Mit dem Fahrrad von Muscat bis Hatta
Tag 222 bis 228 (10.11.22 bis 16.11.22)
Distanz: 473 km
Höchster Punkt: 940 m
Tiefster Punkt: 15 m
Rauf: 3.600 m
Runter: 3.540 m
Die sehr eintönige Route führte uns gegen Abend dann endlich wieder in das hübsche Wadi Far oder Al Abyad, in dem wir uns zwischen Palmen ein gemütliches Plätzchen unter Einsatz der Hängematte, die wir schon sehr lange nicht mehr ausgepackt hatten, einrichteten. Nachts raschelten die Palmwedel über unseren Köpfen und der helle Mond stieg über dem Wadi auf. Am nächsten Tag entdeckten wir beim Verlassen des Wadis noch einen kleinen Wasserfall und erfrischten unsere Gesichter. Unsicher, ob wir uns über kleine Straßen durch die Dörfer arbeiten konnten oder irgendwann im Sand oder – typisch für die trockenen Wadis – Kies kämpfen müssten, befragten wir ein Ehepaar, dass gerade aus der Tür eines Lehmhauses kam und wurden an die langweilige Hauptstraße zurück verwiesen.
Beim nächsten überdimensionierten Autobahnkreuz verließen wir diese glücklicherweise wieder. Da es im Oman besonders in den Wüstenregionen mehr als genug Platz zu haben scheint, sind Auf-bzw. Ausfahrten zu den Highways so ausschweifend gebaut, dass man locker jedesmal einen extra Kilometer fährt. Wir waren eigentlich schon wieder auf der Suche nach einem Coffee Shop, mussten aber mit dem Angebot des Supermarktes Vorlieb nehmen. Der Inhaber half uns außerdem in einer für uns kaum nachvollziehbaren Windeseile dabei unser Handy-Guthaben noch einmal für eine absurd hohe Summe aufzuladen. Die nächsten Tage wurde viel darüber diskutiert, wie viel MB fürs Stories und Reels verbraucht werden darf. Außerdem erwarben wir einen Selfiestick, um uns künftig rechtschaffen blamieren zu können.
Unser Datenvolumen sollte reichen, was uns allerdings durch die Finger rann wie warme Butter, waren unsere letzten Rial. Gewöhnt in Lulus und Nesto Hypermärkten einzukaufen, die natürlich Kreditkarte akzeptierten, kamen wir nun in ein Gebiet, das uns ein bisschen an iranische Zeiten erinnerte. Die Läden wurden seltener und kleiner, das Sortiment überschaubar und natürlich wollten alle nur Cash.
Wieder ein wunderschönes Wadi
Auch die Hitze machte uns zu schaffen. Seit Wochen waren es 32 Grad, der Wetterbericht zeigte für die nächsten 16 Tage das immer gleiche Wetter an. Wir schwitzen und wurden träge, waren offensichtlich nach 9 Tagen in klimatisierten Räumen und Fernhalten von direkter Sonneneinstrahlung nicht mehr daran gewöhnt. So schleppten wir uns durch die trockene und öde Landschaft, bis wir gegen Nachmittag ins Wadi Al Hoqain einbogen und plötzlich wieder üppige Palmen und fließendes klares Wasser erblickten. Der als Touristen Highlight angepriesene Wasserfall tröpfelte allerdings nur mühsam einen Betondamm hinunter. Die geringe Wassermenge stand im Gegensatz zu dem großen Besucherstrom, der sich hier versammelt hatten, um zumindest mit den Füßen im Wasser zu stehen.
Einige wenige Kilometer bergauf entdeckten wir kurz vor dem Dorf Tawi Al Badu dann noch wunderschöne Wasserbecken, in denen wir auch richtig schwimmen konnten. Auch dort hatten sich an diesem Freitag (Wochenende ist hier am Freitag und Samstag) einige Grüppchen eingefunden, unter anderem 6 Phillpinos, von denen einer ein derart durchdringendes Lachen hatte, das wir es noch unter Wasser hören konnten.
Doch insgesamt ging es hier ruhiger zu. Wir erfrischten uns nur kurz, schlugen dann unser Lager auf einem Fels oberhalb des Wadi-Canyon auf und kümmerten uns um unsere abendliche Routine. Die frühe Dunkelheit stört uns zwar, da wir früh einen Schlafplatz finden mussten, auf der anderen Seite schafften wir nun endlich, was uns immer, neben Zelt aufbauen, kochen und waschen, etwas zu kurz kam: arbeiten am Blog, instagrammen, lesen, englisch verbessern, kleinen arabisch Wortschatz zulegen, Kontakt mit verschiedenen Menschen in der Heimat und in der Welt halten. Trotzdem machen wir häufig vor 9 bereits die Taschenlampen aus und schlafen dann schnell ein.


















Um 5 waren wir ja auch schon wieder auf den Beinen, bis wir alles gepackt und gefrühstückt hatten, war die Sonne aufgegangen und erhitzte uns. Was war da einzuwenden, gegen ein weiteres Bad im Wadi-Pool, den wir zu dieser frühen Stunde zudem für uns allein hatten. Wir kletterten hinunter ins Wadi, schwammen durch ein Becken und fragten uns, ob es hinter dem kleinen Wasserfall noch etwas zu entdecken gab.
Dort lag ein weiteres großes Wasserbecken zwischen hohen Felswänden, wir liefen hinein, mussten bald in dem türkisblauen Wasser schwimmen und von den moosbewachsenen Wänden tröpfelte kaltes frisches Wasser auf unsere Köpfe. Die Wände rückten näher aneinander und wir schwammen durch einen nun engen Gang weiter Flussaufwärts. Hier wie in anderen Wadi-Pool war es wichtig immer in Bewegung zu bleiben, denn die kleinen frechen Fische fingen sofort an, einem die Hornhaut abzunagen, sobald wir still hielten. Wir haben uns in diesem Blog ja gelegentlich bemüht die überwältigende Schönheit der uns umgebenden Natur in angemessene Worte zu kleiden. Einmal mehr werden wir diesem Anspruch an dieser Stelle nicht gerecht werden, aber auch unsere Fotos bilden das Erlebnis nur unzureichend ab. Vielleicht vermag es ja das Video? Sicher auch nicht so richtig. Wir waren jedenfalls hingerissen von diesem Erlebnis!











Sehr erfrischt und entspannt begannen wir an diesem Tag unsere Tour. Gleich an der ersten Wassertankstelle sprach uns Sayf an, der leider auf unsere Herkunftsangabe mit „Ah Hitler!“ antwortete. Wir hatten gehofft mit dem Iran auch diese nervige Smalltalkelement hinter uns gelassen zu haben und hatten eigentlich schon keine Lust mehr weiter zu kommunizieren. Er aber erwies sich als eigentlich doch gar nicht nervig und freundlich und lud uns zu sich nach Hause ein. Wir nahmen an, da wir nun hofften endlich einmal ein omanisches Haus (bewohnt von Omanis) von innen sehen zu können. Doch wieder einmal (wie bereits bei Salim) wurden wir nicht herein gebeten, sondern es wurden Stühle vor dem Tor auf dem Parkplatz aufgestellt. Auch Iris und Jan hatten uns von dieser Erfahrung berichtet, dass es im Oman nicht üblich sei, ins Haus gebeten zu werden. Sayfs Frau ließ sich nicht blicken, sein Bruder mit Tochter und sein Cousin kamen dazu und auch seine Mutter schlurfte ein „Salamalaikum“ nuschelnd vorbei, mit Milchflaschen in der Hand, auf dem Weg junge Ziegen zu füttern.
Neben omanischem Kaffee, der immer leicht nach Kardamom schmeckt, sehr dünn daher kommt, aber doch ordentlich Standgas verursachte, wurde uns auf den Klappstühlen noch ein komplettes zweites Frühstück aufgetischt, mit leckerem Honig aus dem Dorf und ein schmackhafter Bohneneintopf. Zum Abschied bekamen wir auch noch ein Kilo Datteln geschenkt. Unsere Sorge (bzw. eigentlich war nur Julia immer in Sorge), unsere wenigen Rial bald aufgebraucht zu haben und verhungern zu müssen, war damit erst einmal vergessen.
Mit Sayf – der in Qatar als Security-Mann arbeitet und mit dem Flugzeug in sein Heimatdorf im Oman pendelt, in dem neben seiner Frau und Kindern, seine ganze Verwandtschaft plus einige für 90 Rial monatlich (etwas weniger als 250 Euro) auf den Dattelplantagen arbeitende Bangladeshis, leben – redeten wir über die Berge an Müll, die wir im schönen Wadi gesehen hatten. Er versicherte uns, dass dies von den Besuchern hinterlassen werde und dass Moslems aufgrund des Anspruchs auf Reinlichkeit in ihrer Religion keinen Müll liegen lassen. Er sagte dies aus voller Überzeugung, obwohl auf dem Parkplatz, wo wir saßen, neben einer ausrangierten Toilettenschlüssel, wie überall auch Plastikflaschen rumlagen. Um nicht wieder als zu kritische Geister abgestempelt zu werden, möchten wir noch erwähnen, dass dieses gemeinsame Frühstück sehr angenehm war und wir uns freuten, in unseren letzten Tagen im Oman, doch noch „richtig“ eingeladen worden zu sein und mehr mit der lokalen Bevölkerung auf Tuchfühlung gehen zu können.
Wasserversorgung im Oman
Doch wo wir schon beim Thema Plastikflaschen sind: Nach zahlreichem bergauf, bergab, aber in Summe mehr bergauf, ging unser Wasser gegen Mittag langsam zu Neige und einmal wieder fanden wir nur leere oder seltsam schmeckende Wasserzapfstellen. Als dann ein Auto anhielt und fragte, ob wir Hilfe bräuchten, fragten wir, ob er uns denn Wasser geben könnte. Uns wurden 7 winzige Wasserflaschen (Inhalt 0.25 l) ausgehängt, von denen wir 4 Stück sofort austranken und bald eine ordentliche Menge an Plastikmüll produziert hatten. Wir fragten uns, warum in einem Land, das hauptsächlich aus Wüste und trockenen Bergen besteht, gleichzeitig aber öffentliche Trinkwasserstellen zur Verfügung stehen, überhaupt diese kleinen Flaschen verkauft und auch gekauft wurden. Albernerweise bekamen wir diese Mikroflaschen auch einige Male gereicht, als wir uns gerade an einer ordentlichen Zapfstellen mit 5 oder mehr Litern Wasser eingedeckt hatten. Offenbar Alibi-Gaben.
Zum Thema Wasserversorgung im Oman ist vielleicht nicht uninteressant zu erwähnen, dass es quasi keine Wasserleitungen gibt, außer in Teilen einiger verdichteter Gebiete in Städten. Das gilt sowohl für Trink- als auch für Brauchwasser. Jedes Gebäude hat einen oder mehrere Kanister auf dem Dach, die von den landauf landab hin und her brausenden blauen LKW immerzu neu befüllt werden. Gemäß Lukes Erläuterungen hängt das auch damit zusammen, dass der Untergrund fast überall felsig ist und es daher zu aufwändig wäre Rohre in ihn hineinzutreiben. Ein anderer Grund ist sicherlich, dass das Land so stark zersiedelt ist, in den Dörfern und Städten stehen die Häuser mit großen Abständen zueinander verteilt in der Landschaft herum. Platz spielt keine Rolle in dem dünn besiedelten Land.
Der Wasserspender lud uns jedenfalls noch zu sich nach Hause ein. Dieses war noch 7 Kilometer entfernt und da zu diesem Zeitpunkt sowieso eine Pause angemessen war, stimmten wir an diesem Tag zum zweiten Mal zu. Mohammed arbeitete bei der omanischen Luftwaffe als Ausbilder und er gewährte uns tatsächlich Zutritt zu seinem Haus, allerdings nur in eine Art Empfangszimmer, das wir schon aus der Türkei kannten. Seine Frau zeigte sich nicht, allerdings streckten seine Töchter scheu die Köpfe aus der Tür, um zu schauen, wer denn da erschienen war. Hier wurden wir neben omanischem Kaffee und Datteln, auch mit allerlei leckeren Früchten verwöhnt.
Omanische Gastfreundschaft
Die beiden Einladungen hatten wir freudig angenommen, jedesmal erfährt man etwas mehr über Land und Leute. Mit beiden konnten wir uns gut über verschiedene Themen unterhalten. Leider wurde auch bei dieser zweiten Begegnung von omanischer Seite aus wieder Hitler angesprochen. Bei Mohammed begann dies mit dem Satz „Ich möchte nicht rechtfertigen, was Hitler getan hat, aber er hat nicht nur eine Armee von Soldaten sondern auch eine Armee von Wissenschaftlern aufgebaut“. Um ihm entgegenzukommen erwähnte Tilmann Werner von Braun, er hingegen führte Einstein und Max Planck ins Feld. Planck war leider tatsächlich loyal zum dritten Reich, hatte seine bahnbrechenden Erfindungen bereits weit vorher gemacht. Wir diskutieren im Anschluss noch über solche Aussagen und unsere Reaktion darauf und müssen mittlerweile feststellen, dass wir in den letzten 7 Monaten mehr über Hitler gesprochen haben, als seit unserer Schulzeit.
Auch, dass wir niemals den Frauen vorgestellt wurden, machte uns nachdenklich. Hinzu kommt, dass man im Oman auch kaum Frauen auf der Straße sieht, was uns besonders auf unserer „Durststrecke“ auffiel. Das war nicht nur sehr irritierend, sondern auch insofern überraschend, da im Iran Frauen viel deutlicher in Erscheinung traten und sehr offen auf uns zukamen, obwohl sie in Politik und Gesellschaft viel schlechter gestellt sind, als omanische Frauen, die in den letzten Jahren deutlich mehr Rechte und auch Einfluss gewonnen haben.
Eine weitere Anekdote zum Thema Einladung hatten wir ein paar Wochen vorher erlebt. In den ersten Tagen im Oman wollten uns zwei Omanis in einem Pickup zum Mittagessen in der nächsten Stadt einladen. Wir willigten ein, versuchten aber klarzumachen, dass wir für die 40 km noch eine Weile benötigen würden als die von ihnen veranschlagte Stunde. Kurz nach ihrer Abfahrt schien ihnen das dann doch eingeleuchtet zu haben und sie kamen noch einmal zurück, um uns ein großes Paket frisch gebackenes Fladenbrot und ein Stew (wie sich später herausstellte leider mit Rindfleisch) zu reichen. Wir suchten damit nun also den nächsten Schattenplatz, der sich auf einer Europalette neben einem parkenden Geländewagen unweit einer Wasserzapfstelle fand. Als wir mit dem Essen begannen entstieg dem Geländewagen ein Mann mittleren Alters und für uns nicht zu erschließender Herkunft. Er sagte zwei Worte bis klar war, dass es keine gemeinsame Konversationssprache gab, hockte sich neben uns und bediente sich ohne große Umschweife an unserem Essen. Wir waren natürlich etwas überrascht, freuten uns aber besonders, da wir natürlich davon ausgingen, dass er jetzt wenigstens das Rindfleisch verzehren würde. Tat er aber nicht sondern tunkte nur das Brot, von dem er die Ränder abriss und in den Staub fallen ließ, in die Soße.
Duschen in Moscheen
Zurück zu Tag 224: Auch am Abend hatten wir es wieder schwer Wasser zu finden, so beschlossen wir zur nächsten Moschee zu fahren, um dort in der Nähe zu zelten. In Moscheen stehen üblicherweise Trinkwasserautomaten. Der andere Vorteil ist, dass wir uns in Moscheen waschen können. Es gibt dort immer öffentliche Toiletten. In der von uns Auserwählten war der Trinkwasserspender leider kaputt, da wir uns und unser Geschirr nun aber mit dem Brauchwasser waschen konnten, sollten unsere Reserven ausreichen. In dieser Moschee war in der Toilette ebenfalls eine richtige Dusche eingebaut. Das ist nicht überall der Fall. Wir legen die Karten jetzt mal ganz offen auf den Tisch: In der muslimischen Welt sind erstens Stehklos üblich und zweites neben den Stehklos Wasserschläuche vorhanden, die der Reinigung nach dem Geschäft dienen, von uns werden diese „Arschdusche“ genannt. Als wir uns mit dieser Arschdusche das erste Mal ganzkörper duschten, fühlten wir uns noch sehr tief gesunken, mittlerweile ist das für uns ein gängiger Vorgang, der keinen Ekel mehr hervor ruft. Der Schlauch ist jedoch meistens nicht lang genug und man muss sich (über dem Stehklo) hockend abduschen. Deshalb ist eine richtige Dusche natürlich wesentlich angenehmer.
Ein weiterer Vorteil oder Nachteil von Zeltplätzen neben Moscheen, je nach Stimmung, ist, dass die Dorfgemeinschaft aufmerksam wird, Kontakt sucht, Einladungen ausspricht oder Geschenke bringt. An diesem Abend hätten wir gerne unsere Ruhe gehabt, wollten deshalb nach dem Hammam noch etwas ums Eck fahren, wurden aber von wild gestikulierenden Männern, die auf einer Mauer oberhalb des Wadis saßen aufgehalten. Wir sollten nicht dort zelten, da es dort Schlange gäbe. Wir glaubten das keine Sekunde bzw. höchstens an ungefährliche Schlangen, konnten uns nun aber schlecht über die Empfehlung hinweg setzten, da wir ja in ihrem Dorf waren. Also zurück zur Moschee. Julia wurde dann noch in das benachbarte Haus gebeten und mit Obst, Honig und Trinkwasser versorgt. Endlich traf sie hier auch einmal auf die Damen des Hauses, die sehr aufgeschlossen waren. Vielleicht lag es daran, dass Julia ohne männliche Begleitung kam. Wir mussten dann noch mit ca. 10 Dorfbewohner ein Schwätzchen halten, sowie dankend ablehnen ins Haus des Imam umzuziehen, bis wir endlich zur Ruhe kommen konnten. Jedenfalls können wir nun bestätigen, dass auch im Oman eine große Gastfreundschaft herrscht, zumindest in der Region Dschanub al-Batina.













In den Bergen war die Luft frischer, doch diese Frische mussten wir uns mit viel auf und ab durch verschiedene Wadis erkaufen, es war mühsam und sogleich landschaftlich wieder reizvoller. Bevor wir am nächsten Tag wieder auf den schnurgeraden Express-Highway stießen, nächtigten wir noch einmal in einem felsigen Flussbett, durch das neben uns klares Wasser plätscherte. Kaum hatten wir die Berge verlassen, wurde es wieder heiß, flach, langweilig. Nur mithilfe von Hörbüchern, Podcasts und Musik hielten wir dies aus und mussten gegen Mittag vom Highway abfahren, weil es hier wirklich gar kein Wasser oder etwas zu essen gab. Kein einziger Ort lag an der Schnellstraße, kein einziger Wasserkanister war aufgestellt, nicht einmal Tankstellen gab es hier. Der Umweg in das Nest Falaj Al Harth kostete uns ca. 10 Kilometer, war aber eine willkommene (und notwendige) Abwechslung. Wir investierten unsere wenig verbliebenen Rial in Brot, Obst, Eis, Cola und 8 äußerst leckere frittierte Teigwaren (Samosas und runde Bollen, deren Namen wir nicht kennen) im örtlichen Coffee Shop. Einen Notgroschen von 400 Baisal behielten wir.
Mit dem Fahrrad auf der Autobahn
Zurück auf dem öden Highway fuhren wir vor lauter Fahrbahnmarkierungs-Hypnose an unserem gewählten Ziel für den Tag vorbei und waren schon etwas verzweifelt, ob wir der Autobahn nun noch entrinnen könnten, da diese durch hohe Betonmauern oder Leitplanken in beide Richtung abgeriegelt war. Schließlich entdeckten wir eine Polizeistation, die im Oman typischerweise riesige Wüstenburgen irgendwo im Nichts sind. Immerhin gab es dorthin eine Abfahrt und wir beschlossen, die Polizisten nach Wasser zu fragen. Selbstverständlich wurden wir versorgt: Mit zahlreichen Mini-Wasserfläschchen. Unweit aber außer Sichtweite der Polizisten fanden wir dann auch noch einen passablen Platz für die Nacht und wurden mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt.















Tagsdrauf schlug uns die Fahrt auf dem Highway dann doch derart aufs Gemüt, dass wir gerne weitere 15 Kilometer Umweg in Kauf nahmen, um noch einmal Richtung Küste in besiedeltes Gebiet zu wechseln, was natürlich mit mehr Verkehr verbunden war, landschaftlich auch keine Highlights versprach, aber immerhin konnten wir Häuser gucken. Da dies nun unser letzte Tag im Oman werden sollte, war zum Abschied auch noch ein Festessen in einem Coffee Shop angesagt. Hier im dichter besiedelten Gebiet fanden wir auch wieder Etablissements, die Plastikgeld annahmen, um dann viele Speisen auf Plastikgeschirr zu servieren.
Gestärkt wollten wir es nun bis Hatta schaffen, das kurz hinter der omanisch-emiratischen Grenze liegt. Spätestens am nächsten Tag hätten wir sowieso ausreisen müssen, da unser Visum für den Oman nach einem Monat im Land ablief. Doch kurz nach unserer ersten Pause setzte ein starker Gegenwind ein und wir entschieden bald, noch eine Pause einzulegen und schlummerten in einer Palmen-Plantage, in der Hoffnung, der Wind würde noch einmal drehen. Stattdessen wurde er stärker und bedeckte uns mehr und mehr mit Staub. Zurück auf den Patrias wurde bald klar, dass unser Ziel nicht mehr erreichbar war. Die letzte Nacht verbrachten wir dann leider relativ uncharmant auf einer staubig-grauen Ebene in Sichtweite einer Tankstelle, was keinesfalls als DIE Erinnerung an dieses Land in unseren Köpfen bleiben wird. Wir werden immer an die wunderschönen Wadis, üppigen Palmen, klaren Wasserbecken und zwickenden kleinen Fische denken. Dieses Land war für uns zum einen Erholung nach dem Iran, hat uns wieder gezeigt, wie viel Spaß eine Fahrradreise macht, war aber gleichzeitig auch unser Wendepunkt, an dem wir die Entscheidungen trafen, dass es nun wieder Richtung Heimat geht, wenn uns in Dubai nicht noch ein steinreicher Schiffsbesitzer mit nach Afrika nimmt 😉










Hier könnt ihr unsere bisher zurück gelegte Route und (meistens) unseren aktuellen Standort sehen.
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Wieder mal beeindruckend. Unterwasseraufnahmen wären noch fantastisch gewesen, aber man kann ja nicht alles haben. =)
Wir haben jetzt aufgerüstet und können damit dienen… sobald wir die Wüste durchquert haben.
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Katzen und Hunde gibt es nun wieder in Saudi Arabien.
Schau mal diese z.B.
und zu den Highlights:
der schönste nächtliche Sternenhimmel?
🌟🌒☀️