frühlingserwachen 🇸🇦

Mit dem Fahrrad in und um Medina

Tag 278 bis 285 (5.1.23 bis 12.1.23)
Distanz: 627 km
Höchster Punkt: 870 m
Tiefster Punkt: 5 m
Rauf: 3.420 m
Runter: 2.970 m

Für uns war bis Dezember Sommer, im Dezember erlebten wir einen milden Herbst und im Januar Frühling! Den Winter hatten wir erfolgreich ausgelassen. Alhamdulillah!

Am Roten Meer waren die Temperaturen eigentlich schon wieder sommerlich und als wir in Thuwal aufbrachen war es warm, nur der Wind blies uns entgegen. Dieser äußerst lästige Umstand sollte sich für die nächsten Tage auch nicht mehr ändern, egal in welche Richtung wir uns auch wanden. Die Landschaft an Tag 278 blieb öde, flache graue Wüste, unterbrochen von Industrieanlagen, die uns spürbaren LKW-Verkehr bescherten. Bei einer der Industrieanlagen handelte es sich übrigens um das größte Kraftwerk Saudi Arabiens, dessen schlechter Ruf ihm vorauseilte. Rose und die anderen Bewohner des KAUST-Campus hatten berichtet, dass bei entsprechender Windlage und Betriebsregime die Schwefelwolke bis zur 90 km südlich gelegenen Universität weht. Wir sahen sie tatsächlich ein ganze Weile bedrohlich am Himmel entlang ziehen.

Gegen Abend wurde die Straße ruhiger, dafür der Wind stärker und wir freuten uns, als wir eine sehr verlassen wirkende Moschee entdeckten. Der Teppichboden im Gebetsraum war nur etwas staubig und in den Ecken lagen kleine Sandhaufen, ansonsten sah es dort ganz passabel aus. Gerade als wir entschieden hatten zu bleiben, kam dann doch ein Gläubiger, der sein Gebet absolvieren wollte. Wir entschieden kurzerhand, im Gebetsraum der Frauen zu nächtigen, da Frauen nur äußerst selten in der Moschee beteten und wir hofften, dort nicht entdeckt zu werden. Tatsächlich wurde der Männerbereich später noch aufgesucht, doch keine Frau tauchte auf.

Die Moschee bot Schutz vor dem lästigen Wind, der nicht nur auf dem Fahrrad störte, sondern auch abends unsere ganzen Sachen verwirbelte. Tilmann ist außerdem ein großer Fan davon, verlassene Infrastruktur zu nutzen.

Morgens waren wir früh auf den Beinen. Der Wind lässt meistens nachts nach und beginnt am nächsten Tag etwa gegen 10 Uhr. Ist man früh unterwegs, hat man also zumindest zwei bis drei Stunden Ruhe. So war es an diesem Tag und gegen Mittag suchten wir schon wieder erschöpft Windschutz an einer anderen großen Moschee am Wegesrand.

Arabische Gastfreundschaft

Außer uns wurde dort auch eine Busladung Pilger auf dem Weg nach Medina ausgespuckt. Ein Zentralasiate kam auf uns zu mit einem Geldschein in der Hand und wollte uns diesen überreichen. Wir lehnten dankend ab und er unternahm keinen zweiten Versuch. Offenbar hatte er es nicht allzu ernst gemeint. Auch in Riyadh hatte uns bereits jemand gefragt, ob wir Geld bräuchten, was wir etwas lustig und skurril fanden. An die ganzen Geschenke und Einladungen haben wir uns bereits gewöhnt, doch dass uns nun auch Geld angeboten wurde, dass, fanden wir, ging dann doch ein wenig zu weit.

Zwei Tage später war es dann so weit, wieder wurde uns von einem Autofahrer, der uns gerade eine Packung Kekse in die Hand gedrückt hatte, auch ein Schein entgegen gestreckt. Wir lehnten mehrfach ab, doch der großzügige Spender gab nicht auf und schließlich dachte sich Tilmann „ach scheiß drauf“ und griff nach den 100 Rial (25 Euro).

Selbstverständlich ist dies absurd und wir konnten uns ein Lachen nicht verkneifen. Wir betrachteten diese Gabe (ebenso wie alle anderen Geschenke) aber auch Ausgleich für die zahllosen Belästigungen, denen wir ebenfalls in diesen Tagen wieder ausgesetzt waren. Ihr wisst ja bereits, dass wir gar nicht gerne jeden zweiten Kilometer angehalten werden, es nicht schätzen ungefragt gefilmt zu werden und Überholmanöver von Jugendlichen, die wahrscheinlich noch keine Fahrerlaubnis haben und deren Verhalten fast zu einem Unfall führen hassen (infolge dessen wurden einige Mittelfinger gen Himmel gehoben).

Es gibt natürlich auch sehr höfliche und liebe Menschen in diesem Land und so wurden wir am Abend des 6.1.23 (Tag 279) von Abdulaziz in sein Gartenhaus eingeladen, das seine Familie, wie er sich ausdrückte „just for fun“ nutze. Er versorgte uns noch mit arabischen Kaffee und fragte uns, ob wir dieses Getränk denn kennen würden. Die ehrliche Antwort wäre gewesen „Ja, er hängt und schon zu den Ohren raus“, doch wir erklärten ihm, dass auch viele seiner Landsleute uns bereits häufig zum Kaffee eingeladen hatten. Obwohl er uns gerade noch erklärt hatte, dass in seiner Kultur die Gastfreundschaft sehr wichtig ist, nahm er diese Information erstaunt zur Kenntnis.

Doch wir schweifen mal wieder ab, es ging ja um die Jahreszeiten. Ganz unabhängig von den Temperaturen hatten wir seit dem Oman kaum wild wachsende grüne Pflanzen gesehen. Doch bereits am zweiten Tag unseres Aufbruchs von Roses, in der Gegend der berühmten Moschee der ausgeschlagenen Geldreichung, wuchs plötzlich hier und da ein dünner Flaum aus unschuldigem Gras am Wegesrand, an dem sich die Kamele gütlich taten. Nachdem wir von der Küste abgebogen und wieder in die Berge vorgedrungen waren, nahm das frische Grün zu und kletterte tapfer die Hänge herauf. Wir sahen sogar kleine bodendeckende Blumen. Die Sonne war warm, doch die Luft sehr frisch. Um uns herum zwitscherten Vögel und summten Insekten. Ganz unverhofft war es Frühling geworden. Wir waren begeistert. Um uns wurde es immer schöner, denn auch ohne das Grün wären die uns umgebenden Berge durchaus ansehnlich gewesen. Um das Radlerglück fast perfekt zu machen, war auch die Straße nicht stark befahren.

Zufällig entdeckten wir am Nachmittag von Tag 280 einen prächtigen Wasserfall, der zuerst eine ca. 30 Meter hohe Klippe herabstürzte und sich dann zwischen Felsbrocken in Kaskaden den Rest des Berges herunter arbeitete. Fast hätten wir ihn übersehen, doch da ein so seltenes Naturschauspiel auch die einheimische Bevölkerung anzog, fiel uns der rege Verkehr abseits der Straße auf. Wir kletterten also den felsigen Weg hinauf, um ihm ganz nah zu kommen.

Fast hätte das Fahrradfahren wieder uneingeschränkt Spaß gemacht, denn die Freude daran hatten wir auf dem Weg von Abu Dhabi bis Jeddah etwas vergessen, wäre da nicht der Gegenwind gewesen, der unsere Beine ermüdet und einfach nur nervte. Trotzdem war die Fahrt nach Medina ein Genuss und erst kurz vor der Stadt begann der Verkehr etwas anstrengend zu werden.

Medina ist keine hübsche Stadt, alles andere wäre allerdings auch eine große Überraschung gewesen, nach unseren bisherigen Erfahrungen in Saudi Arabien. Noch vor den Stadttoren fuhren wir durch eine Schrottplatz-Gegend, die (wie einige andere Orte in Saudi Arabien) an den Vorhof der Hölle erinnerte. Der äußere Speckgürtel um die Stadt bestand hauptsächlich aus gerade entstehenden Neubauten oder schon wieder verfallenen Neubauten. Der Großteil der Innenstadt bestand aus wirklich hässlich bis zu verwahrlosten Gebäuden sowie riesigen Baustellen.

Wir hatten ein Hostel für 15 Euro die Nacht gebucht, das wir in einem vollkommen verwahrlosten Viertel nahe des Zentrums fanden. Die Tür stand auf, doch niemand war anwesend. Bereits im Treppenhaus roch es nach Toilette und in eben jene, die von allen vier Zimmern genutzt wurde konnten wir einen Blick werfen. Jedes saudische Autobahn-WC, jedes iranische Park-Hammam und jeder türkische Moschee-Waschraum war sauberer gewesen. Auch eine Zimmertür, vermutlich unsere, stand offen und uns gefiel nicht was wir sahen. Kurzerhand traten wir den Rückzug an und wollten es im Zweifel auf eine Mahnung ankommen lassen. Am nächsten Tag bekamen wir von booking.com allerdings die Nachricht, dass unsere Nicht-Inanspruchnahme als Nicht-Anreise gewertet würde, sodass für uns keine Kosten entstünden.

Medina ist nicht schön, aber trotzdem einen Besuch wert

Im Kern der Stadt rund um den heiligen Bereich Al Haram, der nur von Moslems betreten werden darf, ragten dicht an dicht moderne Hotels in die Höhe und in den wenigen verbliebenen Lücken entstanden weitere. Ein Bauarbeiter auf einer der riesigen Baustellen, den wir nach dem Weg fragen mussten, da keine einzige Straße mehr dort war, wo sie auf den digitalen Kartendiensten eingezeichnet war, erklärte uns, dass hier alles abgerissen und neu gemacht werde. Wir vermuteten, dass gelte für die ganze Stadt. Die Vision 2030 überzieht offenkundig das ganze Land mit der selben radikalen Erneuerungskur, gesellschaftlich wie baulich.

Jedenfalls galt das für unser Hotel (annehmbar für die 20 Euro) und die verbliebenen Nachbarhäuser, die an die Baustelle grenzten. Eigentlich muss man nicht traurig sein, um diese Gebäude, doch auch die zukünftige Gestaltung, die man in der Nachbarschaft bereits erahnen konnte, wollte auch nicht recht überzeugen.

Gemeinsam mit den unzähligen Reisebussen (darunter viele ausrangierte von deutschen Reisegesellschaften) schafften es auch hier die Autofahrer alle Straßen zu verstopfen. Der Bau einer Metro soll wohl Abhilfe schaffen.

Die Architektur, Stadtplanung oder Sehenswürdigkeiten vermögen nicht zu überzeugen, doch trotzdem war die Stadt einen Besuch wert, denn die Pilgerströme aus aller Welt waren faszinierend. Wir sahen die verschiedensten Hüte, Kopftücher und Gewänder kombiniert mit einer Art Pilgerfahrt-Fankleidung je Reisegruppe (z. B. Schals, Rucksäcke, Haarspangen). Wir hörten die verschiedensten Sprachen und versuchten zu erraten woher diese Gläubigen wohl kamen.

Trotz der Internationalität vor Ort, fielen wir auf undtrotzdem gelangten wir unbehelligt in den Haram, in dem wir natürlich nichts verloren hatten. Uns war der Moment des Grenzübertritts eigentlich bewusst, doch alles wirkte sehr offen (keine Schilder, keine Kontrolle) und es schien niemanden zu stören. In den vergangenen Tagen hatten uns bereits einige Saudis versichert, dies sei kein Problem, wir sollten Al Haram ruhig besuchen. Also liefen wir um die große Prophetenmoschee herum, in der sich das Grab von Mohammed befindet, und ließen die spirituelle Stimmung auf uns wirken.

Einige Pilger hatten sich unter den riesigen Schirmen auf den Boden gelegt und schliefen, wurden dann aber von Wachsoldaten aufgefordert wieder aufzustehen. Auch das Wachpersonal schien sich lange Zeit nicht für uns zu interessieren. Doch plötzlich sprach uns ein Soldat an, diesmal waren wir im Gegensatz zu Mekka allerdings vorbereitet! Wir hatten das Glaubensbekenntnis in den vergangenen zwei Tagen auswendig gelernt und waren bereit zu konvertieren bzw. überhaupt erstmalig einer Religionsgemeinschaft beizutreten. Der Soldat wollte allerdings zunächst unsere Pässe sehen und wollte sich auf unsere „wasistdenneigentlichlos? Getue“ überhaupt nicht einlassen. Natürlich konnte er die Pässe nicht lesen und zudem enthalten diese freilich auch keine Information über eine etwaige Religionszugehörigkeit. Dann fragte er Tilmann „Moslem?“ und als dieser dies mit uneindeutigem Gemurmel offenbar mehr bejaht als verneint hatte, forderte er ihn auf, das Glaubensbekenntnis aufzusagen. Dazu begann er mit dem ersten Wort: „Eschedu…“

Doch unsere Köpfe waren plötzlich leer, trotz der Röte die sie nun äußerlich angenommen hatten. Der auswendig gelernte Satz war weg. Ob das nun an die Angst vor der Staatsmacht oder vor Allah war, der, falls es ihn gibt ja weiß, dass wir es nicht ernst meinten, jedenfalls brachten wir das Gelübde nicht heraus und wurden des Platzes verwiesen. Glück gehabt, denn im schlimmsten Fall hätten wir sogar des Landes verwiesen werden können.

Da wir nun noch die geschenkten 100 Riyal auf den Kopf hauen wollten, begaben wir uns auf die schwierige Suche nach einem Restaurant mit vegetarischem Angebot und wurden in einem als Pakistani getarnten Bangladesh-Imbiss fündig. Anschließend wollten wir uns noch ein Eis gönnen, was an der seltsamen Eiskarten-Politik scheiterte (eigentlich war nichts vorhanden, was auf der Karte stand) und lernten dort noch drei deutsche Muslima kennen, die auf Probe-Pilger-Fahrt waren, wie sie uns erläuterten. Etwas ungewohnt für uns war ihr toughes Auftreten, denn in den letzten Monaten hatten wir muslimische Frauen überwiegend sehr zurückhaltend erlebt.

Lange im Hotel wollten wir uns jedenfalls nicht aufhalten und beschlossen am nächsten Morgen noch eine Weile in einem der modernen Cafés am neuen Boulevard abzuhängen. Denn obwohl jeder Saudi voller Stolz den arabischen Kaffee serviert, findet man in diesem Land zahlreiche Café-Ketten nach westlichem Vorbild. Gut für uns, die wir gerne Americano trinken. Porzelantassen sind hier allerdings nicht verfügbar, Kaffee wird im Pappbecher gereicht. Mehrweg kennt der Saudi selbst im eigenen Haushalt regelmäßig nicht.

Und mal wieder hatten wir Gegenwind, als wir weiterfuhren, der gegen Nachmittag sehr heftig wurde. Nicht nur das, es türmten sich darüber hinaus bedrohliche dunkle Wolken vor uns auf. Wir waren deshalb froh, rechtzeitig an dem Park angelangt zu sein, den uns Muriel zur Übernachtung empfohlen hatte, auch wenn dieser nur 30 km hinter Medina lag. Wegen des heftigen Windes fragten wir einen sudanesischen Fahrradverleiher, ob wir in dem großen Zelt gegenüber den Hüpfburgen unterschlüpfen könnten und dort eventuell auch unser Zelt für die Nacht stellen könnten. Er hatte selbstverständlich keine Einwände.

Später kamen weitere Männer hinzu, die sich als Manager, dessen Bruder und dessen Sohn des Fahrrad-Pferdekutschen-Hüpfburgen-Buisiness vorstellten und uns schließlich zur Übernachtung eines ihrer gemütlichen Mietzelte in traditionellem Gewand zur Verfügung stellten. Als Skuril-Touristen sah man uns gegenüber von einer Zahlungsaufforderung natürlich ab und reichte uns noch ein Paket Datteln dazu. Volltreffer! Wir verbrachten einen sehr gemütlichen Abend und eine angenehme Nacht in dem nachempfunden Beduinenzelt.

Die Landschaft war nun bergig, von Wadis durchzogen, mit Palmen-Plantagen gesäumt und deshalb viel ansprechender als im Südosten des Landes. An der wenig befahrenen und gut ausgebauten Straße lagen nur wenige kleine Orte, die aber genug Wasserspender und in ausreichenden Abständen Läden boten. Sowieso bekamen wir Wasser und Obst geschenkt und hätten uns nie Sorgen um unsere Versorgung machen müssen. Am windstillen Morgen bestaunten wir die spiegelglatten Pfützen, in denen die ansehnliche Landschaft wieder schien.

Wir kampierten in einem Wadi mit hübscher Aussicht vollkommen ungestört und genossen Sonnenuntergang und Sternenhimmel. Unsere Reise hatte sich also wieder in einen Genuss gewandelt und das Sahnehäubchen war, dass es nun auch der Wind nicht mehr so übel mit uns meinte und das Radeln wieder richtig Spaß machte.

Zwar verabredet, aber so oder so trafen wir auf dieser Strecke andere Radreisende aus Spanien. Wir hatten bereits Kontakt über Instagram und wussten, dass wir uns entgegen kamen, allerdings hätte man sich bei dieser einen Straße durch dieses dünnbesiedelte Gebiet auch nicht verfehlen können. Wir legten eine lange gemeinsame Mittagspause an einer kleinen Moschee mitten im Nirgendwo ein und merkten schnell, dass wir viele ähnliche Eindrücke auf unseren Reisen gesammelt hatten. Die beiden wollten sich noch bis Indien durchschlagen. Es war das erste mal seit Armenien bzw. Ende August, dass wir andere Radreisende auf der Straße (und nicht in einer Unterkunft) getroffen hatten. Da wir auf den Geschmack gekommen waren unser Zelt innerhalb von bestehenden Gebäudestrukturen zu errichten, übernachteten wir in dieser Nacht in einer offenen Scheune in der Heu gelagert wurde. Davon hatte Tilmann seit Tag 1 unseres Trips geträumt und wir hätten niemals gedacht, dass der Traum in Saudi Arabien war werden würde.

Auch am nächsten Tag trafen wir unterwegs wieder Reisende, diesmal ein österreichisches Paar, das mit einem Reise-Truck unterwegs war. Sie fuhren rechts ran, als sie uns sahen und luden uns zum Kaffee ein. Das Gespräch war so angenehm, dass wir an diesem Tag schon wieder eine lange Mittagspause einlegten. Andi war auch so nett sich aller neugierigen und selfiesschießenden Menschen männlichen Geschlechts anzunehmen, die anhielten und um den Truck herum schlichen. Wir kamen so nicht weit voran, machten aber dennoch die 15.000 km Gesamtdistanz voll. Just in diesem Moment fuhr ein Libanese wurden wir erneut von einem Libanesen aufgemischt, der bereits am vorangegangenen Tag die Verabredung mit den beiden Spaniern gecrasht hatte. Nun konnten wir ihn wenigstens anweisen ein Foto von uns zu machen.

Kurz darauf, es schickte sich bereits an Abend zu werden, fanden wir dann einen interessanten Spott in einer verlassenen Farm. Wieder zelteten wir mit einem zweiten Dach über uns, umgeben von Unmengen staubtrockenen Totholzes. Auch wenn es verlockend war, verzichteten wir darauf ein Feuer zu entfachen, um unbehelligt zu bleiben, was auch gelang.

Eigentlich hatten wir uns beeilen wollen, um auf eine Einladung einzugehen, die wir von einem Lexus-Fahrer erhalten hatten. Er bot „free hotel“ in unserem nächsten Ziel Al Ula an. Da wurden unsere Augen natürlich groß. Doch als wir mit ihm über WhatsApp kommunizierten wurde klar, dass wohl doch nur sein Privathaus gemeint war. Trotzdem entschieden wir auf das Angebot einzugehen, obwohl wir uns vorgenommen hatten, keiner Übernachtung mehr zuzustimmen, wenn der Gastgeber nicht gut englisch sprach, da das einfach zu anstrengend ist. Schließlich entpuppte sich die Einladung jedoch nicht nur wegen der Sprachbarriere als überwiegend unangenehm und führte dazu, uns wieder darauf zu besinnen, dass wir für so etwas nicht gemacht sind. Aber davon berichten wir euch ein anderes mal…

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14 Gedanken zu “frühlingserwachen 🇸🇦

  1. wo wird denn eigentlich das Obst angebaut, das man euch ständig schenkt?
    Ihr habt noch kein einziges Foto von Obstgärten oder sowas gepostet.
    Ansonsten werden die Fotos zunehmend künstlerisch!
    Liebe Grüße

    1. Also die meisten Äpfel kommen wohl aus Südtirol und Trentino. Bis gestern waren wir in Al Ula, wo Orangen angebaut werden aber wenn ich mich recht erinnere haben wir vergessen orangenbäume zu fotografieren. Die Datteln kommen aber von hier, was wir fotografisch auch schon umfangreich dokumentiert haben.
      Liebe Grüße

      1. Wie gestört ist das denn? Ich dachte das sind Plantagenbesitzer oder Selbstversorger, die Euch mit eigenem Zeug versorgen. Also die kaufen sich im Supermarkt italienische Äpfel und verschenken die an heruntergekommene Almanis?

      2. na bitte sehr, das scheint ja auch andere Menschen zu verwundern

      3. Na ja, jetzt müssen wir uns allerdings ein bisschen wundern dass ihr euch wundert. Natürlich kriegen wir (auch) gekauftes Obst geschenkt. Denkt ihr denn die ganzen Kekse die uns geschenkt wurden würden alle selbst gebackenen, die Schokoladen selbst conchiert und das Wasser aus der Quelle geschöpft?

  2. Ein inzwischen verstorbener Rapper aus Bochum jagte nach eigenen Angaben verlorenes Wissen zwischen Mekka und Medina. Ist euch da was untergekommen, ihr beiden Heiden?
    Haben die Spanier eigentlich gesagt, wie sie sich nach Indien durchschlagen wollen? Das können die doch voll vergessen, dachte ich.

    1. Ja, könne sie vergessen wenn sie nicht durch den Iran fahren wollen. Sie hofften noch auf ein Schiff aus dem Oman und wollten nicht wahr haben dass wir ihnen diese Hoffnung nehmen wollten…

      1. die Landschaft hat sich ja echt mega verbessert.Quasi ganz anderes Land. Lein Wunder, dass das Radeln wieder Spass macht;).was ist denn aus der Müllproblematik geworden-auch besser?

      2. Ja, Müll ist auch viel besser (wenn auch immer noch zu viel) und der Zustand der Siedlung ebenfalls. Hätte in dem Beitrag tatsächlich Erwähnung finden sollen!

  3. Noch mal zum Obst: also das Wasserproblem scheint ja durch öffentliche Zapfstellen vorbildlich gelöst zu sein. Ansonsten habe ich gedacht, wenn man Wasser beschaffen kann, ist Obst- und Gemüseanbau in diesen Ländern sehr gut möglich, siehe Israel und Ägypten. Dass man überall dafür bezahlen muss, ist normal. Ach ja: Das Brot und die Plätzchen dürften doch wohl heimischen Ursprungs sein.
    Das wars

    1. Im Süden nahe Jemen wird wohl viel Gemüse und Obst angebaut, auch Kaffee. Aber da waren wir ja leider nicht. Wasserversorgung tatsächlich gut gelöst durch öffentliche Zapfstellen, umso bescheuerter, dass wir ständig diese albernen 0,2 l Flaschen zugesteckt bekommen. Natürlich nur wenn unsere Flaschen gerade voll sind und nie wenn wir wirklich Mal Versorgungsengpässe haben

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