ein grenzgänger namens dr. sevan tavush 🇦🇲

Tag 126 bis 133
Distanz: 490,1 km
Höchster Punkt: 2.190 m
Tiefster Punkt: 360 m
Rauf: 7.930 m
Runter: 6.870 m


Als uns am 6. August, dem 126. Tag unserer Reise, wieder der Fahrtwind um die Nasen pfiff, waren wir wieder in unserem Element und fuhren beschwingt und euphorisch auf der wenig attraktiven Landstraße Richtung Armenien. Die gute Stimmung relativierte sich jedoch nach kurzer Zeit, denn die Gegend wurde immer karger und die Sonne brannte vom Himmel, sodass wir gegen Mittag unsere Entscheidung weiter Richtung Süden zu fahren ernsthaft in Frage stellten, nicht wissend, dass wir bald richtig frieren würden.
Wie bei allen Radreisenden üblich, ändern auch wir wöchentlich unsere Pläne und Ziele. Radreisen bietet aus unserer Sicht die maximale Flexibilität. Natürlich kommt man nicht so zügig voran, aber man ist nicht angewiesen auf den öffentlichen Verkehr, für das Fahrrad findet sich überall noch ein Parkplatz und man kommt in die meisten Länder unproblematisch rein (z. B. in den Iran, der für motorisierte Verkehrsmittel ein Pfand von ⅓ des Wertes des Fahrzeugpreises verlangt, neben viel Papierkram). Das Fahrrad wird in den Ländern, in denen wir zuletzt unterwegs waren, nicht wirklich ernst genommen, was den Vorteil bringt, dass man Narrenfreiheit hat (z. B. verkehrt herum in Einbahnstraße fahren). Die maximale Flexibilität führt zu unzähligen Möglichkeiten, die Weiterreise zu gestalten, was zu unaufhörlichem Grübeln und endlosen Diskussionen führt.

Trotzdem beklagen wir natürlich den Umstand, dass sich an diesem Punkt unserer Reise die Möglichkeiten drastisch reduziert haben. Wir haben bisher noch gar nicht erwähnt, dass wir uns irgendwann (teilweise) dem Plan vieler anderer Radreisender angeschlossen hatten von Georgien nicht Richtung Süden weiterzureisen sondern gen Osten, um über das Kaspische Meer nach Kasachstan zu gelangen. Doch schon lange war davon die Rede, dass die Landesgrenze nach Aserbaidschan geschlossen ist und eine Einreise nur per Flugzeug möglich sei. Da wir jedoch von niemanden hörten, der dies verifiziert hatte, indem er beispielsweise zur Grenze gefahren war, hatten wir uns in Tbilissi für besonders schlau gehalten und waren zur Aserbaidschanischen Botschaft gefahren, um nachzufragen wie es sich denn nun tatsächlich verhielte. Das Ergebnis unserer Bemühung war ernüchternd. Auf unser Klingeln hin gab es keinerlei Reaktion aus der Gegensprechanlage mit eingebauter Kamera. Schon wollten wir unverrichteter Dinge wieder weiterziehen, da kamen weiter Bittsteller. Erstaunlicherweise bekamen sie sogleich Antwort über die Gegensprechanlage und konnten ihr Anliegen offenbar klären. Leider war mit Ihnen jedoch keine Kommunikation möglich. Als wir im Anschluss ein weiteres mal klingelten blieb eine Reaktion erneut aus. Hier lag offensichtlich eine gegen weiße Touristen geschürte rassistische Türpolitik vor. Aus unserem smarten Vorhaben war also nichts geworden und wir mussten tatsächlich unverrichteter Dinge wieder abziehen. Da diverse Online-Artikel die entsprechenden Gerüchte über die geschlossene Landgrenze jedoch bestätigten, sahen auch wir davon ab es an der Grenze einfach mal drauf ankommen zu lassen.

Unsere Idee nach Aserbaidschan weiterzureisen, dann das Kaspische Meer zu überqueren, um nach Kasachstan zu gelangen, mussten wir also über den Haufen werfen. Viele Radreisenden, die wir mittlerweile kennengelernt hatten, bestiegen deshalb in Tbilissi das Flugzeug und flogen direkt nach Almaty und fuhren von dort in Richtung Tadschikistan, um ihren Traum, den Pamir-Highway zu fahren, verwirklichen zu können. Wir hatten jedoch schon zu Beginn unserer Reise entschieden, nicht zu fliegen bzw. nur in etwaig eintretenden Notfällen. So blieb uns nur noch der Weg nach Armenien offen (die Weiterreise nach Russland wäre mit Visum möglich, erscheint uns aber zur Zeit nicht sinnvoll). Da wir nun schon sehr oft gehört hatten, dass Armenien wunderschön sei, waren wir darüber nicht sehr traurig und dann kam es, dass wir sogar doch noch unsere Füße auf aserbaidschanischen Boden setzen konnten.
Zwei Tage vor unserer Abreise aus dem Gipsy Camp erfuhren wir über die deutschen Nachrichten, die wir nur äußert selten konsumieren, dass der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach erneut entflammt ist und ein weiteres Todesopfer gekostet hatte. Da wir im Norden von Armenien durch die Region Tavush fahren wollten und die dortige Straße sehr nah an der Grenze zu Aserbaidschan entlang führt, fragten wir uns, ob es dort gefährlich werden könnte. Bergkarabach liegt im Süden von Aserbaidschan, also weit entfernt von Tavush, wo wir uns aufhalten wollten. Wir setzten großes Vertrauen in das armenische Militär und dachten, man würde uns schon aufhalten, wenn es dort ebenfalls gefährlich werden sollte. Das Gegenteil passierte.

Kaum hatten wir die armenische Grenze bei Bagratashen-Sadakahlo überschritten, Geld getauscht, Sim-Karten besorgt (Hinweis an andere Reisende: Die erste wie eine Curry-Wurst-Bude aussehende Wechselstube nach der Grenze ist eine Abzocke-Bude) und uns mit zwei Motorradfahrern aus Starnberg ausgetauscht, wurde die Landschaft wieder grüner und interessanter. Auch die Menschen waren im Gegensatz zu den Georgien aufgeschlossener und winkten uns fröhlich zu, sodass wir uns ein wenig an die Türkei zurückerinnert fühlten. Trinkwasserbrunnen und kleine Läden mit Grundnahrungsmitteln (nicht nur Keksen) fanden wir in jedem Ort vor und waren somit gut versorgt.

An unserem zweiten Tag in Armenien entdeckten wir ein Schild, dass auf eine Festung aus dem 12. Jahrhundert hinwies. Wir beschlossen diese zu besichtigen, wissend, dass diese an der Grenze zu Aserbaidschan lag. Auf dem Feldweg dorthin entdeckten wir dann auch ein Militärfahrzeug, fragten, ob es ok sei, wenn wir dorthin führen und wurden durchgewinkt. Als wir an der Festung ankamen wimmelt es dort zu unserer Überraschung von armenischen Soldaten. Die Truppe hatte in dem alten Gemäuer einen provisorischen Stützpunkt errichtet. Unter einer großen Plane war ein Bettenlager und an der Festungsmauer lehnten Gewehre. Die Soldaten, größtenteils bierbäuchig, in Badelatschen und in unterschiedlichen Camouflage Outfit, freuten sich uns zu sehen, machten uns aber gleich klar, dass fotografieren nicht erlaubt sei. Dafür wurden wir zum Frühstück eingeladen, dass neben dem mit Gemüse gefülltem armenischen Fladenbrot Lavash aus Wein und Vodka bestand. Wir durften zwar nicht fotografieren, mussten aber als Fotomotiv für die Soldaten her halten. Dafür wurde Tilmann noch mit schusssicherer Weste und Helm ausgestattet, als ein junger Soldat jedoch noch die Kalaschnikow herbeiholen wollte, wurde er von seinem Chef ermahnt und musste diese zurück stellen. Der junge Soldat zeigten uns anschließend noch seine Schussverletzung am Bauch, die er im Bergkarabach-Konflikt davon getragen hatte, woraufhin Tilmann ihm seinen Sonnenbrand vom Vortrag zeigte. Da die Soldaten sich schließlich noch nach Tilmanns Tattoo erkundigten, bildete eine kleine Rap-Performance mit Julia an der Beatbox (sie entschied sich für den einfachst möglichen „bö-se-Ka-tze“ Beat) den Höhepunkt unseres Besuchs. Dann wollte der Truppenführer die Touristen, die die Truppe kurzzeitig erheitert hatten, doch lieber wieder los werden und wir wurden ehrenhaft, sturzbetrunken und mit einer Packung Zigaretten sowie drei Dosen Konserven-Truthahn entlassen.

Sowie unsere Körper mit dem Abbau des Alkohols ernst machten setze der übliche Hunger ein. Also mussten wir bald noch eine Essenspause einlegen und wählten dafür eine altehrwürdige Kirche aus, neben der einige verlassene Wohnhäuser standen. Erst nachdem wir uns niedergelassen hatten, merkten wir, dass wir wieder direkt auf der Grenze saßen. Kaum hatten wir unser Brot verspeist, kamen auch schon wieder zwei Soldaten auf uns zu und baten uns entschuldigend woanders zu pausieren. Die Straße führte nun genau an der Grenze entlang und manch eine Kurve der Serpentinen liegt in aserbaidschanischem Gebiet, wird von Armenien aber ganz normal genutzt und auch nur an einigen Posten überwacht. Es gibt keine feste Grenzanlage. So überschritten wir sogar mehrfach die Grenze, was uns nur durch einen Blick auf die Karte deutlich wurde.

Die Wirkung des Alkohol ließ irgendwann nach und wir brauchten dringend eine Pause von dem anstrengenden bergauf fahren, legten uns schließlich in einer Kurve an den Straßenrand der wenig befahrenen Straße für ein Nickerchen. Danach halbwegs erholt, schafften wir gerade mal die nächste Serpentine und wurden von einer Großfamilie herbeigewunken, die an einem Picknickplatz eine Feier abhielt und diese nicht ohne uns weiter bestreiten wollte. Als wir der in Moskau lebenden Tochter, die als Dolmetscherin fungierte klar gemacht hatten, dass die Einnahme weiterer Portionen Vodka für uns nicht in Frage käme, bekamen wir Martini einschenkte.

Wieder beschwipst bewältigten wir dann doch noch den Anstieg. Oben angekommen setzte leichter Regen ein und da wir aufgrund der Katerstimmung nicht mehr viel Lust hatten an diesem Tag noch weiter zu fahren, erwogen wir kurz das Zelt gleich an Ort und Stelle aufzubauen obwohl wir quasi immer noch auf der Grenzlinie tanzten und kaum noch Wasser hatten. Die Greenscreen war als Unterlage schon ausgebreitet, als der Regen bereits wieder nachließ. Um nicht wieder von Soldaten abgefüllt oder verscheucht zu werden, schleppten wir uns dann doch noch den Berg hinab an ein Plätzchen auf einem abgemähten Feld, dass etwas weiter entfernt von der Grenze lag. Kurz nachdem wir das Essen zubereitet hatten setzte starker Regen ein und es war wohl das erste mal auf der Reise, dass wir Regen bedingt im Zelt essen mussten.

Trotz Nieselregen (in welchem wir das Frühstück einnehmen mussten, da wir das Zelt in einer Regenpause bereits abgebaut hatten) schwangen wir uns am nächsten Tag wieder auf die Räder, schließlich mussten die drei Dosen Putenfleisch an bedürftige Straßenhunde unter die Kiefer gebracht werden. In der Erwartung, dass dort die Versorgungslage unter Streunern besonders schlecht sein dürfte, entschieden wir uns bei einer Pause unter dem Vordach eines Nachtclubs sogar die große Runde durch Tavush (über Berd) zu fahren. Da wir in den folgenden zwei Tagen nur durch Nebel und Nieselregen fahren würden und von der Landschaft gerade einmal die Bäume am Wegesrand erahnen konnten, hatte sich diese Runde von ca. 100 km und 2.000 Höhenmetern (zu großen Teilen auf Schotter), die wir mit 30 km bergab hätten abkürzen können, nicht wirklich gelohnt. Ohne die Fernsicht bzw. bei teilweise Sichtweiten unterhalb der berühmt berüchtigten 50 m, erinnerte uns die Umgebung abwechselnd an das Bergische Land, der Odenwald oder den Schwarzwald. Da wir den Tipp für diese Tour von Freiburgern bekommen hatten, fragten wir uns, ob diese wohl unter Heimweh litten.

In Paravaka wurden wir schließlich doch noch aufgehalten, als wir die Straße weiter an der Grenze entlang fahren wollten und von einem Polizist wieder zurück zur Straße über Varagavan eskortiert, die wir selbstverständlich auch alleine gefunden hätten. So gesehen war diese Beschränkung unserer Reisefreiheit allerdings ein Glück, denn voraussichtlich hätten wir auf dieser noch größeren Runde ebenso wenig gesehen und lediglich weitere Höhenmeter gesammelt. Bei der Übernachtung an einem sehr gepflegten Picknickplatz oberhalb des Ortes Tavush, wurden wir wieder mit der armenischen Gastfreundschaft in Form von Melone und Limo überhäuft und waren heilfroh, nicht wieder saufen zu müssen. Unsere wegen militärischer Anordnung mitgeführten Überlebensmittel Rationen waren wir tatsächlich unter durch intensive Schwanzwedelei zum Ausdruck gebrachte große Erregung an diverse hungernde Vierbeiner los geworden. Weil wir den zwei Streunern vom Picknickplatz jedoch nichts mehr mitgebracht hatten, wurden wir mit den schlimmsten nächtlichen und unaufhörlichen Bell- und Jaultiraden bestraft.

Am letzten Tag unserer Tavush-Tour, Tag 130 der 10. August, zeigte sich dann doch noch die interessante Landschaft mit Basalt-Felsen und einem lieblichen Flusstal entlang des Getik, das sich mit steigenden Höhenmetern in eine steppige Berglandschaft verwandelte. Die zweite Hälfte auf dem Pass Richtung Sevan See wurden wir dann aber wieder komplett in Nebel gehüllt und am höchsten Punkt angekommen, mussten wir für die Abfahrt unsere Jacken aus den Tiefen unserer Taschen graben. Der Hitze waren wir erfolgreich entkommen.

Und plötzlich lichtete sich der Nebel, die Sonne strahlte uns grell entgegen als wir uns die Straße zum Sevan See herunterstürzten. Wobei sich eigentlich nur Tilmann herunterstürzte und unten angekommen zähneknirschend feststellte, dass er sich nicht darum gekümmert hatte, die Wasservorräte aufzufüllen, obwohl wir nun zeitnah ein Lager für die Nacht aufschlagen wollten. Zunächst verwundert, warum denn Julia so lange für die Abfahrt brauchte hoffte er bald, dass das Auffüllen des Wassersackes sie aufgehalten haben möge. Seine Hoffnung bestätigte sich kurze Zeit später und er freute sich über die Besonnenheit seiner Partnerin.

Nun hatten wir endlich das Sonnenlicht zurück, allerdings tobte auf der Landstraße, die den See umrundet ein kräftiger Wind, dem wir nun versuchen wollten zu entkommen. Da ein vielversprechender kleiner Weg Richtung Ufer führte, versuchten wir gleich hier unser Glück und fanden einen traumhaften Wildzeltplatz auf einer kleinen versteckten Wiese, der zudem einigermaßen Schutz vor dem Wind bot. Der Sevan See ist der größte natürliche See im Kaukasus und liegt auf 1.900 Meter. Dementsprechend kühl ist es dort auch im Sommer. Die frischen Brise sollte uns zu unserm Leidwesen auch in den nächsten Tagen erhalten bleiben (am Wetter haben wir eigentlich immer etwas auszusetzen).

Trotz, dass der Wind aus eben dieser Richtung kam, beschlossen wir am nächsten Tag den See nach Osten hin zu umrunden, da er uns nun so freundlich empfangen hatte. Uns sollte eine größtenteils flache, gut ausgebaute Strecke mit wenig Verkehr bevorstehen. Zur Abwechslung einmal wieder ohne ernstzunehmende Steigungen fahren zu können, war durchaus angenehm, fast wie eine Bodensee-Umrundung nur ohne auf E-Bikes dahinschleichende Rentner, die einem Schlangenlinien fahrend beim Rasen behindern. Nur der Gegenwind bremste uns etwas aus, trotzdem konnte wir endlich einmal wieder die 100 km an einem Tag voll machen. Die Landschaft war erstaunlich abwechslungsreich: Dort die trockenen und kargen Felder begrenzt vom See auf der einen Seite und steppigen hohen Bergen auf der anderen Seite. Durch eben jene Berge waren wir die letzten Tage unterwegs gewesen und die Wolken die uns der Aussicht beraubt hatten, hingen noch immer am Kamm fest. Nicht weniger faszinierte uns die grünen Dörfer und Täler, die sich um Bäche und kleine Flüssen herum gebildet hatten. Ganz plötzlich gelangte man von einer Wüstenlandschaft in einen saftig grünen dichten Laubwald, der wiederum abgelöst wurde von einem auf sandigem Boden stehenden Kiefernwald. Erstaunlich war, dass die Ostseite des Sees weder touristisch noch zur Naherholung durch Einheimische genutzt wurde. Der See wirkte vielerorts vollkommen unberührt.

Nach einer weitestgehend gemütlichen Ausfahrt schlugen wir unser Lager für die zweite Nacht am See auf in einem jener Kiefernwälder auf, durch den sich ein Mini-Canyon schlängelte. Das hier sumpfige Gebiet lud nicht zum Baden ein, bot aber vielen Wasservögeln ein schönes Zuhause.

Am zweiten Tag gelangten wir auf die Strecke, die die meisten Radweltreisenden von Georgien kommend Richtung Iran einschlagen, wir waren nun allerdings im Gegenverkehr, also wieder Richtung Norden unterwegs. So begegneten wir gleich drei Fahrrad-“Paaren“, darunter ein junger Radfahrer, den wir bereits in Istanbul kennengelernt hatten (er war mit Kathrin drei Tage lang unterwegs gewesen), ihm hier aber nur aus der Ferne winken konnte, weil er mit seinem Kompagnon gerade weit unterhalb der Straße in einem grünen Tal eine Rast machte. Die anderen schienen sich nicht so sehr vor der Hitze im Iran zu fürchten, wie wir, denn sie wählten den kürzesten Weg Richtung Süden.

Wir hingegen wollten nun noch einen Ruhetag am See verbringen und steuerten nach einem Einkauf (diesmal mussten wir auch ausreichend Wasser kaufen, weil wir keinen öffentlichen Brunnen fanden) einen Camp-Spot an, der bei IOverlander empfohlen wurde. Dieser entpuppte sich als in Ordnung, wenn auch nicht fabelhaft, dennoch gut genug, um dort die Hängematte aufzuspannen und auch einmal in den See zu springen, um dann schlotternd wieder herauszukommen. Denn die Temperaturen bewegten sich nur knapp über 20 Grad und der Wind blies die Wärme der Sonne auch schnell wieder davon. So lagen wir mit Jacke und Schlafsack in der Hängematte und stellten mehrmals erstaunt fest, dass es ja August sei. Auf diesem Wildzeltplatz waren wir nicht alleine. Eine französische Familie, die bereits seit 20 Monaten mit ihrem Wohnmobil auf Weltreise waren, residierten ebenfalls hier. Unsere Nachbarn hatten dann auch einen Geheimtipp für unsere Weiterreise: Eine Strecke durch die Berge nach Yerevan, abseits jeglicher Zivilisation, spektakuläre Landschaften, eine sportliche Herausforderung, aber trotzdem fahrradtauglich. Wir waren angefixt und konnten nach einigen grübelnden und zweifelnden Momenten der Entscheidungsfindung leider nicht widerstehen, nichts ahnend, dass sich damit das Tor zu Himmel und Hölle für uns geöffnet hatte.

Hier könnt ihr unsere bisher zurück gelegte Route und (meistens) unseren aktuellen Standort sehen.


5 Gedanken zu “ein grenzgänger namens dr. sevan tavush 🇦🇲

  1. Das wird ja zunehmend wie bei Mad Max bei Euch, so mit dem Schädel am Fahrrad dran XD

    Wenn ihr nach Aserbaidschan wollt, müsst ihr euch an die CDU/CSU wenden. Ich habe gehört, die haben gute Connection dahin.

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