, mit der S-Bahn zum Frankfurter Flughafen gefahren sind und dort in die Maschine nach Hermannstadt/Sibiu gesprungen sind, von dort ein Taxi genommen haben, vorher noch bei Decathlon zwei halbwegs ernstzunehmende Fahrräder erstanden haben und so die Täuschung aufrecht erhalten konnten.

Ob nun in unserer gemeinsamen Simulation durchträumt oder auf schändliche Weise tatsächlich vor Ort erschienen, wir verbrachten jedenfalls drei sehr angenehme Tage und es fühlte sich an, als hätten wir uns erst vor ein paar Tagen das letzte Mal gesehen. Faul wie wir waren, kam es uns ganz gelegen, dass Schässburg nicht besonders groß ist und man ohne Hektik die Stadt in den drei Tagen erkunden konnte (eigentlich reicht aber auch schon eine zweistündige Stadtführung durch die Oberstadt). Wir bestaunten den Stundturm, erklommen die Schülertreppe, durchstriffen den Friedhof, bummelten durch die Oberstadt, spazierten zu einem Aussichtspunkt weit über der Stadt, vorbei an aggressiven Hunden, die uns selbstverständlich nicht bissen, und besuchten die ansässige Gastronomie, die erwartungsgemäß hochwertig und erschwinglich war. Zusammen mit der hohen Qualität unserer Unterkunft war das rumänische Gastgewerbe in Tilmanns Augen damit rehabilitiert, dass in Bukarest ein wenig Schaden genommen hatte.

Es sei noch erwähnt, dass unser Apartment in einem urigen Hinterhof lag, eingerahmt von verschiedenen sehr alten, teilweise leerstehenden Gebäude und über keine Waschmaschine verfügte. Tilmann, sich nun vollständig seiner Faulheit ergebend, fragte bei den Nachbarn, die am Ende des Hofes wohnten, ob wir deren Waschmaschine nutzen könnte. Unsere komplette Garderobe triefte nur so vor Dreck. Die angesprochene Nachbarin, sie sprach ein zwar akzentbehaftetes aber flüssiges Deutsch war äußerst irritiert und ließ sich nur mit einem Bestechungsgeld von umgerechnet 8 Euro auf den Deal ein, mit Abstand die teuerste Wäsche, die wir auf dem ganzen Trip hatten. Zum Abschied schenkte Tilmann dem angeketteten und erfreulich wenig bellenden Hund dieser Nachbarin sein mittlerweile von weiß in Ockertöne hinüber geglittenes Kissen aus Muskat. Dieser hatte daran für einige Minuten seine diebisch Freude, da er sonst kein besonders abwechslungsreiches Leben zu haben schien.

Unsere letzten gemeinsamen Stunden, wir schrieben den 14. Mai 2023, verbrachten wir im Park, bis wir uns schließlich wieder auf die Sättel schwangen und Kristina noch ein paar weitere Stunden auf ihren Nachtzug Richtung Wien warten musste. Um unsere Täuschung perfekt zu machen, gaben wir ihr noch einen Schwung von aussortierten Ausrüstungsgegenständen mit, mit der Begründung nun allen überflüssigen Ballast endlich abstoßen zu wollen, der uns bei der Expedition zum Nordkap nur aufhalten würde. So gaben wir schweren Herzens auch unsere Hängematte ab und sitzen daher seitdem auf den blanken Holzplanken.

Dann weckten wir Kristina wieder auf und schlüpften schnell auf den Dachboden zurück oder ließen sie in aller Ruhe fahren, da wir sie mit dem Flugzeug ja ohnehin bequem überholen konnten.

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Hier könnt ihr unsere bisher zurück gelegte Route und (meistens) unseren aktuellen Standort sehen.

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6 Gedanken zu “burgen und bestien und kristina 🇷🇴

  1. Das mit dem Körbeflechten war ja wohl ein Scherz, oder? 😆

    Och glaube, der Bär hatte kein Interesse an veganem Essen. Immerhin war er auch nicht sauer darüber.

  2. Kristina hat mir neulich kurzzeitig eure Hängematte zwecks eines Produkt-Vergleichs zur Verfügung gestellt!
    Wenn sie die Hängematte von euch in einer Simulation erhalten hat, lebe ich dann in der selben Simulation? 😱
    Das ist ja fast wie bei 13th floor… 🤯
    Und warum nervt mich mein Leben dann so oft so hart? 😭 Hättet ihr nicht mal was besseres zusammen simulieren können? Danke für nichts!! 😤😡🤬

    1. Für negativ gefärbte Simulationen ist die, die nicht mitliest zuständig, wie sich später noch herausstellen wird.
      Aber Simulationen, in denen unsere tolle Hängematte vorkommt, können eigentlich nur gut sein. Wir vermissen sie jedenfalls sehr! Falls du die Kaufentscheidung noch nicht getroffen hast, können wir dieses Modell sehr empfehlen. Vielleicht wird deine Simulation dann auch besser 😉

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